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Achillessehnenentzündung

Achillessehnenentzündung Behandlung


Achillessehnenentzündung
Wie bei allen Entzündungen gilt auch für die Therapie der Achillessehnenentzündung: Je früher die Behandlung eingeleitet wird, desto schneller wirkt sie. Achten Sie auf Schmerzen der Achillessehne, denn sie sind ein Warnsignal! Ignorieren Sie die anfänglich nur belastungsabhängigen Schmerzen, kann sich dauerhaft eine chronische Erkrankung entwickeln und eine Schwächung der Achillessehne.

Als erste Therapie Maßnahme bei Achillessehnenentzündung wird versucht, die Ursache der Beschwerden auszuschalten. Bei Überbelastung im Rahmen sportlicher Aktivitäten bedeutet das eine individuell abgestimmte Trainingspause unter Begleitung von einer physiotherapeutischen Behandlung. Sie sorgt dafür, die Achillessehne dauerhaft zu stabilisieren.

Fußfehlstellungen können oft schon durch entsprechende Einlagen in den Schuhen ausgeglichen werden. Für Entlastung der strapazierten Achillessehne sorgen spezielle Bandagen.

Eismassage


Um die Schmerzen bei einer akuten Achillessehnenentzündung zu lindern, können Sie den Fuß mit Eiswürfeln einreiben. Das mildert auch die vorhandene Schwellung. Die Kälte wirkt zudem entzündungshemmend. Leider schafft die Eismassage bei Achillessehnenentzündung nur kurzfristig Abhilfe. Alternativ können Sie auch Quarkwickel verwenden.

Schiene und Bandagen


Mit einer speziellen Beinschiene wird die Achillessehne nach Operationen, aber auch begleitend zu anderen Therapien ruhig gestellt. Die Schiene hat einen hohen Absatz und erzwingt dadurch eine Spreizfuß-Stellung. Je nach Stärke der Beschwerden dauert die Ruhigstellung 4-8 Wochen. In dieser Zeit sollte die Belastung langsam gesteigert. Danach sind Sehnenschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren möglich.

Zur Entlastung der strapazierten Achillessehne gibt es auch spezielle Bandagen. Auch elastische Baumwollpflaster auf der Haut (Kinesiotaping) sorgen für mechanische Entlastung der Achillessehne und verbessern zusätzlich noch die Durchblutung des Gewebes.

Stoßwellentherapie


Mit einer Stoßwellentherapie, die ursprünglich zur Zertrümmerung von Blasen- und Gallensteinen entwickelt wurde, kann bei Achillessehnenentzündung eine Schmerzlinderung erreicht werden, Verkalkungen gelöst und Gewebeschäden repariert werden.

Stoßwellen sind energiereiche mechanische Wellen. Sie werden zum Beispiel durch ein Ultraschallgerät außerhalb des menschlichen Körpers erzeugt und durch ein wassergefülltes Kissen in den Körper übertragen. Dabei kommt es darauf an, die Energie der übertragenen Wellen auf eine bestimmte Stelle zu fokussieren, wie das Licht in einem Brennglas. So entfalten die Stoßwellen ihre Wirkung nur in dem gewünschten Bereich, so dass vorgelagerte Gewebepartien nicht übermäßig belastet werden. Durch die Energie, die bei den Stoßwellen frei wird, kommt es zum einen zur Auflösung der Sehnenverkalkung. Die Stoßwellen werden direkt auf die Verkalkung gebündelt, wodurch diese zu mikroskopischen Partikeln zerrieben wird. Die Partikel können nun vom Körper abgebaut werden. Stoßwellen fördern außerdem die Durchblutung und lösen im therapierten Gewebe natürlich Heilungsprozesse aus. Die Anzahl der notwendigen Anwendungen hängt von der Schwere und der genauen Lage des Behandlungsgebietes ab. Es kann kurzfristig zu einer Schmerzverstärkung kommen, schwerwiegende Komplikationen sind jedoch nicht bekannt. In seltenen Fällen können Blutergüsse auftreten.

Da die Stoßwellen von außen in den Körper einwirken, wird die Therapie auch als so genannte Extracorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bezeichnet.

Röntgenreizbestrahlung


Die Röntgenreizbestrahlung sollte aber nur eingesetzt werden, wenn andere Therapie-Maßnahmen nach 3 bis 6 Monaten versagt haben und eine Operation nicht infrage kommt oder erwünscht ist.Ionisierende Strahlen können schmerzhafte entzündliche Veränderungen eindämmen. Dies geschieht durch eine Durchblutungssteigerung, bei der Blutgefäße durchlässiger für Entzündungszellen werden und Schlackenstoffe aus dem chronisch-entzündlich veränderten Gewebe aufnehmen und abtransportieren. Daneben greift die Bestrahlung auch in biochemische und biologische Abläufe der Entzündung ein. Durch die Schmerzlinderung verbessern sich die Muskelfunktion, die Durchblutung des Gewebes und die Nährstoffversorgung im gelenknahen Bereich. Die Krankheitszeichen nehmen ab oder verschwinden ganz.

Nach der Einstellung des Bestrahlungsgerätes sollten Sie sich nicht bewegen und während der Bestrahlung ruhig und unverkrampft in der eingenommenen Körperhaltung bleiben. Die Bestrahlung dauert nur wenige Sekunden bis Minuten und ist schmerzlos. Wichtig ist, Ihren Arzt darüber zu informieren, ob und wann bei Ihnen schon einmal Strahlenbehandlungen durchgeführt wurden.

Nebenwirkungen sind selten, da die Strahlenmenge nur auf eine kleine Körperregion entfällt und dazu weit unter der Dosis liegt, die beispielsweise zur Tumorbehandlung benötigt wird.

Medikamente


Als Medikation bei Achillessehnenentzündung eignen sich entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac. Vorsicht: NSAR schwächen die Wirkung aller blutdrucksenkenden Medikamente. Auch die Wirkung von harntreibenden Mitteln (Diuretika) wird durch NSAR vermindert. NSAR können die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Mitteln verstärken. Außerdem sind Blutungen aus der Schleimhaut von Magen und Darm möglich.

Magenschonend und entzündungshemmend sind sogenannte COX-2 Inhibitoren, beispielsweise Parecoxib oder Etoricoxib. Sie greifen wie die NSAR in das Entzündungsgeschehen ein. An den entzündlichen Reaktionen haben die beiden Gewebehormone COX-1 und COX-2 einen großen Anteil. Die COX-2-Inhibitoren verhindern die Wirkung des COX-2-Enzyms. Vorsicht: Nicht anwenden bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, gestörter Nierenfunktion und koronarer Herzkrankheit. COX-2 Inhibitoren können die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern abschwächen. Sie können die Wirkung blutgerinnungshemmender Mittel verstärken. Wird Etoricoxib gleichzeitig mit einem hormonellen Mittel zur Empfängnisverhütung eingenommen, kann der Östrogenspiegel im Blut ansteigen. Das Risiko zur Entstehung einer Thrombose steigt.

Neben der oralen Einnahme besteht die Möglichkeit, ein Lokalanästhetikum (Corticoid) direkt in das Schmerzgebiet zu spritzen.

Physiotherapie


Zum Wiederherstellen eines gesunden Bewegungsablaufes dienen auch Dehnübungen der Wade. Denn eine entspannte Wadenmuskulatur vermindert die Spannung auf die Achillessehne.

Um die Achillessehne zu stärken ist es wichtig, physiotherapeutische Übungen auch bei Symptomfreiheit konsequent weiter zu führen. Für einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen. Geschieht das nicht, bleibt die Sehne weiterhin geschwächt und anfällig für Beschwerden.

Folgende Übung hat sich bei der Rehabilitation von Achillessehnenschmerzen und Achillessehnenentzündung bewährt: Stellen Sie sich so mit den Füßen auf eine Treppenstufe, dass die Kante der Stufe in der Mitte des Fußes liegt. In dieser Stellung gehen Sie auf die Zehenspitzen. Für einige Sekunden halten, dann lassen Sie den Fuß in die umgekehrte Richtung abkippen, so dass er im Niveau unter die Treppenkante kommt. Festhalten am Treppengeländer nicht vergessen! Diese Übung wiederholen Sie mehrmals täglich. Sie dehnen damit Ihre Achillessehne, was häufig schon zur Heilung genügt.

Operation


Wenn alle Therapieansätze mindestens 6 Monate lang ohne Erfolg bleiben, kann als letzte Möglichkeit die Achillessehne operiert werden. Bei der Operation werden das chronisch entzündete und verdickte Gleitgewebe sowie erkrankte Schleimbeutel und Bindegewebe entlang der Achillessehne entfernt. Nach der Wundheilung kann dann mit einem gezielten Training der Fußmuskulatur an der Dehnbarkeit der Achillessehne gearbeitet. Bis der Fuß wieder uneingeschränkt belastbar ist, können allerdings 12 Wochen vergehen.

Achillessehnenentzündung Diagnose Achillessehnenentzündung vorbeugen
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