Typhus

Typhus ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die gehäuft in Endemiegebieten in Teilen Afrikas und Asiens auftritt, aber auch in Einzelfällen in Deutschland vorkommt. Der charakteristische Verlauf mit hohem Fieber bedarf einer Antibiotikabehandlung, da er sonst zum Tod führen kann.

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Typhus-Prophylaxe

Klassifikation nach ICD-10

A01.0Typhus abdominalis

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Typhus Krankheit / Anwendungsgebiet - Wissen

Beschreibung


Typhus wird durch das Bakterium Salmonella typhi bzw. paratyphi hervorgerufen und ist eine schwere, meldepflichtige Infektionskrankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann. Weltweit erkranken jährlich etwa 30.000.000 Menschen. Dies geschieht insbesondere in Indien, Indonesien und Nepal. Aber auch in Deutschland werden pro Jahr etwa 50 bis 100 Fälle gemeldet.
Generell unterscheidet man zwischen Typhus abdominalis (Bauchtyphus) und Paratyphus, welcher eine leichter verlaufende Form darstellt.

Ursachen


Die Infektion erfolgt über die Aufnahme von verunreinigten Lebensmitteln und Getränken, die mit infizierten Fäkalien in Kontakt gekommen sind. Dies geschieht beispielsweise durch die Düngung von Gemüse mit kontaminierten Ausscheidungen oder Wasser.
Durch den Verzehr der infizierten Nahrungsmittel gelangt der Erreger in den Magen-Darm-Trakt, vermehrt sich und breitet sich unter Granulombildung (knötchenartige Gewebeneubildungen) bis zu den Lymphknoten aus. Über die Blutbahn werden zudem weitere Organe befallen.

Symptome


In der Regel beträgt die Inkubationszeit etwa 14 Tagen, aber in Einzelfällen kann sie auch sehr stark variieren. Typhus und Paratyphus sind in ihrer Symptomatik sehr ähnlich, obgleich letzterer eine abgeschwächte Symptomausprägung zeigt. Die Symptome beginnen meist schleichend, aber steigern sich dann zunehmend.
In der ersten Woche sind Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Fieber typische Symptome. Hinzukommen ein verlangsamter Herzschlag, Bauchschmerzen und eventuell Verstopfung.
In der zweiten und dritten Woche steigt das Fieber bis über 40 °C an, wodurch sich Benommenheit und Bewusstseinstrübungen einstellen. Hieraus ergibt sich im ürbigen auch der Name "Typhus" vom griechischen Wort "typhos", welches Nebel oder Schwindel bedeutet. Außerdem tritt ab diesem Stadium die typische Typhuszunge auf, welche durch graugelben Belag mit roten Rändern gekennzeichnet ist.
Eine Vergrößerung der Milz, rasselnde Lungengeräusche, sowie bereiige Durchfälle und fleckenartige, rote Exantheme am Bauch sind weitere Symptome.
Für die vierte Woche ist sinkendes Fieber charakteristisch. Desweiteren können eine Hirnhaut- oder Lungenentzündung eine schwerwiegende Komplikation darstellen.

Diagnose


Ein äußerst wichtiges Instrument der Diagnose ist in diesem Fall ein Anamnesegespräch, um etwaige Risikofaktoren durch Auslandsaufenthalte zu ermitteln. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung können im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf die krankheitstypischen Roseolen (rote, fleckige Exantheme) am Bauch festgestellt werden, die bei Druck verschwinden.
Der Erreger kann dann im frühen Stadium im Blut nachgewiesen werden und im Stuhl, sowie Urin. Auch ein serologischer Nachweis durch spezifische Antikörper kann erfolgen.

Therapie


Für den Therapieerfolg ist es äußerst wichtig frühzeitig mit Antibiotika, wie Ciprofloxacin oder Trimethoprim- Sulfamethoxazol, zu behandeln. Diese müssen strikt über 14 Tagen, wie vom Arzt verordnet, eingenommen werden. Außerdem erfolgt eine stationäre Aufnahme. Außerdem können analgetische und antipyretische Medikamente, wie Paracetamol, gegeben werden.
In Riskogebieten treten häufig Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika auf, welche die Behandlung erschweren.

Vorbeugen


Generell vorbeugend sind Hygienemaßnahmen. Außerdem gibt es eine Typhus-Schutzimpfung. Diese ist bei einer Reise in Risikogebiete äußerst empfehlenswert. Hierzu zählen insbesondere Afrika und Südostasien.
Die Impfung erfolgt dann als Schluckimpfung (Kapsel) mit einem Lebensimpfstoff oder durch eine Spritze mit Totimpfstoff. Dabei wird die Schluckimpfung dreimal im Intervall von jeweils 2 Tagen durchgeführt und die Injektion mit der Spritze muss nur einmal erfolgen.Der Impfschutz liegt insgesamt bei etwa 70 % und eine Auffrischung ist nach 2-3 Jahren notwendig.
Desweiteren ist zu beachten, dass bei Verdacht oder Ausbruch von Typhus oder Paratyphus eine Meldepflicht herrscht.

Prognose


Unbehandelt sterben etwa 20 % der Erkranken an Typhus, bei Behandlung nur 1 %. Erfolgt die Therapie rechtzeitig ist ein komplikationsfreier Verlauf wahrscheinlich. Andernfalls kann es zu Blutungen des Darmes, sowie einer Hirnhautentzündung kommen. Zudem spielen das Alter und der Allgemeinzustand bei der Prognose eine wichtige Rolle.

Quellen


Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. DeGruyter, 2010
Renz-Polster, Krautzig. Basislehrbuch Innere Medizin. Elsevier, 2008
Arasteh, Baenkler, Bieber. Duale Reihe : Innere Medizin. Thieme, 2009
Herold. Innere Medizin. Herold, 2010
Kiess, Merkenschlager, Pfäffle, Siekmeyer. Therapie in der Kinder- und Jugendmedizin. Elsevier, 2008
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