Kendural

Kendural Patienteninformation

Kendural ist ein Medikament zur Behandlung von Eisenmangelzuständen. Es enthält Eisensulfat in einer inerten, porösen Plastikmatrix eingebettet, aus welcher es während der Passage durch den Magen-Darm-Kanal kontinuierlich und verzögert freigesetzt wird. Die Matrix wird anschliessend mit dem Stuhl ausgeschieden. Es wird angenommen, dass die in Kendural enthaltene Ascorbinsäure das...

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In Kendural kommt folgender Wirkstoff zum Einsatz

Eisensulfat

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Kendural Patienteninformationen

Kendural®

Antianämikum in Retardform

Zusammensetzung

1 Depottablette enthält: Ferro(II)-Sulfat 325 mg (= 105 mg elementares Eisen), Natriumascorbat 562,4 mg (= 500 mg Vitamin C). Color.: E 124 und weitere Hilfsstoffe.

Eigenschaften/Wirkungen

Kendural ist ein Medikament zur Behandlung von Eisenmangelzuständen. Es enthält Eisensulfat in einer inerten, porösen Plastikmatrix eingebettet, aus welcher es während der Passage durch den Magen-Darm-Kanal kontinuierlich und verzögert freigesetzt wird. Die Matrix wird anschliessend mit dem Stuhl ausgeschieden. Es wird angenommen, dass die in Kendural enthaltene Ascorbinsäure das Ferro(II)-Eisen durch die Bildung von Chelaten vor der Oxidation zum schlechter resorbierbaren Ferri(III)-Eisen schützt. Die verzögerte Wirkstoffabgabe führt zu geringeren gastrointestinalen Nebenwirkungen und erlaubt auch bei empfindlichen Patienten eine für die bessere Resorption wichtige Nüchterngabe. Wie alle Eisenpräparate hat Kendural keine Wirkung auf die Erythropoese oder auf eine Anämie, die nicht durch Eisenmangel verursacht ist.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Depottablette gewährleistet eine verzögerte Freigabe von Eisensulfat. Im Magen wird nur ein geringer Anteil freigesetzt. Die Freisetzung erfolgt zum grössten Teil im oberen Dünndarmbereich, wo auch die Resorption maximal ist.
Die Eisenresorption hängt stark vom Grad des Eisenmangels ab. Sie ist bei niedrigen Hämoglobinwerten und geringer Füllung der Eisenspeicher am grössten (bis ca. 30%) und nimmt mit zunehmender Normalisierung dieser Parameter ab (bis maximal ca. 2%). Sie kann auch durch hohe Eisendosen nicht über die maximale Transportkapazität der Transportproteine hinaus gesteigert, jedoch durch die gleichzeitige Einnahme gewisser Nahrungsmittel und Medikamente beeinträchtigt werden (siehe «Interaktionen»). Generell ist die Resorption bei Nüchterngabe besser.
Die im Kendural enthaltene Ascorbinsäure (500 mg) erhöht die Resorptionsrate im Vergleich zu reinen Ferro-Sulfat Tabletten signifikant (30–50%).

Distribution

Im Blut werden Eisenionen, an Transferrin gebunden, an den Ort ihres Verbrauchs transportiert. In Leber, Milz und Knochenmark wird Eisen als Ferritin gespeichert.
Eisen passiert die Plazentarschranke und tritt in geringen Mengen in die Milch stillender Mütter über.

Elimination

Von dem durch Abbau von Hämoglobin freigesetzten Eisen (20–30 mg täglich) wird nur ein geringer Teil (1–2 mg täglich, hauptsächlich mit den Faeces) ausgeschieden. Der weitaus grösste Teil wird vom Körper wieder verwendet, hauptsächlich zur Hämoglobinsynthese.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypochrome Eisenmangelanämie, latenter Eisenmangel (ohne Anämie).
Der Eisenmangel und sein Ausmass müssen diagnostisch gesichert und durch geeignete Laboranalysen bestätigt sein, und seine Ursache muss nach Möglichkeit beseitigt werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

1 Tablette täglich vor dem Frühstück. Die Tabletten sollen unzerkaut geschluckt werden.
Als Therapiekontrolle kann ein Hämoglobinanstieg von 2–3 g/dl innert 3 Wochen dienen. Zur Auffüllung der Eisendepots des Körpers ist die Therapie auch nach Normalisierung der Hämoglobinwerte noch weiterzuführen (bis zu ca. 3 Monaten), sie sollte jedoch 6 Monate nicht überschreiten.
Diese Dosierung gilt auch für Kinder über 40 kg Körpergewicht.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff.
Jegliche Anämie ohne gesicherten Eisenmangel (z.B. megaloblastische Anämie infolge Vitamin B12-Mangel).
Eisenkumulation (Hämochromatosen, chronische Hämolysen; bei häufigen Bluttransfusionen).
Eisenverwertungsstörungen (sideroachrestische Anämie, Bleianämie, Thalassämie).
Begründete Unverträglichkeit (z.B. bei schweren entzündlichen Veränderungen des Magen-Darm-Traktes, bei Divertikeln des Magen-Darm-Traktes und intestinaler Obstruktion).
Schwere Leber- und Nierenerkrankungen.
Die gleichzeitige Verabreichung von parenteralen und oralen Eisenpräparaten ist kontraindiziert.
Kendural Depottabletten sind aufgrund ihrer Eisendosis bei Kindern unter 10 Jahren kontraindiziert.

Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit Gastritis, Magen- oder Darmgeschwüren, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sollten peroral zu verabreichende Eisenpräparate nur mit Vorsicht angewendet werden.
Bei verzögerter Magenentleerung und Pylorusstenose sind flüssige Eisenpräparate festen vorzuziehen.
Vorsicht bei chronischem Alkoholabusus, der über eine Erhöhung der Eisenresorption zu einer Eisenüberladung führen kann.
Sollte der Therapieerfolg (Anstieg des Hämoglobins um etwa 0,1 g/dl Blut/Tag und um etwa 2–3 g/dl nach 3 Wochen) ausbleiben, müssen die Compliance des Patienten und die Diagnose «Eisenmangel» überprüft und ein weiterbestehender Blutverlust (z.B. Morbus Osler) ausgeschlossen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaftskategorie A.
Obwohl für Kendural weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar sind, erscheint die Möglichkeit einer Schädigung des Foetus als wenig wahrscheinlich.
Es ist nichts darüber bekannt, wieviel Eisen durch Kendural in die Muttermilch übertritt und ob die Verabreichung an die Mutter beim gestillten Kind unerwünschte Wirkungen hervorrufen kann. Die Möglichkeit solcher Wirkungen erscheint jedoch als wenig wahrscheinlich.

Unerwünschte Wirkungen

Gelegentlich Appetitlosigkeit und Magen-Darmstörungen (Nausea, Magenkrämpfe, Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation, Dunkelfärbung des Stuhls).
Diese Nebenwirkungen sind meist harmlos und passagerer Natur. Auf Kosten der Resorptionsrate kann die Verträglichkeit falls nötig durch Gabe zu den Mahlzeiten verbessert werden (siehe auch unter «Eigenschaften/Wirkungen», «Absorption» und «Interaktionen»).
Über vereinzelte Fälle von allergischen Reaktionen wie Hautausschläge bis hin zu Anaphylaxie wurde berichtet.
In sehr seltenen Fällen wurde nach Verabreichung von Kendural die Perforation eines Duodenal- bzw. Jejunaldivertikels beobachtet.
Ascorbinsäure wird im allgemeinen gut vertragen. Hohe Dosen können jedoch Diarrhoe und andere gastro-intestinale Störungen hervorrufen und können mit der Bildung von Kalziumoxalatnierensteinen assoziiert sein.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung gewisser Antazida (z.B. auf Basis von Kalziumkarbonat und Magnesiumsilikat) beeinträchtigt die Eisenresorption im Darm durch Bildung schwerlöslicher Komplexe. Deshalb sollten peroral verabreichte Eisenpräparate nicht innerhalb einer Stunde vor oder zwei Stunden nach Einnahme eines Antazidums eingenommen werden. Tetrazykline bilden mit Eisen ebenfalls schwerlösliche Verbindungen, wodurch die Resorption sowohl von Eisen als auch von Tetrazyklinen herabgesetzt wird. Müssen beide Medikamente eingenommen werden, sollten Tetrazykline drei Stunden nach oder zwei Stunden vor dem Eisenpräparat verabreicht werden. Auch Colestyramin beeinträchtigt die Eisenresorption im Darm.
Während einer Eisentherapie wird die Resorption von Penicillamin, Goldverbindungen und von mit der Nahrung zugeführten Phosphaten herabgesetzt. Müssen während einer Eisentherapie zusätzlich Penicillaminpräparate eingenommen werden, sollte die Einnahme beider Präparate mindestens zwei Stunden auseinanderliegen.
Eine gleichzeitige Einnahme von peroral verabreichten Eisenpräparationen mit oralen Chinolonen (z.B. Ciprofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin) kann zu einer verminderten oralen Absorption und damit zu niedrigeren Serum- und Urinkonzentrationen der Chinolone führen. Peroral verabreichte Eisenpräparate sollten deshalb nicht zusammen mit oder innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme von oralen Chinolonpräparaten eingenommen werden.
Die gleichzeitige perorale Verabreichung von Eisenpräparaten und von Salicylaten, Phenylbutazon oder Oxyphenbutazon kann durch die schleimhautreizende Wirkung im Magen-Darm-Trakt zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung führen.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Chloramphenicol kann das Ansprechen auf eine Eisentherapie verzögert sein.
Gleichzeitig aufgenommene Nahrungs- und Genussmittel mit einem hohen Gehalt an Phytaten (gewisse Gemüse, Zerealien), Phosphaten (z.B. Eier) und Gerbsäuren (insbesondere schwarzer Tee oder Kaffee) verringern die Eisenresorption. Peroral verabreichte Eisenpräparate sollten deshalb nicht innerhalb einer Stunde vor oder zwei Stunden nach Einnahme solcher Nahrungs- und Genussmittel eingenommen werden. Fisch und Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Ascorbinsäure und Fruchtsäure fördern die Eisenresorption.
Die Okkultblutbestimmung im Stuhl kann unter Eisentherapie falsch positive Resultate erbringen.

Ascorbinsäure

Ascorbinsäure im Urin kann die Ergebnisse von Glykosuriebestimmungen verfälschen.
Als stark reduzierendes Agens kann Ascorbinsäure die Ergebnisse von Tests, die auf Redoxreaktionen basieren, verfälschen.

Überdosierung

Akute Überdosierung

Die Anzeichen einer Vergiftung können infolge der verzögerten Freigabe des Eisensulfates verspätet festgestellt werden.
Die toxischen Wirkungen einer akuten Eisenvergiftung resultieren aus einer Kombination der korrodierenden Effekte auf die gastrointestinale Mukosa und der metabolischen und hämodynamischen Effekte, welche durch die überschüssigen Eisenionen verursacht werden.
Bei einer akuten Eisenvergiftung treten zuerst (etwa ½–2 Stunden nach der Einnahme) infolge einer hämorrhagischen Gastroenteritis Übelkeit, heftiges Erbrechen, starke abdominale Schmerzen, Diarrhoe und, nach einer Latenzzeit, Tachykardie, Blutdruckabfall, Dyspnoe und Zyanose auf. In schweren Fällen kommt es, eventuell nach einer scheinbaren Besserung während 24–28 Stunden, durch Übertritt grösserer Eisenmengen ins Blut zu Krämpfen, Lähmungen, toxischer Hepatitis, Niereninsuffizienz, metabolischer Azidose und Cheyne-Stokes-Atmung, Lungenödem, Kreislaufkollaps, Koma und Tod.
Die Einnahme von mehr als 40–70 mg Elementareisen/kg Körpergewicht (= 2,4–4,2 g bei einer Person mit 60 kg Körpergewicht) kann bereits schwere Vergiftungen verursachen.
Bei Kleinkindern kann eine Gesamtdosis von etwa 0,5 g Eisen bereits zu einem lebensbedrohlichen Zustand und eine solche von 1–2 g zum Tode führen. Erfahrungsgemäss wurden in fatalen Fällen meist Mengen von 2–10 g eingenommen.
Als Spätfolge einer akuten Eisenintoxikation können 2–6 Wochen nach der Überdosierung Darmverschluss, Pylorusstenose und schwere Vernarbungen der Magenschleimhaut auftreten.
Im Falle einer Überdosierung soll die Elimination der eingenommenen Tabletten durch Auslösung von Erbrechen und, falls nötig, durch eine nachfolgende Magenspülung beschleunigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Auslösung von Erbrechen bei einer bereits geschädigten Magenwand mit dem Risiko einer Magenperforation verbunden ist. Unmittelbar nach dem Erbrechen sollte ein salinisches Abführmittel verabreicht werden, um die Darmpassage der verbleibenden Tabletten zu beschleunigen.
Bei schweren Vergiftungen, insbesondere dann, wenn das Plasmaeisen die Eisenbindungskapazität (3,5 mg/l = 63 µM) übersteigt, sollte als spezifisches Antidot der Chelatbildner Deferoxamin oral und parenteral verabreicht werden.
Wenn ein in fester oraler Form und in einer potentiell letalen Dosis eingenommenes Eisenpräparat durch die oben angegebenen Massnahmen nicht aus dem Magen-Darm-Trakt entfernt werden kann, sollten eine Austauschtransfusion und ein chirurgischer Eingriff erwogen werden.
Hämodialyse ist in der Behandlung einer Eisenvergiftung nur wenig wirksam.
Die sonstige Behandlung besteht darin, den Kreislaufkollaps und die übrigen Symptome, insbesondere die Störungen des Wasser- und Säure-Basen-Haushaltes mit konventionellen Massnahmen unter Kontrolle zu bringen.

Chronische Überdosierung

Eine längerdauernde Eisenüberladung kann als Hämosiderose und Hämochromatose manifest werden. Sie ist vor allem möglich, wenn eine therapierefraktäre Anämie irrtümlicherweise als Eisenmangelanämie diagnostiziert wurde.

Sonstige Hinweise

Eine unter der Behandlung auftretende Dunkelfärbung des Stuhls ist ohne Bedeutung.
Da bereits die Packung mit 30 Depottabletten Kendural eine Gesamtdosis Eisen enthält, die bei Kleinkindern bei akzidenteller Einnahme zu einer lebensbedrohlichen Intoxikation führen kann, muss dieses Medikament unbedingt ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.
Nur bis zu dem mit «Verf./éch.» angegebenen Verfalldatum verwenden.

IKS-Nummern

35366.
RL88
Datenquelle: Documed
Stand der Informationen: Juli 1997

Laut Packungsbeilage können bei der Einnahme von Kendural folgende Nebenwirkungen auftreten

Gelegentlich  (0,1 - 1%)

Magenkrämpfe

Erbrechen

Appetitlosigkeit

Diarrhoe

Magen-Darmstörungen

Nausea

Obstipation

Dunkelfärbung des Stuhls

Sehr selten  (0 - 0,01%)

Perforation eines Duodenalvertikels

Perforation eines Jejunaldivertikels

Nicht bekannt

allergische Reaktionen

Anaphylaxie

Hautausschläge

Diarrhoe

andere gastro-intestinale Störungen

Bildung von Kalziumoxalatnierensteinen

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