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Sodbrennen

Wenn wir es bei den Leckereien der Grillfete, bei der Sahnetorte der Geburtstagsfeier oder beim Festtagsbraten mal wieder übertrieben haben, dann rächt sich das häufig mit Magendrücken und saurem Aufstoßen. Fast jeder dritte Erwachsene leidet regelmäßig an Sodbrennen. Das unangenehme brennende Gefühl hinter dem Brustbein entsteht, wenn Säure aus dem Magen in die Speiseröhre aufsteigt. Dieser Säurerückfluss wird als Reflux bezeichnet. Reflux entsteht, wenn der Verschlussmuskel am unteren Ende der Speiseröhre sie nicht mehr richtig zum Mageneingang abdichtet. Da regelmäßiges Sodbrennen zu einer chronischen Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis) führen kann, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, wenn Sie länger als zwei Wochen unter Sodbrennen leiden.

Was ist Sodbrennen


Sodbrennen

Sodbrennen ist keine Krankheit, sondern eines der Hauptsymptome der sogenannten Refluxerkrankung. Bei ihr fließt die Magensäure in die Speiseröhre zurück, was sich durch eine schmerzende und brennende Empfindung in Höhe des Brustbeins äußert. Das saure Aufstoßen tritt häufig nach üppigen, zu fetten oder zu süßen Mahlzeiten auf. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung leiden bisweilen unter Reflux. Regelmäßiges Sodbrennen kann unbehandelt zu einer chronischen Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut führen.

Unser Magen


Wenn unsere Nahrung von der Speiseröhre (Ösophagus) in den Magen gelangt, dehnt sich der Magen wie ein Ballon. Gase, die durch die chemische Aufspaltung der Nahrung entstehen sowie verschluckte Luft weiten den Magen zusätzlich. Gase im oberen Teil des Magens können durch Aufstoßen entweichen. Kontraktionswellen (Peristaltik) der glatten Muskelschichten in der Magenwand schieben die Nahrung durch den Magen und vermengen sie. Zur Verflüssigung der Nahrung produziert der Magen bis zu 3 Liter Magensäure täglich. Der Magensaft besteht aus Salzsäure, eiweißspaltenden Enzymen und Schleim. Ist die Nahrung etwa 3-4 Stunden nach der Mahlzeit bis auf 0,3 mm zerkleinert und verflüssigt, gelangen kleine Mengen dieses Speisebreis durch den Pförtner (Pylorus) in den Zwölffingerdarm. Dazu öffnet sich der Pförtner in Intervallen und lässt jedes Mal nur etwa einen Teelöffel des Speisebreis durch.

Die Magenwand besteht aus vier Schichten. Von außen nach innen betrachtet sind das: Serosa (äußere Membran des Magens), Muskularis (besteht aus den drei Muskelschichten), Submukosa und Mukosa. Die Mukosa hat tiefe Furchen, die die Magendrüsen enthalten. Schleimzellen im oberen Bereich jeder Furche sorgen für eine schützende Schleimschicht. Diese verhindert, dass sich der Magen selbst verdaut. Tiefer in den Furchen befinden sich die säureproduzierenden Belegzellen. Außerdem sogenannte Hauptzellen, die das Verdauungsenzym Pepsin absondern und Zellen, die Lipasen (Enzyme, die Fette aus der Nahrung spalten) abgeben. G-Zellen bilden das Hormon Gastrin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Verdauungsprozesse reguliert ablaufen. Insbesondere die ausreichende Ausschüttung der Magensäure wird durch Gastrin gesteuert.

Damit die Magensäure nicht in die Speiseröhre zurückfließt, besitzt der Magen einen Schließmuskel, der den Mageneingang zur Speiseröhre abdichtet. Kann dieser Schließmuskel nicht mehr richtig arbeiten, fließt der Magensaft in die Speiseröhre zurück (Reflux). Deren Schleimhäute werden angegriffen, ein brennendes Gefühl entsteht.

Komplikationen


Sodbrennen sollte immer ernst genommen werden. Halten die Beschwerden länger als vier Tage an, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen! Denn dauerhaftes Sodbrennen kann einige Erkrankungen zur Folge haben:

Da beim nächtlichen Sodbrennen die Säure unbemerkt inhaliert wird und die Atemwege reizt, ist das Risiko eine chronische Atemwegserkrankung wie Asthma zu entwickeln bei Menschen mit Sodbrennen erhöht. Auch Heiserkeit und Husten gehören zu den möglichen Folgen des Sodbrennens.

Das nächtliche Sodbrennen ist auch der Hauptgrund für die sogenannte Refluxösophagitis. Diese Speiseröhrenentzündung kann die Entstehung von Geschwüre begünstigen, die zu Krebserkrankungen führen können, aber nicht zwangsläufig müssen. Nachts bleibt der saure Magensaft besonders lange in der Speiseröhre, weil man flach in Bett liegt und sich nicht so häufig bewegt.

Die ständig rückfließende Magensäure veräzt dann die Speiseröhre.
Auch Zahnfleisch und Zahnschmelz können durch den Magensaft angegriffen werden. Denn der Speichel übersäuert ebenfalls und sorgt für zusätzliche Reizung. Durch die Säure werden aus der Zahnschmelzschicht Mineralien ausgewaschen. Dadurch wird er beim Essen und Zähneputzen stärker abgenutzt. Je saurer es im Mund wird, desto mehr wird der Zahnschmelz ausgewaschen. Der Verlust der Mineralien beginnt bei einem sauren pH-Wert von 5,5. Der Magensaft, der in Speiseröhre und Mund aufsteigt, hat sogar einen pH-Wert von 2 und greift den Zahnschmelz also noch heftiger an. Die Folgen des Mineralverlustes sind nicht mehr rückgängig zu machen. Es entstehen Karies, Zahnfleischentzündungen, Zahnfehlstellungen. Vor weiteren Schäden kann der Zahn oft nur durch eine Überkronung geschützt werden. Menschen mit Sodbrennen sollten daher besonders auf Ihre Mundpflege achten (siehe Sodbrennen vorbeugen).

zur Hauptseite über Sodbrennen Sodbrennen Ursachen Zuletzt geändert am: 14.08.2012

Inhaltsverzeichnis

Klassifikation nach ICD-10

K21.9 Gastroösophageale Refluxkrankheit ohne Ösophagitis
K21.0 Gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis