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Empfängnisverhütung

Verhütungsmethoden


schwanger werden

Nicht schwanger werden - bei dieser Entscheidung zur Familienplanung und bei der Wahl der geeigneten Verhütungsmethode sollten viele Faktoren berücksichtigt werden. Die sichersten Verhütungsmethoden (Sterilisation, Implantat, Antibabypille, Verhütungsring, Verhütungspflaster, IUP) greifen am stärksten in den Körper ein. Stellen Sie sich auch die Frage: Wollen Sie möglichst bald nach dem Absetzen der Methode schwanger werden? Die natürlichen Verhütungsmethoden sind in dieser Hinsicht am günstigsten. Unbedingt berücksichtigt werden muss auch, wie geregelt das Alltagsleben ist. Die Pille ist nur dann sicher, wenn sie verlässlich eingenommen wird. Als Maß für die Sicherheit der Verhütungsmethode dient der Pearl-Index.

Pearl Index


Dieser Wert gibt an, wie oft bei 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode ungewollt schwanger werden. Je niedriger diese Zahl ist, desto zuverlässiger ist die Verhütungsmethode. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr hat der Pearl-Index den Wert 60-80.

Chemische Verhütungsmethoden


Chemische Verhütungsmittel werden etwa 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in Form von Gels, Salben, Zäpfchen, Schaum oder Sprays direkt in die Vagina eingeführt. Dort bilden sie einen festen Schaum, der einmalig die Samenzellen abtötet bzw. ihr Eindringen in die Gebärmutter verhindert. Chemische Verhütungsmethoden (Pearl-Index 3-21) garantieren jedoch nur ausreichend Schutz, wenn sie gemeinsam mit Kondom, IUP oder Diaphragma zum Einsatz kommen. Vorsicht vor möglichen Wechselwirkungen der Materialien!

Hormonelle Verhütungsmethoden


Diese Kontrazeptiva bestehen aus künstlich hergestellten Hormonen, die genauso wie die körpereigenen Hormone Östrogen und Gestagen wirken. Durch hormonelle Verhütungsmethoden soll der Eisprung verhindert werden, dem Körper wird eine Schwangerschaft vorgegaukelt. Diese zusätzlichen Hormongaben bewirken allerdings auch, dass das Blut eine höhere Gerinnungsneigung bekommt, schneller verklumpt und sich seine Fließgeschwindigkeit verringert. Das Thrombose-Risiko steigt. Vorsicht ist in den Sommermonaten bei großer Hitze geboten. Lagern Sie hormonelle Verhütungsmittel und auch Kondome niemals über 30 Grad, sonst geht der Schutz verloren. Im Krankheitsfall kann die Sicherheit ebenfalls eingeschränkt sein, vor allem bei Erbrechen und Durchfall.

Antibabypille


Die Antibabypille (Pearl-Index 0,1-0,9) ist bei vielen Frauen die erste Wahl. Sie ist jedoch nur dann sicher, wenn sie verlässlich eingenommen wird. In ihr sind die beiden weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gestagen enthalten.

Mikropille


Speziell jüngere Frauen bevorzugen die Mikropille (Pearl-Index 0,1-0,9). Sie enthält eine geringere Menge an Östrogen und Gestagen und ist meistens auch besser verträglich als die Antibabypille. Der Pearl-Index ist bei beiden Verhütungsmethoden identisch. Die Hormone der Mikropille verhindern das Freisetzen von Eizellen (Ovulation) und beeinflussen die Schleimschicht am Gebärmuttereingang. Eine Barriere für die Samenzellen entsteht. Außerdem hat die Mikropille noch einige Zusatznutzen, beispielsweise lindert sie Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus oder sorgt dafür, dass Blutungsstärke und –Dauer abnehmen.

Minipille


Bei der Minipille (Pearl-Index 0,5-3) kommt nur Gestagen zum Einsatz. Es verdickt den Muttermundschleim, so dass er für Samenzellen undurchlässig wird. Außerdem wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Minipillen verhindern allerdings nicht den Eisprung – eine Befruchtung ist also theoretisch möglich. Es ist daher extrem wichtig, dass das Präparat zeitlich exakt eingenommen wird. Eine Differenz von nur drei Stunden kann die Wirkung verhindern!

Pille danach


Die „Pille danach“ ist ein hoch dosiertes Hormonpräparat aus einem Gestagen. Sie ist nicht zur dauerhaften Empfängnisverhütung bestimmt, sondern nur für den einmaligen Gebrauch nach Notfällen. Sie verhindert keine Empfängnis, wohl aber eine Schwangerschaft. Denn die hohe Dosis Gestagen stört den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Während der fruchtbaren Tage ist es am wahrscheinlichsten, dass nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft eintritt. Die „Pille danach“ verhindert eine Schwangerschaft umso besser, je früher sie angewandt wird. Spätestens sollte sie bis zum dritten Tag nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden. Die Anwendung dieser Notfallpille kann der Frau einen Schwangerschaftsabbruch ersparen.

Drei Monats Spritze


Bei dieser hormonellen Verhütungsmethode (Pearl-Index 0,2-1,4) wird alle drei Monate ein Gestagen haltiges Verhütungsmittel in den Gesäß- oder Oberarmmuskel der Frau injiziert. Von dort gelangt es über das Blut in die Gebärmutter und Eierstöcke. Der Eisprung wird verhindert und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindert.

Implantat


Auch das Implantat (Pearl-Index 0-0,008) gehört zur hormonellen Kontrazeption. Es handelt es sich um ein Stäbchen, das vom Arzt in den Oberarm eingepflanzt wird und von dort über einen Zeitraum von drei Jahren kontinuierlich ein Gestagen abgibt. Das Hormon verhindert den Eisprung und verändert den Schleimpfropf im Muttermund, so dass ihn die Spermien nicht mehr durchdringen können.

IUP


Diese Abkürzung steht für Intrauterinpessare. Bei diesen hormonellen Kontrazeptiva, auch „Spirale“ genannt, werden vom Arzt drei bis fünf Zentimeter große Kunstoffgebilde in die Gebärmutter eingelegt. Die Gebärmutterschleimhaut reagiert mit einer Art Entzündung auf den Fremdkörper IUP, so dass sich die Eizelle nicht einnisten kann. Ein anderes Wirkprinzip ist die Abgabe von Kupferionen über einen Kupferdraht an der Spirale oder die Abgabe von Hormonen, die die Zusammensetzung der Sekrete in der Gebärmutter und den Eileitern so verändern, dass sich die Spermien nicht mehr so gut bewegen können. Durch die zugeführten Hormone kann auch der Schleimpfropf am Gebärmuttermund verfestigt werden, so dass ihn die Spermien nur schwer durchdringen können. Der Pearl-Index beträgt für das IUP 0,8-6.

Vaginalring


Dieser Hormonring mit Östrogen und Gestagen wird in die Scheide eingesetzt und vor den Muttermund platziert. Dort verbleibt er für 3 Wochen. Hier werden fortwährend Hormone abgegeben, die den Eisprung verhindern. Der Vaginalring (Pearl-Index 0,25-1,8) besteht aus einem medizinischen Kunststoff und wird wie ein Tampon eingeführt. Um die Sicherheit zu garantieren sollte der Ring 21 Tage ununterbrochen getragen werden und vor Einsetzen eines neuen Vaginalrings sollte sieben Tage gewartet werden.

Verhütungspflaster


Hier werden die Hormone mit einem Pflaster auf die Haut aufgebracht. Von dort gelangen sie in die Blutbahn. Während jedes Menstruationszyklus müssen nacheinander 3 Pflaster auf eine saubere, trockene, unbehandelte Hautstelle geklebt werden, damit eine sichere Verhütung garantiert ist. Der Pearl-Index des Verhütungspflasters beträgt 0,7-0,9.

Hormonelle Verhütung und Depression


Hormonelle Verhütungsmittel können Depressionen verursachen. Sollten Sie also bemerken, dass Sie morgens unter Stimmungstiefs leiden, ständig müde sind, lustlos und keine Freude mehr empfinden können, dann sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt und lassen sich über andere Verhütungsmethoden beraten. Wenn Sie bereits unter einer depressiven Erkrankung leiden, sollten Sie das Ihrem Frauenarzt ebenfalls nicht verschweigen!

Mechanische Verhütungsmethoden


schwanger werden

Unter mechanischer Kontrazeption versteht man Verhütungsmethoden ohne Hormone, mit denen das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter oder das Einnisten der befruchteten Eizelle verhindert wird.

Diaphragma


Das Scheidenpessar besteht aus einer dünnen, elastischen Membran aus Latex oder Silikon. Seine Größe wird vom Frauenarzt individuell ausgemessen. Es sollte vor dem Gebärmuttereingang sitzen und das Eindringen der Spermien in den Uterus verhindern. Ein Diaphragma hält zwei bis drei Jahre, wird zehn Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in der Hocke oder im Liegen eingeführt und darf frühestens sechs Stunden und maximal 24 Stunden danach wieder entfernt werden. Der Pearl-Index beträgt hier 2,0-2,5. Vorsicht ist geboten bei einer Latex-Allergie.

Kondom


Es ist das einzige Verhütungsmittel, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Es wird über den erigierten Penis gestülpt und abgerollt und verhindert, dass Spermien in die Scheide gelangen. Kondome bieten nur dann ausreichend Schutz, wenn sie korrekt verwendet werden. Sie sind nur für einen einmaligen Gebrauch geeignet. Der Pearl-Index beträgt beim Kondom 2-12. Vorsicht ist bei der Verwendung von Gleitcremes oder Ölen geboten, die nicht wasserlöslich sind. Sie können das Kondom angreifen und die Sicherheit beeinträchtigen.

Portiokappe


Diese fingerhutähnliche Kappe aus Hartgummi oder Latex wird vom Frauenarzt individuell angepasst. Die Frau stülpt ihn dann vor dem Geschlechtsverkehr wie ein Verschluss über den Muttermund und saugt sich dort fest. Auf diese Weise wird die Gebärmutter abgedichtet und Spermien können nicht eindringen.

Natürliche Verhütungsmethoden


Die natürliche Familienplanung hat zwar keinerlei Nebenwirkungen, ist jedoch auch relativ unsicher. Sie setzt ein hohes Maß an Disziplin sowie einen regelmäßigen Zyklus voraus. Mit Hilfe von einem Eisprungkalender oder einem elektronischen Schwangerschaftsrechner können die fruchtbaren Tage und die weniger fruchtbaren Tage bestimmt und der beste Zeitpunkt zum schwanger werden ausgewählt werden. Die Minicomputer werten entweder die tägliche Basaltemperatur der Frau aus, messen die Hormone im Urin oder den sich verändernden Zervixschleim (Schleimpfropf am Gebärmutterhals). Zum Zeitpunkt des Eisprungs steigt die Basaltemperatur um etwa 0,2 °C an. Der ansonsten zähe und klebrige, milchig oder gelblich trübe Schleimpfropf am Gebärmutterhals wird in den fruchtbaren Tagen klarer und dünnflüssiger – und somit für Spermien durchlässig.

Sterilisation


Die Sterilisation ist eine endgültige Verhütungsmethode, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt. In einem operativen Eingriff werden bei der Frau die Eileiter, beim Mann die Samenleiter durchtrennt. Das nennt sich Vasektomie.

Menses Schwangerschaftsabbruch

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