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Bypass-Operation

Die Bypass-Operation gehört zu den häufigsten Herzoperationen. Mit ihr werden Durchblutungsstörungen des Herzmuskels beseitigt. Ausgelöst wird die mangelnde Blut-, Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr durch verengte Herzkranzgefäße. Bypass heißt übersetzt „Umleitung bzw. Umgehungsstraße“. Im Rahmen einer Bypass-Operation werden Umgehungskreisläufe zur Überbrückung von verengten Gefäßabschnitten angelegt. Als Gefäßbrücken fungieren eine Arterie aus der Brustwand oder Venenstücke aus dem Bein. Je nach Anzahl der benötigten Gefäßbrücken dauert eine Bypass-Operation zwischen zwei und fünf Stunden.

Was ist ein Bypass

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Wenn die Herzkranzgefäße durch Blutfettablagerungen (Plaques) verengt sind, kann der Arzt die Gefäße wieder erweitern, indem er die Plaques mit einem Ballonkatheter an die Arterienwand drückt. Eingelegte feine Drahtgeflechte (Stents) stützen die geweitete Stelle ab und tragen dazu bei, dass sie sich nicht wieder verschließt. Die Engstellen in den Herzkranzgefäßen lassen sich außerdem mit einer Arterie aus der Brustwand oder mit Venenstücken aus dem Bein überbrücken. Das bezeichnet man als Bypass-Operation. Die Bypass-Operation allein kann allerdings das erneute Verengen der Arterien nicht stoppen.

Koronare Herzkrankheit


Der Herzmuskel (Myokard) wird durch die Herzkranzgefäße (Koronararterien) durchblutet. Bilden sich in den Innenwänden der Herzkranzgefäße Ablagerungen (Plaques) aus Fett, Cholesterin und Salzen wird der Blutfluss behindert. Den von diesen Adern versorgten Herzmuskelbereichen stehen dann nicht mehr genug Sauerstoff und Nährstoffe zur Verfügung. Die Folge: eine koronare Herzkrankheit (KHK). Wird die Blutversorgung nicht sofort wieder hergestellt, verkümmern die Herzmuskelzellen und das Herzmuskelgewebe stirbt schließlich ab. Diesen Prozess nennt man Nekrose.

Arteriosklerose


Die Arteriosklerose ist der Hauptverursacher einer koronaren Herzerkrankung. Bei der Arteriosklerose verursachen Fettablagerungen (Plaques) in den Arterien sowohl eine Verengung als auch eine Verhärtung der Arterienwände. Arteriosklerose kann überall in den Arterien und ihren Verzweigungen entstehen. Meist sind zu hohe Cholesterinwerte der Auslöser für eine Arteriosklerose. Die Fette lagern sich unter der Auskleidung der Arterienwände ab und bilden die atheromatöse Plaques. Die Plaques verengen den Raum innerhalb der Arterie, der Blutfluss wird verhindert und das Gewebe nach der verengten Stelle schlechter versorgt. An den Verengungen entstehen Verwirbelungen im Blutstrom, der zu kleineren Verletzungen in den Arterienwänden führt. Um die Verletzung zu reparieren, lagern sich Blutplättchen (Thrombozyten) von innen an die Gefäßwand an und verkleben miteinander. So entsteht ein Blutpfropf, der den Schaden an der Gefäßwand verschließt. Bei größeren Blutklumpen kann eine Thrombose entstehen.

Arteriosklerose verursacht aber auch eine Verhärtung der Arterienwände. Die Arterienwände werden dicker und damit härter, weil neues Muskelgewebe in die Plaques einwächst.

Herzinfarkt


Der Herzinfarkt ist das Ergebnis einer koronaren Herzkrankheit aufgrund von Arteriosklerose und der daraus folgenden Bildung eines Thrombus (Arterienverschluss). Ein Herzinfarkt tritt auf, wenn sich eine Koronararterie plötzlich verschließt. Dadurch wird der Blutzufluss zu einem Teil des Herzmuskels abrupt unterbrochen. Dabei können Teile des Herzmuskels irreparabel beschädigt werden. Dieser Moment macht sich durch einen äußerst heftigen Schmerzanfall bemerkbar, der im Gegensatz zur Angina Pectoris nicht wieder abklingt. Die beschädigten Teile des Herzmuskels werden durch Narbengewebe ersetzt. Im Gegensatz zum lebendigen Herzmuskel ist Narbengewebe tot und kann sich nicht mehr zusammenziehen. Wenn diese Narbe nur sehr klein ist, erholt sich das gesamte Herz wieder vollständig. Wenn die Narbe jedoch sehr groß ist, schwächt sie das Herz, denn der gesunde übrig gebliebene Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, die Arbeit des abgestorbenen Herzmuskels zu übernehmen.

Angina Pectoris


Unter Angina Pectoris versteht man ein plötzlich auftretendes, schmerzhaftes Engegefühl in der Brust. Die Schmerzen in der linken Brustseite können in den linken Arm, den Unterkiefer, den Hals oder in den Oberbauch ausstrahlen.

Treten die Anfälle ausschließlich bei Anstrengungen auf, spricht man von Belastungsangina. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können die Schmerzen bereits ohne körperliche Belastung auftreten. Das bezeichnet man als Ruheangina oder instabile Angina Pectoris.

Die Angina Pectoris ist das Hauptsymptom der koronaren Herzkrankheit und tritt bei Anstrengung anfallartig auf. Die Ursache für Angina Pectoris ist die Arteriosklerose. Sie verursacht eine Gefäßverengung, die die Durchblutung in den Herzkranzgefäßen eingeschränkt. Als Auslöser für die Angina Pectoris Anfälle kommen körperliche Belastungen, schwere Mahlzeiten sowie Stress in Frage. Aber auch sinkende Temperaturen im Winter können zu einer starken Verengung der Blutgefäße führen. Das Herz muss gegen einen stärkeren Widerstand anpumpen und wird stärker belastet. Auch bei Anstrengung schlägt das Herz schneller und benötigt mehr Sauerstoff. Durch die Verengung kann dieser Mehrbedarf allerdings nicht gedeckt werden, der Muskel beginnt zu krampfen. Der Anfall legt sich in Ruhe nach 10-15 Minuten oft wieder.

Die Therapie der Angina Pectoris ist von ihrem Schweregrad abhängig. Im ersten Schritt erhalten Sie Medikamente, die den Sauerstoffbedarf Ihres Herzens verringern oder den Blutzufluss zu Ihrem Herzen verbessern. Häufig eingesetzte Medikamente bei Angina Pectoris sind:

  • Nitrate: Sie weiten die Blutgefäße und ermöglichen so eine bessere Durchblutung
  • Betablocker: Sie senken den Sauerstoffbedarf des Herzens
  • Kalziumantagonisten (Kalziumkanalblocker): Diese weiten die Gefäße, senken dadurch den Blutdruck und verbessern den Blutzufluss zum Herzen
  • Acetylsalicylsäure: Das Blut wird durch ihre Einnahme verdünnt. Die Entstehung von Blutgerinnseln wird erschwert

Hat der Arzt bei Ihnen eine Angina Pectoris diagnostiziert, können Sie einen eigenen Beitrag leisten, um den schmerzhaften Anfällen vorzubeugen. Sie sollten insbesondere achten auf:

  • eine ausgewogene Ernährung
  • Verzicht auf körperliche Anstrengungen mit hohen Spitzenbelastungen (Holz hacken, Schnee schippen)
  • angemessene sportliche Betätigungen (spazieren gehen, schwimmen)

Herzkranzgefäße


Unser Herz ist zwar nur ein faustgroßes Organ (etwa 12 cm lang und 9 cm breit) leistet dafür aber umso mehr.

Die rechte Herzkammer (Ventrikel) pumpt Blut zur Sauerstoffaufnahme in die Lungen und dann zurück in den linken Vorhof (Atrium) des Herzens. Diesen Weg bezeichnet man als Lungenkreislauf. Im Körperkreislauf pumpt die linke Herzkammer sauerstoffreiches Blut in den gesamten Körper. Das sauerstoffarme Blut gelangt über zwei große Venen dann wieder in die rechte Herzkammer. Die obere Hohlvene (blau im Bild) führt sauerstoffarmes Blut aus Kopf und Oberkörper zum Herzen. Die untere Hohlvene führt sauerstoffarmes Blut aus dem Unterkörper zum Herzen. Die Aorta (rot im Bild) ist die größte Arterie des Körpers. Sie führt sauerstoffreiches Blut zu Organen und Geweben. Die Absteigende Aorta transportiert sauerstoffreiches Blut in Unterkörper und Beine.

Um das Blut durch diese zwei Kreisläufe zu pumpen, ist die Muskelwand des Herzens (Myokard) ständig aktiv. Der Herzmuskel muss daher gut mit Sauerstoff und Energie aus dem Blut versorgt werden. Um das sicher zu stellen, hat unser Herz sein eigenes Netz von Blutgefäßen.

Zwei Arterien (Koronararterien) zweigen von der Hauptschlagader (Aorta) ab. Die linke Herzkranzarterie verzweigt sich weiter in zwei Nebenäste. Diese werden von Medizinern zu einer Einheit zusammengefasst. Daher spricht man von insgesamt 3 Koronararterien. Die Koronararterien verlaufen auf der Oberfläche des Herzens. Kleinere Verästelungen enden im Herzmuskel. Es gibt viele verbindende Blutgefäße zwischen den Koronararterien. Dadurch kann das Blut im Fall einer Blockade einer Arterie eine Alternativroute nehmen. Die Koronarvenen wiederum transportieren Abfallprodukte aus dem Herzmuskel ab.

Wann zur Bypass Operation


Eine Bypass-Operation ist nicht bei jeder koronaren Herzerkrankung]] notwendig. Die Überbrückung der Gefäßverengung durch einen Bypass kommt meistens erst dann zum Einsatz, wenn alle anderen therapeutischen Möglichkeiten nicht durchführbar sind (Bypass [[Operation Alternativen).

Eine Bypass-Operation wird nötig, wenn:

  • ein Herzinfarkt durch Gefäßverschluss droht
  • eine Drei-Gefäß-Erkrankung vorliegt. Dabei sind alle drei Hauptäste der Herzkranzgefäße von den arteriosklerotischen Verengungen betroffen, was die Sauerstoffversorgung des gesamten Herzmuskels beeinträchtigt. Operiert wird häufig aber auch, wenn zwei größere Koronararterien zu mehr als 70 Prozent durch Plaques verengt sind.
  • eine instabile Angina Pectoris vorliegt, der Hauptast der linken Herzarterie verstopft ist und das Herz bei Anstrengung nicht mehr genug Sauerstoff erhält

Abraten wird Ihnen der Arzt von einer Bypass-Operation, wenn:

  • die arteriosklerotischen Plaques nur sehr kleine Verzweigungen der Herzkranzgefäße verstopfen und das Herz es von selbst schafft, den Blutfluss durch andere Verästelungen zu leiten
  • längere Arterienabschnitte so verstopft sind, dass sie mit Bypässen nicht mehr überbrückt werden können
  • das Herz durch Narbengewebe infolge mehrere Herzinfarkte stark erweitert ist

Bevor der Arzt eine Bypass-Operation durchführt, wird er ohnehin sorgfältig prüfen, ob der Gesundheitszustand des Patienten eine Herzoperation überhaupt zulässt. Zur Vorbereitung auf die Bypass-Operation werden daher Lage und Schweregrad der Gefäßverengung bestimmt.

Bypass Operation Vorbereitung Zuletzt geändert am: 30.11.2011
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