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Angststörungen

Angst hat viele Gesichter. Und das ist seit Jahrtausenden gut und sinnvoll für unser Leben. Denn Angst ist die Voraussetzung dafür, eine Gefahr zu erkennen und gegebenenfalls sein Leben retten zu können. Die natürliche Angst vergeht, sobald die Gefahr vorbei ist. Anders ist es, wenn Angst das eigene Leben so sehr bestimmt, dass Angst vor der Angst besteht und sich die Betroffenen der für sie bedrohlichen Situation nicht mehr aussetzen. Dann spricht man von Angststörung. Meistens kommt es dann zu einem Rückzug, Orte und Situationen, die Angst machen, werden gemieden.

Angststörungen Arten

Angststörungen

Phobie: Unter einer Phobie versteht man eine Angststörung, die durch bestimmte Gegenstände oder Situationen ausgelöst wird. Es handelt sich um extrem intensive Ängste vor etwas Bekanntem. Die meisten Menschen mit einer Phobie wissen, dass ihre Ängste eigentlich unbegründet sind. Sie zeigen aber trotzdem ausgeprägtes Vermeidungsverhalten von Situationen, die sie mit diesen Ängsten konfrontieren. Phobien teilt man ein nach Agoraphobie (Angst, sich auf öffentlichen Plätzen und Straßen aufzuhalten), soziale Phobie (Furcht vor Situationen, in denen man mit anderen Menschen zu tun hat) und spezifische Phobien. Hierzu gehören Tierphobien (Angst vor Spinnen, Schlangen), Angst vor Naturgewalten wie Gewitter oder Wasser, Blutphobie einschließlich Angst vor Spritzen und Verletzungsphobie, situative Phobie in speziellen Situationen wie Akrophobie (Höhenangst), Erythrophobie (Angst vor dem Erröten), Klaustrophobie (Angst in einem engen Raum eingeschlossen zu sein), Flugangst, Fahrstuhlphobie.

Panikstörung: Bei der Panikstörung treten immer wieder urplötzlich Panikanfälle auf, die Realität verschwimmt zu einer bedrohlichen Situation. Die Panikanfälle beschränken sich nicht auf bestimmte Umstände, sie treten ohne Auslöser völlig unerwartet auf. Da die Panikanfälle nicht durch reale Gefahren erklärt werden können, ist das Quälendste an der Panikstörung die anhaltende Angst vor der Angst, also vor einem erneuten Panikanfall. Panikstörungen sind oft Begleiter anderer Krankheiten wie Depression, Arzneimittelabhängigkeit, Alkoholismus.

Generalisierte Angststörung: Bei der generalisierten Angststörung oder Angstneurose bestehen mindestens ein halbes Jahr lang über die meisten Tage dieser Zeit eine ausgeprägte Furcht und Sorgen, die übertrieben und der jeweiligen Situation nicht angemessen sind. Häufig tritt die generalisierte Angststörung ab dem 40.-50. Lebensjahr auf oder im jungen Erwachsenenalter.

Zwangsstörung: Eine Zwangsstörung ist eine psychische Störung, die durch wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gekennzeichnet ist. Dieses Verhalten nimmt mindestens eine Stunde, häufiger vier bis acht Stunden des Tages in Anspruch. Zwangshandlungen sind ständiges Säubern, Kontrollieren und auch Aggression. Eine Sonderform der Zwangsstörung ist der Sammelzwang beim Vermüllungs-Syndrom (Messie).

Posttraumatische Belastungsstörung: Unter diesem Begriff versteht man psychische Störungen, die nach extrem belastenden Ereignissen (Unfall, Katastrophe, Vergewaltigung) auftreten und von starker Furcht und Hilflosigkeit gekennzeichnet sind. Es treten nicht nur Alpträume und Tagträume auf, sondern auch Teilnahmslosigkeit, Freudlosigkeit und Gleichgültigkeit. Gleichzeitig besteht erhöhte Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit und Vermeiden jeglicher Reize, die an das Erlebte erinnern.

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Klassifikation nach ICD-10

F40.0- Agoraphobie
F40.1 Soziale Phobien
F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien
F40.8 Sonstige phobische Störungen
F40.9 Phobische Störung, nicht näher bezeichnet
F41.0 Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]
F41.1 Generalisierte Angststörung
F41.2 Angst und depressive Störung, gemischt