Dysphonie

 Dysphonie

Unter einer Dysphonie versteht man eine Stimmstörung oder Stimmerkrankung mit Veränderung des Stimmklangs und Einschränkung der Stimmleistungsfähigkeit. Die Dysphonie kann durch angeborene Kehlkopfanomalien bedingt sein oder psychische Ursachen haben. Sie entsteht außerdem aufgrund von Veränderungen des Kehlkopfes oder einer Fehlfunktion des Stimmbruchs. Weiterhin kann eine Dysphonie ausgelöst werden durch Stimmüberlastungen, entzündliche Prozesse, Tumore, Verletzungen des Stimmapparates, Gewalteinwirkung oder durch längere Intubation.

Community über Dysphonie

Wir haben 2 Patienten Berichte zu der Krankheit Dysphonie.

Prozentualer Anteil 50%50%
Durchschnittliche Größe in cm160184
Durchschnittliches Gewicht in kg10083
Durchschnittliches Alter in Jahren5456
Durchschnittlicher BMIin kg/m239,0624,52

Andere Bezeichnungen für die Krankheit Dysphonie

dysphonie

Bei Dysphonie wurde bisher über folgende Medikamente berichtet:

Medikament%Bewertung (Durchschnitt)
Citalopram50% (1 Bew.)
Mydocalm50% (1 Bew.)

Bei Dysphonie wurde bisher über folgende Wirkstoffe berichtet:

Wirkstoff%Bewertung (Durchschnitt)
Citalopram50% (1 Bew.)
Tolperison50% (1 Bew.)

Fragen zur Kranheit Dysphonie

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Folgende Berichte von Patienten liegen bisher vor

Patienten Berichte über die Anwendung von Citalopram bei Dysphonie

 

Citalopram 40mg für Thrombose, Asthma, Depressionen, dysphonie mit Schlafstörungen, Hitzewallungen, Gewichtszunahme

Citalopram nehme ich jetzt seit 2 Jahren. Vor allem wegen Depressionen, Überfall in Filiale, Burn out. Hatte gar keine andere Möglichkeit. Wurde von meinem ersten Arzt auch gar nicht darüber beraten. Medikament wurde zwischenzeitlich auf 60mg erhöht. Da hatte ich dann nur noch Schlafstörungen,...

Citalopram 40mg bei Depressionen, dysphonie; Symbicort bei Asthma; Falithrom bei Thrombose

MedikamentWegen welcher KrankheitDauer der Einnahme
Citalopram 40mgDepressionen, dysphonie2 Jahre
SymbicortAsthma2 Jahre
FalithromThrombose6 Monate

Beschreibung der unerwünschten Nebenwirkung:

Citalopram nehme ich jetzt seit 2 Jahren. Vor allem wegen Depressionen, Überfall in Filiale, Burn out. Hatte gar keine andere Möglichkeit. Wurde von meinem ersten Arzt
auch gar nicht darüber beraten. Medikament wurde zwischenzeitlich auf 60mg erhöht.
Da hatte ich dann nur noch Schlafstörungen, extreme Hitzewallungen und fing an in
sehr kurzer Zeit extrem zuzunehmen. Bin dann auf meinen Wunsch hin auf 40mg reduziert worden. Komme aber von diesem ewigen "Hunger", Essgefühle ohne satt zu werden, ´nicht
weg. Wollte am Ernährungsprogramm mit Sport der Barmer teilnehmen, werde
aber mit diesem Medikament abgelehnt, da es sich negativ auf das Programm auswirkt.
Vielleicht gibt es jemanden in diesem Universum, der einem "Kugelkäfer", der sich absolut nicht mehr wohlfühlt in seiner Haut,einen guten Erfahrungstipp geben kann???

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Die Nebenwirkungen dieses Beitrags wurden wie folgt zusammengefasst:

, ,

Wirkstoffe der Medikamente:

Citalopram, Budesonid, Formoterol, Phenprocoumon

Patientendaten:

Geburtsjahr:1962 Die Nebenwirkung dauert an
Größe (cm):160 Eingetragen durch Patient
Gewicht (kg):100
Geschlecht:weiblich

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Patienten Berichte über die Anwendung von Mydocalm bei Dysphonie

 

Mydocalm für spasmodische Dysphonie mit keine Nebenwirkungen

In Eigenmedikation wählte ich Mydocalm gegen die als unheilbar geltende Krankheit spasmodische Dysphonie. Einnahme seit 2 Jahren täglich 3 x 3 Tabletten. Exzellente verlässliche Wirkung gegen die zuvor unkontrollierbare Verkrampfung der Muskeln, an denen die Stimmbänder hängen. Keine...

Mydocalm bei spasmodische Dysphonie

MedikamentWegen welcher KrankheitDauer der Einnahme
Mydocalmspasmodische Dysphonie2 Jahre

Beschreibung der unerwünschten Nebenwirkung:

In Eigenmedikation wählte ich Mydocalm gegen die als unheilbar geltende Krankheit spasmodische Dysphonie. Einnahme seit 2 Jahren täglich 3 x 3 Tabletten. Exzellente verlässliche Wirkung gegen die zuvor unkontrollierbare Verkrampfung der Muskeln, an denen die Stimmbänder hängen.
Keine bemerkenswerten Nebenwirkungen, insbesondere keinerlei Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Abhängigkeit.

Wiedererlangung der Verlässlichkeit der Stimmnutzung, ohne die sonst als einzige dauerhafte Symptombekämpfung geeignet beschriebene Botoxinjektion.

Eingetragen am  als Datensatz 71206
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Die Nebenwirkungen dieses Beitrags wurden wie folgt zusammengefasst:

Wirkstoffe der Medikamente:

Tolperison

Patientendaten:

Geburtsjahr:1960 
Größe (cm):184 Eingetragen durch Patient
Gewicht (kg):83
Geschlecht:männlich

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Weitere Bezeichnungen, die zu Dysphonie gruppiert wurden

Schlafstörungen nach Absetzen von Diazepam, spasmodische Dysphonie

Klassifikation nach ICD-10

R49.0Dysphonie

Dysphonie Krankheit / Anwendungsgebiet - Wissen

Stimmbildung


 Dysphonie

Der Kehlkopf (Larynx) liegt am Eingang unserer Luftröhre. Er besitzt ein knorpeliges Gerüst, ist mit zahlreichen Muskeln ausgestattet und im Inneren mit Schleimhaut überzogen. Der Kehlkopf enthält im unteren Drittel auch die beiden Stimmbänder.

Die Stimmbänder (Stimmlippen) bestehen aus elastischen, von einer dünnen Schleimhaut überzogenen Fasern. Am vorderen Ende sind sie miteinander verbunden, am hinteren Ende jedes Stimmbands befindet sich ein Knorpel, der durch die Kehlkopfmuskeln bewegt wird. Dadurch kann die in der Mitte der beiden Stimmbänder gelegene spalt- bis dreieckförmige Öffnung (Stimmritze) verengt oder erweitert werden. Beim normalen Atmen stehen die Stimmbänder V-förmig auseinander, die Stimmritze ist dadurch weit gestellt, damit wir genug Luft in die Luftröhre bekommen. Eine Engstellung der Stimmritze durch Annäherung der beiden Stimmbänder ermöglicht die Stimmbildung. Töne werden durch Atemluft erzeugt, die von unten die Stimmritze passiert und die Stimmbänder zum Vibrieren bzw. Schwingen bringt. Stimmhöhe und Stimmklang werden durch die Länge der Stimmbänder (je gespannter die Stimmbänder sind, desto höher wird der erzeugte Ton), die Weite der Stimmritze und durch wellenförmige Eigenschwingungen des Stimmbandmuskels verändert.

Das man überhaupt etwas sagen kann und ob das Gesagte einen Sinn ergibt, dafür ist unser Gehirn zuständig. Die beiden Hauptzentren der Sprache befinden sich in der linken Hirnhälfte und heißen Wernicke-Region und Broca-Areal. In der Wernicke-Region wird die Bedeutung von Worten und Sätzen verarbeitet, das Broca-Areal ist für die Sprachproduktion zuständig. Liegt durch einen Schlaganfall oder einen Gehirntumor eine Schädigung des Broca-Areals vor, sprechen die Betroffenen gestammelt und im Telegramm-Stil. Doch ihre Sätze sind sinnvoll und sie verstehen auch alles. Patienten mit Schäden in der Wernicke-Region reden hingegen wie ein Wasserfall, aber das alles macht keinen Sinn und hat wenig damit zu tun, was sie ihrer Umgebung eigentlich mitteilen möchten.

Arten der Dysphonie


Dysphonie

Anders als bei der sogenannten Aphasie, bei der durch einen Schlaganfall oder einen Hirntumor die Sprachzentren der linken Hirnhälfte beschädigt werden, ist bei der Dysphonie das Gehirn nicht betroffen. Denn die Dysphonie ist eine Stimmstörung, bei der ausschließlich die Leistungsfähigkeit der Stimme eingeschränkt ist. Daraus resultiert eine vorübergehende oder anhaltende Veränderung des Stimmklangs. Je nachdem, was die Ursache der Beschwerden ist, unterscheidet man verschiedene Arten der Dysphonie:

Zentrale Dysphonie: Hierbei handelt es sich um eine Stimmlippenlähmung (Lähmung der Stimmbänder). Das passiert, wenn die versorgenden Nerven verletzt werden. Das gelähmte Stimmband liegt dann in einer Stellung still oder kann nur eingeschränkt bewegt werden. Es schließt nicht beim Sprechen und öffnet nicht beim Einatmen. Je nachdem, welcher Nerv bei dieser Art der Dysphonie betroffen ist, in welcher Stellung sich die Stimmbänder befinden und ob die Lähmung einseitig oder beidseitig auftritt, resultieren verschiedene Symptome und Beschwerdegrade.

Liegt durch die Lähmung das Stimmband still, kann kein vollständiger Verschluss der Stimmritze mehr erfolgen. Die Stimme klingt behaucht und kraftlos. Zusätzlich erhöht sich der Luftverbrauch beim Sprechen. Liegen beide Seiten auseinander, können Probleme auch beim Schlucken auftreten, vor allem beim Trinken. Die Atmung ist in der Regel wenig beeinträchtigt, da die Stimmritze weit genug geöffnet ist. Liegt bei dieser Art von Dysphonie hingegen ein gelähmtes Stimmband nahe zur Mitte, ist die Stimme nur leicht behaucht, da die nicht gelähmte Seite die Stimmritze notdürftig schließen kann. Bei beidseitigem Ausfall der Stimmbänder und Stillstand nahe zueinander, kommt es zu einer hochgradigen Atemnot, da die Stimmritze eng ist.

Viele Erkrankungen kommen als Ursache für eine Stimmlippenlähmung beziehungsweise zentrale Dysphonie in Frage. Der häufigste Grund ist eine Nervenverletzung im Rahmen einer Operation im Bereich des oberen Brustkorbes. Vor allem bei einer Schilddrüsenoperation kann der untere Kehlkopfnerv leicht gezerrt oder sehr selten durchtrennt werden, da er direkt im Operationsgebiet liegt. Aber auch bei Operationen am Herzen, der oberen Speiseröhre oder an Gefäßen, die in dieser Region liegen, kann es zu einer unbeabsichtigten Verletzung der beiden Nerven kommen. Weitere häufige Ursachen für eine Stimmlippenlähmung sind bösartige Tumore, vor allem der Speiseröhre, Bronchien und Schilddrüse. Verschiedene Herzerkrankungen, die mit einer Vergrößerung des linken Herzvorhofes einhergehen oder eine massiv vergrößerte Schilddrüse können den Nerv verdrängen und dadurch schädigen. Die Nerven selbst können auch durch eine fortgeschrittene Zuckerkrankheit (Diabetes) oder eine Behandlung mit nervenschädigenden Medikamenten (zum Beispiel bestimmte Chemotherapeutika) geschädigt werden oder auch durch eine primäre Erkrankung des Nervensystems wie zum Beispiel Multiple Sklerose. Zudem kommen virale Infektionserkrankungen als Auslöser der zentralen Dysphonie in Frage.

Dysphonie bei Erkrankungen des Kehlkopfes: Das kann zum Beispiel auftreten bei Laryngitis oder bei Stimmlippenknötchen. Stimmlippenknötchen sind gutartige Verdickungen an den beiden Stimmbändern. Sie entstehen, wenn die Stimmbänder dauerhaft überlastet werden, beispielsweise durch Berufe wie Sänger, Sprecher, Lehrer, aber auch bei Kindern, die permanent schreien (Schreiknötchen). Bei einer Laryngitis (Kehlkopfentzündung) ist die Kehlkopfschleimhaut durch Virusinfektionen der oberen Luftwege entzündet. Die Stimmbänder sind gerötet und schwellen an. Das Sprechen fällt dadurch schwer, die Stimme klingt bei dieser Art Dysphonie rau.

Funktionelle Dysphonie: Sie tritt auf ohne organische Veränderungen des Stimmapparates. Dessen Funktion ist dennoch gestört, weil die Stimme überbelastet wurde oder ein Ungleichgewicht zwischen Haltung, Körperspannung, Atmung, Kehlkopfmuskulatur und Artikulation besteht. Man unterscheidet die hypofunktionelle Dysphonie und die hyperfunktionelle Dysphonie. Die hypofunktionelle Dysphonie ist gekennzeichnet durch eine Schwäche der inneren und äußeren Kehlkopfmuskeln. Der Zusammenschluss der Stimmbänder ist dadurch unvollständig, die Stimme belegt, leise und ermüdet schnell. Die Ursachen für die hypofunktionelle Dysphonie ist ein geschwächter Allgemeinzustand durch eine Grunderkrankung. Bei der hyperfunktionellen Dysphonie, die vor allem bei Menschen in Sprechberufen vorkommt, sind die Kehlkopfmuskeln und die Atemmuskulatur einer dauernden Belastung ausgesetzt. Dadurch erschlafft die Stmmlippenmuskulatur, Stimmlippenknötchen, Ödeme, Polypen können entstehen. Der Stimmklang ist meist rau, gepresst, knarrend. Nach längerer Stimmbelastung kommt es zu Stimmermüdung und vermehrter Heiserkeit. Die Taschenfaltenstimme ist eine Extremform der hyperfunktionellen Dysphonie. Die Stimme wird hier nicht mit den Stimmlippen gebildet, sondern mit Hautfalten, die oberhalb des Kehlkopfes sitzen. Durch übermäßig starke muskuläre Spannung mit hohem Anblasedruck der Atemluft werden die Taschenfalten zusammengepresst. Die Stimme klingt dabei hochgradig heiser und gepresst, die Sprechstimmlage ist erhöht, oft kommt es zu Schmerzen im seitlichen Halsbereich.

Psychogene Dsyphonie: Sie entsteht durch ein akutes oder chronisches seelisches Problem. Die Stimme ist ein Teil unserer Persönlichkeit und daher stark von unserer inneren Befindlichkeit abhängig. Über die Stimme teilen wir uns mit, an der Stimme können wir hören, in welcher Gefühlslage sich ein Mitmensch gerade befindet. Bei der psychogenen Dysphonie versagt die Stimme als Ausdruck eines seelischen Ungleichgewichts.

Dysplastische Dysphonie: Sie zeigt sich bei Formanomalien des Kehlkopfes, beispielsweise bei Hypoplasie (genetisch bedingter Unterentwicklung) des Kehlkopfes oder einer Furche auf den Stimmbändern (Sulcus glottidis). Diese Formfehler erschweren die Stimmbildung, Heiserkeit tritt auf, das Sprechen strengt an.

Endokrin bedingte Dysphonie: Diese Art der Dysphonie tritt auf bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und nach einer Hormontherapie.

Traumatische Dysphonie: Hierbei handelt es sich um eine Dysphonie nach Gewalteinwirkung auf den Kehlkopf oder nach längerer Intubation.

Mutationsstimmstörungen: Mit Einsetzen der Keimdrüsentätigkeit während der Pubertät sinkt die Sprechstimmlage bei Jungen um eine Oktave, bei Mädchen um eine Terz. Bei einer Mutationsstimmstörung ist dieser natürliche Stimmwechsel gestört. Es kann sein, dass die Stimme sich weiter erhöht, statt abzusinken, dass sie nur unvollständig sinkt oder zu tief, dass der Stimmwechsel zu spät oder zu früh einsetzt oder zu lange dauert. Mutationsstimmstörungen zeigen sich in Form von Rötung und Schwellung der Stimmbänder.

Spasmodische Dysphonie: Bei der spasmodischen Dysphonie (SD), in der Vergangenheit auch als spastischen Dysphonie bezeichnet, kommt es in der Atem- und Stimm-Muskulatur zu spastischen Verkrampfungen. Es entsteht eine gepresste, hohe Stimme, die schnell wieder abbricht. Die Symptomatik verstärkt sich bei Stress, aber beim Singen ist sie nicht mehr nachweisbar. Als Ursachen für diese sehr seltene Dysphonie werden Störungen der Botenstoffe zwischen den Nerven (Neurotransmitter) im extrapyramidalen System diskutiert. Das extrapyramidale System liegt vor allem in Nervenbahnen, die im Rückenmark als Vorderseitenstrang verlaufen. Das extrapyramidale System dient unserer Motorik und steuert unter anderem Muskeltonus, Koordination und Ausmaß der Bewegungen.

Dysphonie Ursachen


Dysphonie

Eine Dysphonie kann sich nach einem Infekt der oberen Luftwege oder nach einer Kehlkopfentzündung entwickeln. Letzteres vor allem dann, wenn trotz Heiserkeit weiter viel gesprochen wird. Dysphonie kann nicht nur nach starker Stimmbelastung entstehen, sondern auch durch traumatische Erlebnisse, anhaltenden psychischen Stressbelastungen (privater und beruflicher Natur) sowie durch erworbene oder angeborene Funktionsstörungen des Kehlkopfes und der Stimmbänder. Die Ursachen der Dysphonie lassen sich je nach Beschwerdebild in folgende Gruppen einteilen:

Funktionelle Dysphonie: Wenn organisch kein Grund für eine Stimmstörung vorliegt, können die Ursachen sein:

  • Stimmüberbelastung
  • Chronische Erkrankungen des Atemapparates
  • Stress, Überlastung, Konfliktsituationen, Krisen
  • Allergien
  • Schwache Kehlkopfkonstitution

Organische Dysphonie: Störungen der Stimme, die auf organische Veränderungen im Kehlkopf oder an den Stimmbändern zurückzuführen sind, entstehen durch:

  • Lähmungen der Stimmlippen
  • Entzündliche Prozesse
  • Tumore
  • Verletzungen des Stimmapparates
  • Intubationsschäden

Mutationsstimmstörungen: Störungen im natürlichen Stimmwechsel während der Pubertät werden ausgelöst durch:

  • Hormonelle Ursachen
  • Kehlkopfasymmetrien
  • Häufige Entzündungen im HNO-Bereich

Dysphonie Symptome


Dysphonie

Eine Dysphonie macht sich durch Heiserkeit, eine raue, belegte oder behauchte Stimme bemerkbar. Hinzu kommen Räusperzwang, Atemstörungen, Engegefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Fremdkörpergefühl im Hals.

Eventuell tritt auch Aphonie auf. Die Aphonie ist eine Stimmerkrankung, bei der der Betroffene nur noch flüstern kann, die Stimme ist vollkommen tonlos. Das alles kann sich bis zum kompletten Stimmverlust steigern. Die Ursachen einer Aphonie sind psychische Konfliktsituationen oder seelische Traumata, beispielsweise ein Schock durch einen Todesfall in der Familie. Seltener sind virale Infekte und als Folge eine Entzündung des Kehlkopfes die Ursache für den Stimmverlust. Begleitet wird die Aphonie von klangvollem Husten und Räuspern, Verspannungen im Schulter-Nackenbereich sowie Kopfschmerzen.

Bestehen die Beschwerden einer Dysphonie länger als 10 Tage, sollten Sie unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen. Der wird Sie eventuell an einen Phoniater (Facharzt für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen) weiterverweisen.

Dysphonie Diagnose


Dysphonie

Nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), bei dem Sie Art, Dauer und Besonderheiten Ihrer Beschwerden schildern, folgt eine Untersuchung des Mund- und Rachenraumes. Kann eine Infektion mit Erkältungs- oder Grippeviren als Ursache der Dysphonie ausgeschlossen werden, sind weitere Untersuchungen sowie eine Blutentnahme notwendig. Wichtig ist, dem behandelnden Arzt unbedingt mitzuteilen, ob Allergien bestehen, Sie häufig unter HNO-Erkrankungen leiden, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion haben oder ob Sie gerade unter extremen psychischen Druck stehen.

Dysphonia Severity Index


Mit dem Dysphonia Severity Index (DSI) wird die Stimmqualität bestimmt und der Schweregrad einer Dysphonie beurteilt. Der DSI wird rechnerisch ermittelt Die erhaltenen Werte liegen zwischen -5 (sehr heiser) und +5 (sehr gut).

Laryngoskopie


Um Gewebeveränderungen im Kehlkopf oder an den Stimmbändern (Stimmlippen) zu erkennen, die für die Dysphonie verantwortlich sein könnten, führt der Arzt eine Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) durch. Vier verschiedene Methoden kommen dabei zum Einsatz:

Indirekte Laryngoskopie mit einem Spiegel: Bei der indirekten Kehlkopfspiegelung mit einem Kehlkopfspiegel (Laryngoskop) öffnet der Patient den Mund und streckt die Zunge heraus. Der Arzt hält dann die Zunge mit einer Hand/einem Spatel vorsichtig fest. Mit der anderen Hand schiebt er einen kleinen abgewinkelten Spiegel hinter die Zunge. Im Spiegel zeigt sich das Bild des Kehlkopfes und kann vom Arzt betrachtet werden.

Lupenlaryngoskopie: Bei der Lupenlaryngoskopie wird ein kleiner Metallstab mit Lichtquelle und Optik in die Mundhöhle bis zur Rachenhinterwand vorgeschoben. Mit diesem Lupenlaryngoskop schaut der Arzt dann nach unten und kann so den Kehlkopf einsehen. Die Lupe erlaubt eine bessere, weil vergrößerte, Sicht als die Laryngoskopie mit einem Spiegel.

Rhinopharyngo-Laryngoskopie: Hierbei wird ein beweglicher, dünner Endoskopschlauch durch die Nase und den Rachen bis in den Kehlkopf geschoben. Der Endoskopschlauch ist mit einer speziellen Optik ausgestattet, so dass der Arzt den Kehlkopf direkt betrachten kann.

Direkte Mikrolaryngoskopie: Bei dieser Methode wird der Patient narkotisiert und liegt mit überstrecktem Kopf auf der Untersuchungsliege. Der Arzt führt ein hohles Metallrohr, dem ein Mikroskop vorgeschaltet ist, bis vor die Stimmbänder ein. So ist eine direkte Einsicht bei Vergrößerung möglich. Mit speziellen Instrumenten können auch Operationen im Kehlkopf (Entfernung von Polypen oder Tumoren) durchgeführt werden sowie Gewebeproben entnommen werden.

Stroboskopie


Auch ein verändertes oder fehlerhaftes Schwingungsverhalten der beiden Stimmbänder (Stimmlippen) kann eine Dysphonie auslösen. Da die feinen Schwingungen mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, werden sie bei einer Untersuchung mit Videoaufzeichnung (Stroboskopie) als Wellenbewegung sichtbar gemacht.

Hierbei wird Ihr Rachen mit einem Sprühanästhetikum örtlich betäubt. Durch den weit geöffneten Mund schiebt der Arzt dann ein Endoskop mit Vergrößerungsoptik (Lupen-Stroboskop) bis vor die Stimmbänder. Danach werden Sie gebeten, einen möglichst langen, gleichbleibenden Ton zu singen, zum Beispiel ein „Aaaaaaaaaa.“ Über eine Blitzlichtquelle wird dabei Licht mit wechselnden Frequenzen auf die Stimmbänder geblitzt. Auf diese Weise entsteht eine Art Zeitlupenaufnahme jeder einzelnen Schwingung der beiden Stimmbänder. Anhand der Symmetrie zwischen den beiden Stimmbändern, der Regelmäßigkeit der Wellenbewegungen und deren Auslenkung (Amplitude) lassen sich dann Störungen in der Funktion der Stimmbänder feststellen. Auch tiefer liegende Entzündungen der Stimmbänder oder die Einwachstiefe gut- oder bösartiger Veränderungen der Stimmbänder lassen sich mit der Stroboskopie diagnostizieren. Je tiefer die Veränderungen ins Gewebe eingewachsen sind, desto stärker wird die Wellenbewegung gestört.

Dysphonie Therapie


Dysphonie

Je nach Ursache und Ausmaß der Beschwerden, kommen bei Dysphonie unterschiedliche Therapien zum Einsatz. An erster Stelle steht die Behandlung der Grunderkrankung. Bei hormonellen Stimmstörungen wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wird eine medikamentöse Behandlung nötig sein. Bei einer rein psychogenen Dysphonie kann eine psychotherapeutische Behandlung erfolgen. Begleitend dazu kann bei psychogener Dysphonie die logopädische Therapie hilfreich sein. Stimmschulungen, Stimmaufbau und Sprach- sowie Atemtechnik können auch für andere Arten der Dysphonie ein wichtiger Baustein der Therapie sein.

Bitte beachten Sie bei Heiserkeit: Ständiges Räuspern verstärkt die Beschwerden, denn dadurch reiben die Schleimhäute aufeinander. Auch Flüstern schade mehr als es nützt. Die Stimmbänder müssen zum Flüstern nämlich viel mehr Kraft aufwenden als beim normalen Sprechen. Bei Stimmüberlastung und Dysphonie bei Virus- Infekten gilt daher: Wenig sprechen, viel trinken (Wasser, Kräutertee, keinen Alkohol), Tabakrauch meiden und auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen achten. Wichtig ist auch, Stress abzubauen. Bei Atemnot oder Kurzatmigkeit ist körperliche Überanstrengung zu vermeiden.

Hausmittel


Gurgeln mit Salzwasser oder Salbeitee lindert die Heiserkeit, die keine organischen Ursachen hat. Ein Kamillenblüten-Dampfbad zum Inhalieren befeuchtet hier die gereizten Schleimhäute. Die Inhaltsstoffe der getrockneten Kamillenblüten wirken entzündungshemmend.
Für alle, die beruflich ihre Stimme stark beanspruchen müssen, sind Pastillen oder Bonbons mit Salbei eine Wohltat. Gönnen Sie Ihrer Stimme regelmäßige Pausen, in denen sie sich wieder erholen kann.

Alternative Heilmethoden


Wichtig bei der Behandlung einer funktionellen Dysphonie ist, die Blockaden aufzuspüren, die die Stimmveränderungen auslösen. Dies können körperliche Blockaden sein, Stress oder seelische Belastungen. Manuelle Techniken wie zum Beispiel Eutonie, Feldenkrais, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen können helfen, die ungünstige Ausgangslage für die Stimme zu verändern und die Dysphonie zu mildern und zu beseitigen.

Operation


Verursachen Stimmlippenknötchen, Polypen oder Tumore die Dysphonie, müssen diese in einer Operation entfernt werden. Bei Fehlbildungen oder Kehlkopflähmungen wird das geschädigte Stimmband gefestigt und ausgerichtet. Durch eine Verlagerung der gelähmten Stimmlippe in die Mitte wird wieder ein vollständiger Stimmritzenverschluss möglich und damit eine deutliche Verbesserung der Stimme. Sind beide Stimmbänder in Mittelstellung gelähmt, können die Stimmbänder operativ nach außen gezogen werden. So wird ein Spalt erhalten und die Atemfunktion verbessert. Die Stimmfunktion ist danach allerdings vermindert.

Logopädische Therapie


Ziel der logopädischen Therapie bei Dysphonie ist die Wiederherstellung einer guten Stimmführung. Wichtig ist, dass die Menschen mit Dysphonie lernen, die Übungen aus der logopädischen Therapie situationsangepasst in ihren Alltag einzubauen. Bis das im Einzelfall geschafft ist, dauert es je nach Beschwerdebild und Persönlichkeit, unterschiedlich lange.

Logopädische Therapieverfahren werden eingesetzt bei funktionellen Stimmstörungen, aber auch bei der Rehabilitation organischer Dysphonien nach operativen Eingriffen. Die individuell auf den Patienten mit Dysphonie abgestimmten Therapien beinhalten in der Regel Hörübungen und Übungen zur Schulung der Körperwahrnehmung, Lockerungs- und Entspannungsübungen, Atemübungen, Summübungen und Resonanzübungen. Außerdem helfen Sprechtraining und eine verbesserte Sprechtechnik, Stimmüberlastungen vorzubeugen und geschädigte Stimmbänder, soweit es möglich ist, wieder funktionsfähig zu machen.

Bei organischer Dysphonie müssen häufig vor Beginn der logopädischen Behandlung Operationen an Kehlkopf oder Stimmbändern erfolgen.
Bei Stimmlippenlähmung richtet sich die logopädische Therapie nach dem Beschwerdebild. Ja nachdem ob die Stimme oder der Atem im Vordergrund stehen, ist die logopädische Therapie auf Verbesserung der Atemsituation oder auf Verbesserung der Stimmfunktion ausgerichtet. Bei einseitiger Stimmlippenlähmung ist es das Ziel, eine Kompensation der Lähmung durch das gesunde, noch bewegliche Stimmband zu erreichen.

Bei der logopädischen Therapie von Mutationsstimmstörungen soll die Bruststimme hervor gelockt und ausgebaut werden. Dazu muss beim Jugendlichen zunächst allerdings die psychische Bereitschaft zu stimmlichen Veränderungen geschaffen werden, damit ein dauerhafter Erfolg der Therapie gewährleistet werden kann. Je nach individueller Problematik kann eine Beratung ausreichend sein oder es wird eine Begleitung in größeren Therapieabständen bzw. eine dauerhafte Therapie notwendig. Wichtig ist es auch, immer das soziale Umfeld (Eltern, Geschwister, Vertrauenspersonen) des behandlungsbedürftigen Jugendlichen mit Mutationsstimmstörung mit in die Therapie einzubeziehen.

Dysphonie Prognose


Dysphonie

Die Prognose bei einer Dysphonie ist stark abhängig von den auslösenden Faktoren. Stimm- und/oder Atemübungen können die funktionelle Dysphonie oft beheben, eine logopädische Therapie zeigt aber auch bei der Nachbehandlung von Operationen an Stimmbändern und Kehlkopf gute Erfolge. Bei Dysphonien im Rahmen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts verschwindet die Stimmstörung von selbst wieder. Bei Stimmlippenlähmung ist die Prognose abhängig von der Schwere der Beschwerden. Bei einseitigen Lähmungen in mittlerer Stimmbandstellung kann nach logopädischer Therapie meist ein zufriedenstellender Stimmklang erreicht werden. Sind beide Stimmbänder gelähmt, ist auch nach einer Operation die Stimmfunktion vermindert.

Quellen


Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 2007
Redaktion/Bieni
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