Krankheit / Anwendungsgebiet - Wissen
Bulimie
Die Bulimie (Bulimia nervosa oder Ess-Brechsucht) gehört zu den Ess-Störungen. Menschen, die unter Bulimie (Bulimia nervosa) leiden, nehmen in kurzer Zeit Unmengen von Nahrung auf und versuchen diese kurz danach durch selbst herbeigeführtes Erbrechen wieder loszuwerden. Andere wirken den Heißhungerattacken durch exzessiven Sport, Missbrauch von Abführmitteln und Appetitzüglern entgegen. Menschen mit Bulimie (Bulimia nervosa) haben Angst vor einer Gewichtszunahme, sie nehmen sich als dicker wahr als sie in Wirklichkeit sind. Doch im Gegensatz zur Magersucht (Anorexia nervosa) und den Essanfällen ohne Erbrechen (Binge-Eating-Syndrom) sind Bulimiker meist normalgewichtig oder ihr Gewicht liegt im unteren Normbereich. Trotzdem bestimmt die Angst zuzunehmen ihr Leben. Bulimiker beschäftigen sich andauernd mit ihrem Gewicht, denn die Figur ist entscheidend für ihr Selbstwertgefühl.
Was ist Bulimie

Bulimie (Bulimia nervosa) betrifft überwiegend junge Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Bulimie heißt übersetzt Stierhunger. Das kommt wohl daher, dass Betroffene bei einer Ess-Attacke bis zu 10 000 Kalorien aufnehmen. Je nachdem, wie Bulimiker das aufgenommene Essen wieder loswerden, unterscheidet man zwei Typen der Bulimie (Bulimia nervosa). Der Purging-Typ erbricht nach dem Essen oder nimmt Abführmittel oder harntreibende Medikamente, um das Gewicht zu senken. Der Non-purging-Typ fastet zwischen den Ess-Attacken oder treibt übermäßig Sport. Er erbricht jedoch nicht und greift auch nicht zu Medikamenten.
Menschen, die unter Bulimie (Bulimia nervosa) leiden, wollen schlank sein, kompensieren mit den Ess-Attacken jedoch auch Ängste, Erlebnisse und Probleme. Betroffene beschreiben Gefühle aus Lust, Ekel und Scham. Lust auf Nahrung, deren Menge das normale Maß überschreitet. Unkontrollierte Gier nach allem, was sich im Kühlschrank finden lässt. Es ist wie ein Rausch - mit jähem Ende. Der Bauch ist zum Platzen voll, der Ekel vor sich selbst und den ungezügelten Fressattacken wächst. Die Folge: das Gegessene muss raus - um jeden Preis. Was nach dem Erbrechen bleibt, sind Schuldgefühle: Wie konnte ich mich bloß so gehen lassen?