Hyperurikämie

Bei der 'Hyperurikämie handelt es sich um eine Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut. In den meisten Fällen ist die Ursache eine genetisch vererbte Stoffwechselstörung (primäre Hyperurikämie). Aber auch im Rahmen von anderen Störungen oder Erkrankungen kann es zu einem Harnsäureanstieg kommen (sekundäre Hyperurikämie). Bei länger bestehender Hyperurikämie kann es aufgrund von Harnsäureablagerungen in den Gelenken und der Niere zu einem Gichtanfall oder Nierensteinen kommen.

Community über Hyperurikämie

Wir haben 41 Patienten Berichte zu der Krankheit Hyperurikämie.

Prozentualer Anteil 21%79%
Durchschnittliche Größe in cm166180
Durchschnittliches Gewicht in kg8192
Durchschnittliches Alter in Jahren6565
Durchschnittlicher BMIin kg/m229,1828,91

Andere Bezeichnungen für die Krankheit Hyperurikämie

Harnsäurespiegelerhöhung, Hyperurikämie

Bei Hyperurikämie wurde bisher über folgende Medikamente berichtet:

Medikament%Bewertung (Durchschnitt)
Allopurinol85% (41 Bew.)
Adenuric2% (1 Bew.)
Benzbromaron2% (1 Bew.)

Bei Hyperurikämie wurde bisher über folgende Wirkstoffe berichtet:

Wirkstoff%Bewertung (Durchschnitt)
Allopurinol85% (41 Bew.)
Benzbromaron2% (1 Bew.)
Febuxostat2% (1 Bew.)

Fragen zur Kranheit Hyperurikämie

alle Fragen zu Hyperurikämie

Folgende Berichte von Patienten liegen bisher vor

Patienten Berichte über die Anwendung von Allopurinol bei Hyperurikämie

 

Alloporinol AL 300 für Harnsäurespiegelerhöhung, Gichtvorbeugung mit keine Nebenwirkungen

senkt den Harnsäurewert erfolgreich

Alloporinol AL 300 bei Harnsäurespiegelerhöhung, Gichtvorbeugung

MedikamentWegen welcher KrankheitDauer der Einnahme
Alloporinol AL 300Harnsäurespiegelerhöhung, Gichtvorbeugung8 Jahre

Beschreibung der unerwünschten Nebenwirkung:

senkt den Harnsäurewert erfolgreich

Eingetragen am  als Datensatz 16456
Missbrauch melden

Die Nebenwirkungen dieses Beitrags wurden wie folgt zusammengefasst:

Wirkstoffe der Medikamente:

Allopurinol

Patientendaten:

Geburtsjahr:1959 Die Nebenwirkung ist behoben
Größe (cm):175 Eingetragen durch Patient
Gewicht (kg):87
Geschlecht:männlich

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht?

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:


mehr
 

Allopurinol für Hyperurikämie mit keine Nebenwirkungen

Keine

Allopurinol bei Hyperurikämie

MedikamentWegen welcher KrankheitDauer der Einnahme
AllopurinolHyperurikämie15 Jahre

Beschreibung der unerwünschten Nebenwirkung:

Keine

Eingetragen am  als Datensatz 69511
Missbrauch melden

Die Nebenwirkungen dieses Beitrags wurden wie folgt zusammengefasst:

Wirkstoffe der Medikamente:

Allopurinol

Patientendaten:

Geburtsjahr:- 
Größe (cm):- Eingetragen durch Patient
Gewicht (kg):-
Geschlecht:-

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht?

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:


mehr
Mehr für Allopurinol

Patienten Berichte über die Anwendung von Adenuric bei Hyperurikämie

 

Adenuric für hohe Harnsäurewerte mit keine Nebenwirkungen

Bisher keinerlei Nebenwirkungen. Nehme die Tabletten seit etwa 20 Tagen ein.

Adenuric bei hohe Harnsäurewerte

MedikamentWegen welcher KrankheitDauer der Einnahme
Adenurichohe Harnsäurewerte-

Beschreibung der unerwünschten Nebenwirkung:

Bisher keinerlei Nebenwirkungen. Nehme die Tabletten seit etwa 20 Tagen ein.

Eingetragen am  als Datensatz 73857
Missbrauch melden

Die Nebenwirkungen dieses Beitrags wurden wie folgt zusammengefasst:

Wirkstoffe der Medikamente:

Febuxostat

Patientendaten:

Geburtsjahr:1946 
Größe (cm):165 Eingetragen durch Patient
Gewicht (kg):78
Geschlecht:männlich

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht?

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:


mehr

Patienten Berichte über die Anwendung von Benzbromaron bei Hyperurikämie

 

Benzbromaron AL 100 für Hyperurikämie mit Durchfall, Pilzinfektion, Blähungen

Bei mir haben die Nebenwirkungen schleichend begonnen, denn die erste Packung N3 habe ich noch sehr gut vertragen. Nach 3/4 Einnahme der 2. Packung gingen die Nebenwirkungen dann erst so richtig los. Und zwar massiv Durchfall, immer dünner werdend bis wässrig. Zwar wurde noch ein Pilz im Darm...

Benzbromaron AL 100 bei Hyperurikämie

MedikamentWegen welcher KrankheitDauer der Einnahme
Benzbromaron AL 100Hyperurikämie2 Jahre

Beschreibung der unerwünschten Nebenwirkung:

Bei mir haben die Nebenwirkungen schleichend begonnen, denn die erste Packung N3 habe ich noch sehr gut vertragen. Nach 3/4 Einnahme der 2. Packung gingen die Nebenwirkungen dann erst so richtig los.
Und zwar massiv Durchfall, immer dünner werdend bis wässrig. Zwar wurde noch ein Pilz im Darm gefunden, aber nachdem das auskuriert war, ist der Durchfall trotzdem weiter gegangen. Nach einer Darmspiegelung, bei der nichts gefunden wurde, kam man dann zu dem Entschluß, das das Benzbromaron schuld war.
Nach Absetzen des Medikamentes ging es mir dann wieder gut. Ich habe es nach einigen Wochen wieder versucht einzunehmen u. die Nebenwirkungen waren wieder da. Diesmal jedoch schon nach Einnahme v. einer Woche. Dann sind aber noch Blähungen mit hinzu gekommen.
Besser gings dann wieder nach Absetzten des Medikamentes.
Positiv daran war jedoch, die Harnsäurewerte sind sehr schnell gesunken, was bei dem anderen Medikament \"Allopurinol\" nicht so schnell geht.

Eingetragen am  als Datensatz 9256
Missbrauch melden

Die Nebenwirkungen dieses Beitrags wurden wie folgt zusammengefasst:

, ,

Wirkstoffe der Medikamente:

Benzbromaron

Patientendaten:

Geburtsjahr:1966 Die Nebenwirkung ist behoben
Größe (cm):161 Eingetragen durch Patient
Gewicht (kg):72
Geschlecht:weiblich

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht?

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:


mehr

Weitere Bezeichnungen, die zu Hyperurikämie gruppiert wurden

erhöhte Harnsäurewerte, erhöhter Harnsäurespiegel, Erhöte Harnsäure, Harnsäure, Harnsäurewerte leicht erhöht, Harnsäurewerterhöhung, hohe Harnsäurewerte, hoher Harnsäurespiegel, Hyperuricaemie, Hyperurik%C3%A4mie

Klassifikation nach ICD-10

E79.0Hyperurikämie ohne Zeichen von entzündlicher Arthritis oder tophischer Gicht
M10.-Gicht

Benutzer mit Erfahrungen

Mitglied werden…

  • Gleichgesinnte kennen lernen
  • Antworten erhalten
  • Unterstützung finden
  • Anderen helfen
  • Wissen weiter geben
Anmelden

alle 77 Benutzer zu Hyperurikämie

Hyperurikämie Krankheit / Anwendungsgebiet - Wissen

Definition


Man spricht von einer Hyperurikämie ab einer Serumharnsäurekonzentration von über 6,4 mg/dl (380 µmol/l). Das Risiko eines Gichtanfalls steigt mit zunehmender Höhe des Serumharnsäurewertes. Bei einer Erhöhung auf über 9 mg/dl (535 µmol/l) liegt die Gefahr, an einem Gichtanfall zu erkranken, bei 5% jedes Jahr.

Einteilung


Primäre Hyperurikämie


Der primären Hyperurikämie liegt ein genetisch vererbter Defekt zugrunde, der entweder zu einer verminderten Ausscheidung (99% der Fälle) oder zu einer gesteigerten Produktion (1% der Fälle) von Harnsäure führt. Beides hat eine Erhöhung des Harnsäurespiels im Blut zur Folge. Aufgrund der familiären Häufung wird sie auch als familiäre Hyperurikämie bezeichnet.

Sekundäre Hyperurikämie


Auch bei der sekundären Hyperurikämie kann es einerseits aufgrund von vermehrter Harnsäurebildung und andererseits wegen einer verminderte Harnsäureausscheidung zu einer Erhöhung des Harnsäurespiegels kommen. Zu ein vemehrten Anfall von Harnsäure kommt es im Rahmen anderer Erkrankungen (v.a. Krebserkrankungen), Medikamenteneinnahme, Alkoholexzessen oder purinreicher Ernährung (Purin wird zu Harnsäure abgebaut). Die Harnsäureausscheidung geschieht über die Niere und ist gestört bei Nierenerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Alkoholgenuß und Störungen des Säure-Basen-Haushaltes (Ungleichgewicht des Blut-pH-Wertes).

Krankheitsentwicklung


Harnsäure entsteht als Endprodukt beim Abbau von Purinen.
Purine werden
  • mit der Nahrung aufgenommen (Innereien, Hülsenfrüchte, Bier, Fleisch, etc.)
  • in den meisten Körperzellen gebildet (als Ausgangsprodukt für Bausteine der DNA)
  • und im Rahmen von Zellabbau und -erneuerung freigesetzt (vor allem bei erhöhtem Zellumsatz, wie z.B. bei Krebserkrankungen, körperlicher Anstrengung, Psoriasis, Morbus Paget)

Die Ausscheidung der Harnsäure erfolgt zu ungefähr 75% über die Niere und zu circa 25% über den Darm.

Der Gesamtgehalt des Körpers an Harnsäure beim Gesunden beträgt ca. 1g und kann bei einem Gichtkranken bis auf 30g ansteigen. Bei Überschreiten der normalen Harnsäurekonzentration im Blut kommt es zur Auskristallisation und Ablagerung von Harnsäurekristallen im Gewebe und vor allem in den Gelenken. Diese Kristalle bewirken eine Entzündungsreaktion, die zu einer schmerzhaften Gelenksschwellung und -rötung führen, also dem klassischen Gichtanfall. Prinzipiell kann jedes Gelenk, die Schleimbeutel oder auch die Sehnenscheiden betroffen sein. Die häufigste Manifestation ist das Großzehengrundgelenk, was als Podagra bezeichnet wird. Seltener findet sich eine Entzündung am Daumengrundgelenk, was Chiragra genannt wird.

Auslöser sind rasche Veränderungen des Purinhaushaltes, wobei nicht nur eine rasche Erhöhung (purinreiches Festessen, Alkoholkumsum), sondern auch eine rasche Absenkung des Harnsäurespiegels (Harnsäure-senkende Medikamente) zu einen Gichtanfall führen können. Im aktuen Gichtanfall muss der Harnsäurespiegel also nicht erhöht sein.

Es zeigt sich ein gehäuftes Autreten gemeinsam mit Erkrankungen des metabolischen Syndroms (Bluthochdruck, Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Zuckerkrankheit), welches auch als Wohlstandssyndrom bezeichnet wird.

Stadien


I. Asymptomatische Hyperurikämie (Harnsäurespiegelerhöhung ohne Symptome)
II. Akuter Gichtanfall
III. Symptomloses Intervall (zwischen zwei Gichtanfällen)
IV. Chronische Gicht (oft geringe Symptomatik, da Verlauf sehr langsam)

Symptome


Akuter Gichtanfall (II. Stadium)


Aus voller Gesundheit heraus kommt es plötzlich (meist nachts) zu einer schmerzhafte Monarthritis (Entzündung eines Gelenkes) mit Schwellung, Rötung und Überwärmung. Begleitend kann Fieber auftreten. Nach 1-2 Tagen erreicht die Symptomatik ihren Höhepunkt und klingt in der Regel auch ohne Therapie nach 7-10 Tagen ab. Über dem betroffenen Gelenk findet sich hinterher häufig eine Schuppung und Hautjucken.

Chronische Gicht (IV. Stadium)


Kommt heute nur noch selten vor bei Patienten ohne harnsäuresenkende Therapie.

Aufgrund des über einen längeren Zeitraum bestehenden erhöhten Harnsäurespiegels im Blut lagern sich über Jahre hinweg Harnsäurekristalle im Gewebe ab. Dies führt zur Ausbildung sogenannter Gichttophi (Gichtknoten) vorwiegend an gelenknahen Sehnen, am Knorpel oder im Knochen. Diese Knoten sind schmerzlos, derb und können eine Größe von 1 cm erreichen. Besonders häufig findet man sie am Außenrand der Ohrmuschel (Ohrtophi), können allerdings auch an Füßen, Ellenbogen und Händen auftreten. Knochentophi können im Röntgenbild nachgewiesen werden.

Zudem kann es zu einer Nierenbeiligung kommen, die sich in Nierensteinen, Niereninsuffizienz bis hin zum Nierenversagen äußern kann. Ursächlich sind hierbei Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Gewebe oder den Nierenkanälchen.

Diagnose


Bei Verdacht auf eine Hyperurikämie wird vorerst die Serum-Harnsäure bestimmt und es schließen sich Úntersuchungen der Harnsäureausscheidung im Urin an. Eine genaue Befragung nach betroffenen Familienmitgliedern, liefert häufig einen weiteren Hinweis, da meist eine genetisch vererbte Störung vorliegt. Eine unklare Gelenksentzündung kann zur Diagnose Gicht führen, wenn in der durch Gelenkspunktion (Gelenksflüssigkeit mit steriler Nadel aus Gelenk entnommen) gewonnen Gelenkflüssigkeit Harnsäurekristalle nachgewiesen werden können. Liegt bereits ein Verdacht auf eine Hyperurikämie vor kann auch ein Therapieversuch mit dem Medikament Colchizin unternommen werden. Bessert sich die Symptomatik schnell spricht dies für das Vorliegen einer Gichterkrankung.
Ist die Diagnose der Hyperurikämie gesichtert schließen sich Untersuchungen an zur Einordnung ob eine primäre oder eine sekundäre Form vorliegt (z.B. Nachweis von genetisch bedingten Enzymdefekten, etc.).

Therapie


  • I. Stadium: Die Asymptomatische Kyperurikämie bedarf keiner medikamentösen Therapie, eine diätetische Behandlung ist zu empfehlen.
  • II. Stadium: Im akuten Gichtanfall wird eine medikamentöse Therapie angewandt
    • Colchizin: In den ersten 4 Stunden 1 mg stündlich, dann 0,5 - 1 mg alle 2 Stunden, maximal 6 mg pro Tag. Nach Besserung der Beschwerden rasche Dosisreduktion über 2-3 Tage.
    • Nichtsteroidale Rheumatika: z.B. Diclofenac
    • Weitere Maßnahme: Ruhigstellung und kühlende Umschläge am betroffenen Gelenk
  • III./IV. Stadium: Eine Senkung des Harnsäurespiegels auf 5 mg/dl wird angestrebt. Bei Harnsäurewerten bis 9 mg/dl sind diätetische Maßnahmen meist ausreichend, ansonsten wird eine medikamentöse Therapie begonnen.
    • Ernährung
      • Normalisierung des Körpergewichtes
      • reichliche Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1,5 Liter pro Tag)
      • Purinarme Diät
        • purinreich: Innereien, Fleisch, Fisch, Schalentieren, Hülsenfrüchte, Bier
        • purinarm: Obst, Gemüse
        • purinfreie Eiweißquellen: Milch, Käse, Ei
      • Alkoholverzicht
      • Vorsicht beim Fasten oder Chemotherapien! Hier fallen vermehrt Purine ab aufgrund erhöhtem Zellzerfall. Begleitend viel trinken und/oder Allopurinol einnehmen.
    • Medikamente
      • Mittel der Wahl: Allopurinol (Verminderter Harnsäureanfall). Bei Therapiebeginn sollte man es mit Colchizin kombinieren, da bei rascher Senkung der Harnsäure ein Gichtanfall ausgelöst werden kann.
      • Alternativ: z.B. Probenecid (gesteigerte Harnsäureausscheidung in der Niere).

Verlauf


Bei konsequenter und rechtzeitig begonnener Behandlung ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt. Bei fehlender oder unzureichender Therapie sterben 20-25% der Patienten mit chronischer Gicht an Nierenversagen. Auch Herzinfarkte und Schlaganfälle sind häufige Todesursachen, was in der Assoziation mit dem metabolischen Syndrom liegt, welches ein hohes Risiko für Herzkreislauferkrankungen darstellt.

Quellen:

  • Greten, Heiner: Innere Medizin. Verstehen - Lernen - Anwenden. 12. Auflage. Stuttgart: Thieme, 2005
  • Herold, Gerd: Innere Medizin. 2007

Verfasserin:
Judith Kroll

[]