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Bypass-Operation

Bypass Operation Alternativen


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Bevor der Arzt eine Bypass-Operation durchführt, prüft er, ob sich die Verengung der Herzkranzgefäße nicht auch mit Medikamenten oder anderen Therapiemethoden behandeln lässt. Alternativen zur Bypass-Operation sind beispielsweise eine Ballondilatation oder eine Stenteinlage.

Ballondilatation


Bei dieser Erweiterung (Dilatation) von Verengungen (Stenosen) in den Koronararterien werden Sie örtlich betäubt. Ein Katheter (sehr feiner, hohler Kunststoff-Schlauch) wird in die Beinarterie (manchmal auch in die Armarterie) eingeführt und bis zur Stenose nach oben geschoben. Ein kleiner an der Spitze des Schlauchs befestigter und zusammengefalteter Ballon wird dann mit Gas oder Flüssigkeit gefüllt, um die Arterie zu weiten und Ablagerungen (Plaques) flach zu drücken. Die Flüssigkeit im Ballon ist eine mit Kontrastmittel angereicherte Kochsalz-Lösung, so dass der Vorgang per Monitor überwacht werden kann. Oft ist der Ballon von einem erweiterbaren Stent, einem Röhrchen aus Scherengitter, umhüllt. Er weitet sich nach Aufblasen des Ballons und verbleibt nach Entfernen des Ballons geweitet und dauerhaft in der Arterie. Innerhalb von wenigen Wochen wächst eine dünne Haut über den Stent, eine erneute Stenose wird verhindert. Das gesamte Verfahren wird auch als PTCA (Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie) bezeichnet.

Medikamente


Ziel einer medikamentösen Behandlung ist es, die Ursachen einer koronaren Herzkrankheit zu lindern und zu verhindern, dass es zu einem Herzinfarkt kommt. Daher müssen auch die Risikofaktoren, die eine koronare Herzkrankheit fördern oder verstärken, behandelt werden. Welche Medikamente dafür geeignet sind, richtet sich nach den Beschwerden, z. B. hoher Blutdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes.

Bei koronarer Herzkrankheit werden vorbeugend Medikamente verabreicht, die verhindern, dass sich Blutplättchen (Thrombozyten) zusammenlagern, verkleben und sich Blutgerinnsel bilden. Zu diesen sogenannten Thrombozytenfunktionshemmern gehören Präparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel. Clopidogrel kann in sehr seltenen Fällen in den ersten 3 bis 4 Wochen zu Blutbildveränderungen, vor allem zur Senkung der weißen Blutkörperchen, führen. Deshalb muss das Blutbild alle 2 Wochen kontrolliert werden. Sonstige Unverträglichkeitserscheinungen wie Übelkeit oder allergische Reaktion kommen gelegentlich vor. Treten sie bei Ihnen auf, so müssen Sie das Ihrem Arzt mitteilen.

In der Regel werden Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit mit Betablockern, Statinen und Thrombozytenfunktionshemmern behandelt, um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Betablocker senken den Blutdruck und entlasten das Herz. Statine senken den Cholesterinspiegel und damit das Risiko für eine Arteriosklerose.

Eine kurzfristige medikamentöse Erweiterung der verengten Herzkranzgefäße erreicht man bei einem Angina Pectoris-Anfall durch Nitroglyzerin (als Spray oder als Zerbeiß-Kapseln). Das Nitroglyzerin führt in den Zellen zur Freisetzung von gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxid.

Stents


Stents sind kleine, aufspannbare Gefäßstützen aus Edelstahl, die über einen Ballonkatheter in die Koronararterie eingesetzt werden. Damit wird die durch die Stenose verengte Arterie geweitet und somit ein geregelter Blutfluss gewährleistet. Um zu überprüfen, ob sich der Stent richtig entfaltet hat und ob die Gefäßinnenwände der Koronararterie intakt sind, wird oftmals eine intravaskuläre Ultraschalluntersuchung (IVUS) durchgeführt. Dazu wird eine Ultraschallsonde wie ein Ballonkatheter über den Führungsdraht in den behandelten Gefäßabschnitt vorgeschoben. Zwei bis drei Tage nach dem Eingriff wächst neues Gewebe über den Draht des Stents. Nach einigen Wochen ist der Stent vollständig bedeckt.

Da es sich bei dem Drahtgeflecht um Fremdmaterial handelt, ist es möglich, dass der Körper darauf mit Gerinnselbildungen reagiert. Daher bekommen Sie nach der Operation das gerinnungshemmende Mittel Heparin sowie Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure und Clopidogrel. Sie hemmen die Bildung von Blutgerinnseln, in dem sie das Zusammenballen der Blutplättchen (Thrombozyten) hemmen. Als weitere Medikamente können Ihnen sogenannte Calciumantagonisten verordnet werden. Sie helfen, die Gefäßmuskulatur der Herzkranzgefäße zu entspanne. Damit werden Gefäßverkrampfungen, die zu Angina Pectoris führen, verhindert.

Wichtig: Setzen Sie auf keinen Fall die verordneten Medikamente auf eigene Faust ab. Falls Sie irgendwelche Nebenwirkungen verspüren, informieren Sie bitte Ihren Arzt. Das gleiche gilt, wenn Sie nach Ihrer Entlassung Schwellungen in der Leistengegend feststellen.

Die eingesetzten Stents können sich wieder einengen. Das passiert meistens in den ersten Monaten nach dem Eingriff. Um den Behandlungserfolg beurteilen zu können, werden Sie etwa 3-6 Monate nach der Stent-Implantation zu einer erneuten stationären Untersuchung gebeten. Das behandelte Gefäß wird mit einer Koronarangiographie untersucht. Weißt der Stent keine Einengung auf, kann man auch längerfristig mit einem guten Verlauf rechnen. Findet sich eine erneute Einengung des Gefäßes, so kann eine Ballondilatation nötig werden.

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