Krankheit / Anwendungsgebiet - Wissen
Empfängnisverhütung
Schwangerschaftsabbruch

Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ist für Frauen in Deutschland ein Schwangerschaftsabbruch ohne strafrechtliche Verfolgung erlaubt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie sich vorher in einer anerkannten Stelle ausführlich beraten lassen und frühestens drei Tage nach diesem Beratungsgespräch den Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt durchführen lassen. Nach einer Vergewaltigung oder bei einer medizinischen Notwendigkeit für einen Schwangerschaftsabbruch gelten andere Regeln, über die der Arzt im Einzelfall im Rahmen der gesetzlichen und medizinischen Vorgaben entscheiden muss.
Schwangerschaftsnachweis
Um eine Schwangerschaft nachweisen zu können, können Sie sich bestimmter Selbsttests bedienen. Der gängigste Schwangerschaftstest ist der Urintest. Hierbei werden Teststreifen in den morgendlichen Urinstrahl gehalten. Sie zeigen anhand einer Farbveränderung an, dass das Hormon Beta-HCG im Urin vorhanden ist. Dieses Hormon wird von der befruchteten Eizelle gebildet. Der Urintest führt frühestens 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle zu einem zu 95 Prozent sicheren Ergebnis. Ist der Test trotz erwarteter Schwangerschaft negativ, kann es sein, dass noch nicht ausreichend Beta-HCG gebildet wurde. Sie sollten den Test wiederholen oder beim Arzt einen labormedizinischen Urintest machen lassen. Der Frauenarzt führt zum Schwangerschaftsnachweis außerdem einen Bluttest durch. Hier kann 9 Tage nach der Befruchtung im Blutserum das Hormon Beta-HCG nachgewiesen werden. Durch eine Ultraschalluntersuchung kann eine Schwangerschaft ungefähr ab der sechsten Schwangerschaftswoche vom Frauenarzt festgestellt werden.
Schwangerschaft trotz Pille
Die Fruchtbarkeit wird auch nach langjähriger Einnahme der Antibabypille nicht beeinträchtigt. Da Hormone und deren Abbauprodukte allerdings in die Muttermilch übergehen und Östrogene die Milchproduktion hemmen, sollten stillende Mütter bei der hormonellen Verhütung auf die Minipille zurückgreifen. Denn sie enthält nur eine niedrig dosierte Gestagenkomponente. Erwarten Sie nicht, sofort nach Absetzen eines Verhütungsmittels schwanger zu werden. Oft kann das bis zu einem Jahr dauern.
Wenn Sie schwanger werden wollen, sollten Sie unbedingt ein Folsäure-Präparat einnehmen. Das Vitamin Folsäure ist wichtig für die gesunde Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Da empfängnisverhütende Hormone aber die Konzentration an Folsäuren im Blut verringern, ist schon vor Beginn der Schwangerschaft wichtig, dem Körper das Vitamin wieder zuzuführen.
Haben Sie nicht bemerkt, dass Sie schwanger sind und demzufolge die Pille weiter eingenommen, besteht in den ersten Wochen kein Grund zur Sorge. Haben Sie die Pille allerdings länger als zwei Monate nach Ausbleiben der Menses genommen, sollten Sie das Mittel sofort absetzen und Rücksprache mit Ihrem Arzt halten!
Abtreibungspille
Innerhalb von 49 Tagen nach Beginn der letzten Menstruationsblutung kann mit der Abtreibungspille eine Schwangerschaft ohne chirurgischen Eingriff beendet werden. Das Präparat wird nur an zugelassene Kliniken und Arztpraxen ausgeliefert, die berechtigt sind, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen. Es ist also nicht auf Rezept über Apotheken erhältlich. Allerdings zieht sich der Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille über mehrere Tage hin, ist mit starken Blutungen verbunden und wird dadurch auch seelisch noch belastender als er ohnehin schon ist. Der Wirkstoff Mifepriston der Abtreibungspille verhindert, dass das Schwangerschaftshormon Progesteron wirken kann. Die Folge: Der Embryo wird während einer Blutung ausgestoßen.
Absaugen
Wenn die Schwangerschaft nicht älter als zwölf Wochen ist, wird unter Narkose der Muttermund gedehnt und eine Kunststoffkanüle in die Gebärmutter eingeführt. Eine Saugpumpe, die mit der Kanüle verbunden ist, entfernt die Schleimhaut aus der Gebärmutter.