Renagel

Renagel Patienteninformation

Der in Renagel enthaltene Wirkstoff ist Sevelamer. Er bindet im Verdauungstrakt Phosphat aus der Nahrung und reduziert dadurch die Phosphatwerte im Blut.

Erwachsene Patienten mit Nierenversagen, die Hämodialyse oder Peritonealdialyse erhalten, können die Serumphosphatspiegel im Blut nicht kontrollieren. Darum steigt der Serumphosphatspiegel im Blut an (Ihr Arzt bezeichnet diese Störung...

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In Renagel kommt folgender Wirkstoff zum Einsatz

Sevelamer

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50 mehr Nebenwirkungen mit Renagel

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WAS IST RENAGEL UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?


Der in Renagel enthaltene Wirkstoff ist Sevelamer. Er bindet im Verdauungstrakt Phosphat aus der Nahrung und reduziert dadurch die Phosphatwerte im Blut.

Erwachsene Patienten mit Nierenversagen, die Hämodialyse oder Peritonealdialyse erhalten, können die Serumphosphatspiegel im Blut nicht kontrollieren. Darum steigt der Serumphosphatspiegel im Blut an (Ihr Arzt bezeichnet diese Störung als Hyperphosphatämie). Erhöhte Serumphosphatwerte können zu harten Ablagerungen in Ihrem Körper führen. Diese Ablagerungen werden als Calcifizierung bezeichnet. Diese Ablagerungen können zu einer Versteifung Ihrer Blutgefäße führen, und damit wird es schwieriger Blut durch den Körperkreislauf zu pumpen. Erhöhte Serumphosphatwerte können darüber hinaus zu Juckreiz der Haut, Augenrötungen, Knochenschmerzen und Knochenbrüchen führen.

Renagel wird zur Einstellung des Blutphosphatspiegels von erwachsenen Patienten mit Niereninsuffizienz verwendet, die sich einer Hämodialyse oder Peritonealdialyse unterziehen.

Es kann sein, dass Sie andere Medikamente zusammen mit Renagel einnehmen müssen. Dazu zählen möglicherweise Kalzium- oder Vitamin DPräparate, die der Entwicklung einer nierenbedingten Knochenerkrankung vorbeugen.


WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON RENAGEL BEACHTEN?



Renagel darf nicht eingenommen werden, wenn

- Ihr Blutphosphatspiegel niedrig ist.
- Sie an Darmverschluss leiden.
- Sie gegenüber Sevelamer oder einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels allergisch (überempfindlich) sind (siehe Abschnitt 6: Weitere Informationen).
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Renagel ist erforderlich
Sollten die folgenden Punkte auf Sie zutreffen, wenden Sie sich vor der Einnahme von Renagel bitte an Ihren Arzt:
- Sie sind kein Dialysepatient.
- Sie haben Beschwerden beim Schlucken.
- Sie haben Motilitätsprobleme (Bewegung) im Magen und Darm.
- Retention (Zurückhalten) des Mageninhaltes.
- Akute Darmentzündung.
- Frühere große Operation im Magen- oder Darmbereich.

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht nachgewiesen. Renagel wird deshalb für diese Patienten nicht empfohlen.

Zusätzliche Behandlungen:
Aufgrund Ihrer Nierenerkrankung oder Ihrer Dialysebehandlung
- können Ihre Kalziumwerte im Blut zu niedrig oder zu hoch sein. Da Renagel kein Kalzium enthält, kann Ihr Arzt Ihnen zusätzlich Kalziumtabletten verschreiben.
- kann der VitaminD-Gehalt Ihres Blutes verringert sein. Ihr Arzt kann daher den VitaminD- Gehalt Ihres Blutes überwachen und Ihnen bei Bedarf ein VitaminD-Präparat verordnen. Wenn Sie keine Multivitaminpräparate einnehmen, könnten die Vitamin A-, E-, K- sowie FolsäureWerte in Ihrem Blut sinken. Falls notwendig wird Ihr Arzt diese Werte überwachen und bei Bedarf Vitaminpräparate verschreiben.

Umstellung der Behandlung:
Bei der Umstellung von einem anderen Phosphatbinder auf Renagel wird Ihr Arzt möglicherweise eine engmaschige Überwachung des BicarbonatSpiegels in Ihrem Blut in Erwägung ziehen, da Renagel zu einem Absinken des BicarbonatSpiegels führen kann.

Besondere Hinweise für Patienten, die eine Peritonealdialyse erhalten
Durch die Peritonealdialyse kann es zum Auftreten einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen. Durch sorgfältige Beachtung steriler Techniken beim Wechsel der Beutel lässt sich dieses Risiko reduzieren. Sie sollten unverzüglich Ihren Arzt benachrichtigen, wenn Sie irgendwelche neuen Zeichen oder Symptome wie Bauchbeschwerden,angeschwollener Bauch, Bauchschmerzen, druckempfindlicher Bauch oder gespannter Bauch, Verstopfung, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Erbrechen verspüren. Darüber hinaus sollten Sie erwarten, besonders sorgfältig auf Probleme im Zusammenhang mit niedrigen Vitamin A-, D-, E-, K- und Folsäurewerten überwacht zu werden.

Einnahme anderer Arzneimittel

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, einschließlich nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Renagel sollte nicht zusammen mit Ciprofloxacin (einem Antibiotikum) eingenommen werden.

Wenn Sie Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen oder Epilepsie einnehmen, sollten Sie sich vor der Einnahme von Renagel mit Ihrem Arzt besprechen.

Arzneimittel wie Cyclosporin, MycophenolatMofetil und Tacrolimus (bei Organtransplantationen angewandte Medikamente) können in ihrer Wirkung durch Renagel abgeschwächt werden. Wenn Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen.

Bei bestimmten Patienten, die Levothyroxin (ein Schilddrüsenhormon) und Renagel einnehmen, können in sehr seltenen Fällen erhöhte Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH, eine Substanz in Ihrem Blut, die die Schilddrüse anregt, ein Schilddrüsenhormon zu produzieren, das zur Kontrolle des Stoffwechsels Ihres Körpers beiträgt) beobachtet werden. Ihr Arzt kann daher den TSHSpiegel in Ihrem Blut engmaschiger überwachen.

Ihr Arzt wird Sie möglicherweise in regelmäßigen Abständen auf Wechselwirkungen zwischen Renagel und anderen Arzneimitteln untersuchen.

Bei Einnahme von Renagel zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Renagel Tabletten werden mit den Mahlzeiten eingenommen. Sie sollten die Ihnen verordnete Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme beachten. Nicht zerkauen. Die Tabletten müssen ganz geschluckt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Unbedenklichkeit von Renagel für schwangere und stillende Frauen wurde nicht nachgewiesen. Renagel sollte schwangeren oder stillen Frauen nur gegeben werden, wenn es unbedingt notwendig ist.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Wenn Sie betroffen sind, sollten Sie vom Autofahren und Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen absehen.

WIE IST RENAGEL EINZUNEHMEN?


Nehmen Sie Renagel entsprechend der Anweisung Ihres Arztes ein. Der Arzt berechnet die Dosis entsprechend Ihres Phosphatspiegels im Blut. Erwachsene und ältere Menschen (> 65 Jahre) sollten anfänglich 3 mal täglich 2-4 Tabletten zu den Mahlzeiten einnehmen.

Ihr Arzt wird Ihren Phosphatspiegel im Blut in regelmäßigen Abständen überprüfen, und er kann bei Bedarf zur Einstellung eines angemessenen Blutphosphatspiegels die RenagelDosis anpassen (auf 1 bis 10 Kapseln zu 400 mg pro Mahlzeit) anpassen.

In bestimmten Fällen, in denen Renagel gleichzeitig mit einem anderen Arzneimittel eingenommen werden muss, wird Ihnen Ihr Arzt möglicherweise raten, das andere Arzneimittel entweder 1 Stunde vor oder 3 Stunden nach Renagel einzunehmen, oder Ihr Arzt wird eine Überwachung der Blutwerte für das andere Arzneimittel in Erwägung ziehen.

Wenn Sie mehr Renagel eingenommen haben, als Sie sollten

Es gibt keine Berichte über Überdosierungen bei Patienten. Bei Verdacht auf Überdosierung sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen.

Wenn Sie die Einnahme von Renagel vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, überspringen Sie diese Dosis und nehmen die nächste Dosis wie gewohnt mit einer Mahlzeit ein. Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

WELCHE

NEBENWIRKUNGEN


SIND
MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Renagel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen wurden bei Patienten unter Einnahme von Renagel beschrieben: Sehr häufig (betroffen sind mehr als 1 von 10 Patienten): Übelkeit, Erbrechen. Häufig (betroffen sind 1 bis 10 von 100 Patienten): Durchfall, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen.

Bei der klinischen Anwendung von Renagel wurden Fälle von Jucken, Hautausschlag, Bauchschmerzen, geringere Motilität (Beweglichkeit) des Darms, Darmblockaden, Entzündung von abnormen Ausstülpungen (Divertikel genannt) im Dickdarm und Perforation der Darmwand berichtet.

Da Verstopfung ein Symptom sein kann, welches in sehr seltenen Fällen Darmblockaden vorausgeht, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

WIE IST RENAGEL AUFZUBEWAHREN?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 25ºC aufbewahren. Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Schachtel und/oder Flasche hinter „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

Datenquelle: European Medicines Agency
Stand der Informationen: Februar 2011

Laut Packungsbeilage können bei der Einnahme von Renagel folgende Nebenwirkungen auftreten

Sehr häufig  (>10%)

Übelkeit

Erbrechen

Häufig  (1 - 10%)

Verstopfung

Bauchschmerzen

Verdauungsstörungen

Durchfall

Blähungen

Nicht bekannt

Hautausschlag

Jucken

Perforation der Darmwand

Bauchschmerzen

geringere Beweglichkeit des Darms

Darmblockaden

Divertikel im Dickdarm

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