Krankheit / Anwendungsgebiet - Wissen
Bluthochdruck
Er tut nicht weh, man spürt ihn nicht, er bleibt oft jahrelang unentdeckt. Bluthochdruck ist bei vielen Menschen ein verstecktes Leiden, dessen gesundheitliche Folgen unbehandelt sehr gefährlich werden können. Unser Blut fließt mit einem bestimmten Druck durch unsere Blutgefäße und Herzkammern. Dieser Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben. Der erste höhere Blutdruck-Wert gibt den Druck beim Zusammenziehen des Herzmuskels an. Das bezeichnet man als systolischer Druck. Damit beurteilt der Arzt die Pumpleistung unseres Herzens. Der zweite, niedrigere Blutdruck-Wert ist der diastolische Druck. Er beschreibt den Druck beim Erschlaffen des Herzmuskels. Das gibt Aufschluss über den Widerstand in den Blutgefäßen, den das Blut überwinden muss, um in den Kreislauf zu gelangen. Gemessen wird der Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Von krankhaftem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) spricht man, wenn immer wieder stark erhöhte Blutdruck-Werte auftreten und der Blutdruck über mehrere Wochen über 140/90 mmHg liegt. Es gibt eine Reihe von medikamentösen Blutdrucksenkern, mit denen man den Bluthochdruck behandeln kann. Sie können jedoch auch durch die Umstellung Ihres Lebensstils schon eine Menge tun.
Was ist Bluthochdruck
Der optimale Blutdruck-Wert liegt unter 120/80mmHg. Während des Schlafens ist der Blutdruck systolisch und diastolisch natürlicherweise um 10% niedriger als im wachen Zustand. Mit jedem Anstieg um 20/10 mmHg, egal ob zur Tages- oder Nachtzeit, erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um das Doppelte. Bei Aufregung, körperlichen Anstrengungen oder durch bestimmte Krankheiten kann sich der Blutdruck kurzfristig oder dauerhaft erhöhen. Bluthochdruck entsteht, wenn das Herz pro Schlag mehr Blut als normalerweise in den Körper befördert oder wenn der Widerstand, den das Gefäßsystem dem Blutfluss entgegensetzt, erhöht ist. Es können auch beide Faktoren gleichzeitig zum Bluthochdruck beitragen.
Blutdruckwerte
Die folgende Tabelle gibt Antworten auf die Fragen: Was ist ein normaler Blutdruck und wann spricht man von Bluthochdruck?
| Blutdruck (mmHg) | Systolisch | Diastolisch |
| optimal | <120 | <80 |
| normal | <130 | <85 |
| hoch normal | 130-139 | 85-89 |
| Bluthochdruck: | ||
| Stadium I | 140 - 159 | 90-99 |
| Stadium II | 160-179 | 100-109 |
| Stadium III | >180 | >110 |
Hypertensive Krise
Wenn der Blutdruck plötzlich und sehr rasch auf sehr hohe Werte über 200/115 mmHg ansteigt, spricht man von Hypertensiver Krise. Sie macht sich durch Kopfschmerzen, Sehstörungen, Unwohlsein und Übelkeit bemerkbar. Die Hypertensive Krise schädigt im Gegensatz zum Hypertensiven Notfall die Organe nicht. Beim Hypertensiven Notfall erhöht sich der Blutdruck auf lebensgefährliche Werte >230/130 mmHg. In beiden Fällen ist eine ärztliche Versorgung notwendig!
Labiler Bluthochdruck
Wenn nur zeitweise ein hoher Blutdruck besteht, spricht man vom labilem Bluthochdruck. Er tritt auf nach Belastungen wie Sport oder in Stress-Situationen.
Stabiler Bluthochdruck
Bei stabilem Bluthochdruck sind die Blutdruck-Werte ständig erhöht, zum Beispiel. im Rahmen von Krankheiten wie Arteriosklerose, Diabetes oder Alkoholabhändigkeit..
Schwangerschaft und Bluthochdruck
Wenn in der Schwangerschaft ein Bluthochdruck auftritt, dann in der Regel im letzten Drittel. Er endet meistens sechs Wochen nach der Geburt. Bei der sogenannten Präeklampsie (Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin) besteht dagegen die Gefahr, dass Mutter und Kind Schäden davontragen. Es ist also wichtig, während der Schwangerschaft den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Ihr Arzt wird Ihnen bei Bedarf ein Medikament verordnen, dass ähnlich wie die Betablocker wirkt und gut verträglich ist.
Inhaltsverzeichnis
Klassifikation nach ICD-10
| I10.0- | Benigne essentielle Hypertonie |