Wer morgens mit Nackenschmerzen aufwacht, sucht häufig nach Ursachen und konkreten Lösungen. Ein Nackenstützkissen (umgangssprachlich "Nackenkissen" oder „orthopädisches Nackenkissen“) soll Kopf und Nacken so lagern, dass die Halswirbelsäule möglichst neutral liegt – also weder stark überstreckt noch abgeknickt.
Gleichzeitig zeigt ein Test der Stiftung Warentest aus der Ausgabe 09/2025: Ein Nackenkissen kann für eine Person sehr gut funktionieren und für eine andere nicht. Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Auswahlkriterien zu kennen – und Produkte eher als Optionen einzuordnen als eine „Lösung für alle“.
Zusammenfassung
Passform ist entscheidend: Laut Stiftung Warentest stützen nur wenige der geprüften Nackenstützkissen in jeder Schlaflage gut – deshalb ist Anpassbarkeit oft wichtiger als der Produktname.
Schlafposition + Schulterbreite bestimmen die ideale Höhe. Ein zu hohes oder zu flaches Kissen kann Beschwerden verstärken.
Ein Nackenkissen kann entlasten, ersetzt aber keine Abklärung, wenn Schmerzen stark, neu oder mit Warnzeichen einhergehen (z. B. Taubheitsgefühl/Kribbeln, Unfall/Trauma).
Tests geben Orientierung – ob ein ergonomisches Nackenkissen bei Nackenschmerzen hilft, zeigt sich meist erst im praktischen Einstellen und Beobachten über 1–2 Wochen.
Das Emma Classic Stützkissen ist Test-Sieger.
Wofür wird ein Nackenkissen verwendet?
Nackenkissen sind so geformt oder konstruiert, dass sie den Übergang zwischen Kopf, Nacken und Schulterbereich stabiler unterstützen als klassische, sehr weiche Kissen. Ziel ist meist:
eine neutralere Ausrichtung von Kopf-Hals-Brustwirbelsäule im Liegen
weniger „Abknicken“ des Nackens (v. a. in Seiten- und Rückenlage)
Entlastung der Muskulatur und Bänder über die Nacht
Wichtig: Nackenschmerzen haben viele Ursachen (z. B. Fehlhaltung am Arbeitsplatz, Stress/Anspannung, Schlafposition, wenig Bewegung). Ein Kissen kann ein Baustein sein – aber selten die einzige Maßnahme.
Warnzeichen: Bei Taubheit/Kribbeln im Arm, Lähmungsgefühl, starken Kopfschmerzen, Fieber, Unfall/Trauma oder anhaltenden starken Schmerzen ist ärztliche Abklärung sinnvoll.
Was zeigt der Stiftung-Warentest-Test (Ausgabe 09/2025) – und was heißt das für die Auswahl?
Die Stiftung Warentest hat 14 Nackenstützkissen geprüft.
Nur 4 von 14 Kissen stützen in jeder Lage gut ab.
Viele Modelle sind kaum oder gar nicht anpassbar; oft fehlen Anleitungen zum Einstellen.
Jedes getestete Kissen konnte mindestens einer Person helfen, eine entspannte Position zu finden – bei anderen Personen klappte das teilweise nicht.
Daraus folgt: Ein „gutes“ Kissen ist häufig eines, das sich an den eigenen Körper (Schulterbreite, Kopfgröße) und die Schlafgewohnheiten (Seite/Rücken/Bauch, Positionswechsel) anpassen lässt – und das man korrekt einstellen kann.
Hinweis zur Einordnung: Detaillierte Testergebnisse (z. B. alle Teilnoten pro Modell) sind bei Stiftung Warentest teilweise kostenpflichtig. In diesem Artikel werden daher die öffentlich zugänglichen Zusammenfassungen sowie in der Berichterstattung genannte Noten/Details genutzt.
Wichtige Kriterien beim Kauf eines Nackenkissens bei Nackenschmerzen
1) Schlafposition: Seiten-, Rücken- oder Bauchlage?
Seitenschläfer brauchen meist mehr Höhe, weil die Schulter den Abstand zur Matratze vergrößert.
Rückenschläfer profitieren oft von stabiler, aber nicht zu hoher Stützung (damit das Kinn nicht Richtung Brust kippt).
Bauchschläfer profitieren häufig von flacheren Einstellungen; sonst droht Überstreckung im Nacken.
2) Höhe und Einstellbarkeit: zentral für die Passform
Verstellbare Systeme (z. B. herausnehmbare Schichten oder Schaumkeile) erleichtern es, die passende Höhe zu finden. Das ist besonders relevant, wenn man die Schlafposition häufig wechselt oder unsicher ist, welche Höhe gut funktioniert.
3) Stützwirkung vs. Komfort
Zu weiches Material kann dazu führen, dass der Kopf einsinkt und der Nacken „durchhängt“. Zu harte Kerne können Druck erzeugen. Einige Modelle kombinieren daher Materialien oder bieten zwei Liegeflächen (z. B. fester/weicher).
4) Schlafklima (Wärme, Schwitzen)
Wem nachts schnell warm wird, der achtet auf belüftete Kerne, atmungsaktive Bezüge oder (je nach Modell) kühlende Seiten. In der Berichterstattung werden beim Thema Schlafklima teils Abzüge genannt – das ist ein Hinweis, das eigene Temperaturempfinden bewusst zu testen.
5) Hygiene und Pflege
Ein abnehmbarer, waschbarer Bezug ist im Alltag praktisch. Der Kern ist häufig nicht waschbar; das ist normal, sollte aber in die Entscheidung einfließen, wenn Hygiene ein zentrales Thema ist.

Produktvergleich Nackenkissen
Hinweis: Die Tabelle fasst öffentlich berichtete Angaben zusammen. Sie ersetzt nicht die vollständige Warentest-Tabelle.
Produkt | Aufbau & | Maße/ | Material/ | Pflege | Test-Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
Mehrschichtig; | 80x40 cm | Viscoschaum/Memory-Foam-Mix | Bezug abnehmbar; waschbar | gut (1,7) | |
Einstellbar über Keile/Kerne; | 80x40 cm | Kombination aus Latex + Memory-Schaum | Bezug waschbar | gut (2,1) | |
3 Schichten; | 41x52x13 cm | 3-schichtiger Schaum; teils „kühlende Seite“ | Bezug waschbar bis 40 °C; Kern nicht waschbar | gut (2,2) | |
3 Schichten; | 60x36 cm | CoolFlex + AirCell; Tencel-Bezug | Bezug waschbar bis 40 °C | befriedigend (2,8) | |
2 Härtegrade | 55x40 cm | Bezug Polyester/Viskose-Mix | Bezug waschbar bis 30 °C | befriedigend (2,6) | |
Kompakt; 2 Härtegrade | 50x30x11 cm | Schaumkern; OEKO-TEX genannt | Bezug waschbar bis 40 °C | befriedigend (3,0) |
Einzelvorstellung der getesteten Nackenkissen
Emma Classic Stützkissen
Kurzprofil: Ergonomisches Nackenstützkissen mit mehrschichtigem Aufbau, bei dem einzelne Schaumlagen herausgenommen oder wieder eingesetzt werden können. So lässt sich die Höhe und das Liegegefühl (z. B. für Seiten- oder Rückenschlaf) besser an Schulterbreite und bevorzugte Schlafposition anpassen.
Besondere Eigenschaften
modular (Höhen-/Aufbauanpassung)
Bezug abnehmbar und waschbar (Quelle)
Für wen kann es geeignet sein?
Menschen, die ein anpassbares Nackenkissen suchen und die Einstellung aktiv testen möchten.
Centa-Star Comfort Exquisit
Kurzprofil: Verstellbares Nackenstützkissen, das je nach Ausführung mit unterschiedlichen Kernen und Einlegekeilen arbeitet. Dadurch lässt sich die Höhe und teilweise auch das Liegegefühl schrittweise anpassen – zum Beispiel, wenn man zwischen Seiten- und Rückenlage wechselt oder eine bestimmte Stützhöhe für Schulterbreite und Matratzenhärte braucht. Der Hersteller verweist dabei auf zahlreiche Einstellmöglichkeiten, die in der Praxis vor allem dann hilfreich sind, wenn man das Kissen systematisch (über mehrere Nächte) feinjustieren möchte.
Besondere Eigenschaften
Kombination aus Latex und Memory-Schaum (Herstellerangabe)
verstellbare Höhe/Festigkeit über Keile (Herstellerangabe bzw. Quelle)
Für wen kann es geeignet sein?
Personen, die Höhe und Festigkeit sehr gezielt einstellen möchten (z. B. bei breiten Schultern oder wechselnden Schlaflagen).
Ikea RAMSLÖKSMAL
Kurzprofil: Ergonomisches Kissen mit 3-schichtigem Aufbau, das sich relativ unkompliziert anpassen lässt: Wird die mittlere Schicht entfernt, wird das Kissen flacher – was je nach Schlafposition (z. B. Rückenlage oder Bauchlage) hilfreich sein kann. Durch den stufigen Zuschnitt entstehen zudem unterschiedliche Liegezonen, sodass man den Kopf je nach Bedarf eher höher oder niedriger ablegen kann. In Produktbeschreibungen wird außerdem teils eine kühlende Seite genannt, was vor allem für Personen interessant sein kann, die nachts schnell warm werden oder ein „frischeres“ Liegegefühl bevorzugen.Besondere Eigenschaften
einfache Anpassung über Schicht herausnehmen
Bezug waschbar; Kern nicht waschbar
Für wen kann es geeignet sein?
Menschen, die eine unkomplizierte Höhenanpassung und ggf. Fokus auf Schlafklima suchen.
Matratzen Concord MLILY Soft
Kurzprofil: 3-schichtiges Kissen mit entnehmbarer mittlerer Schicht, sodass sich die Höhe in einem gewissen Rahmen anpassen lässt. Das kann hilfreich sein, wenn man zwischen Rücken- und Seitenlage wechselt oder die Stützhöhe an Schulterbreite und Matratzenhärte anpassen möchte. In der Berichterstattung wird zudem ein gutes Schlafklima hervorgehoben – für Personen, die nachts schnell warm werden oder zum Schwitzen neigen, kann das ein relevantes Auswahlkriterium sein. Wie stark dieser Effekt im Alltag spürbar ist, hängt allerdings auch vom Bezug, der Raumtemperatur und der eigenen Wärmewahrnehmung ab.
Besondere Eigenschaften
Fokus Schlafklima (Quelle)
Bezug mit Lyocell/Tencel-Anteil genannt (Quelle)
Für wen kann es geeignet sein?
Personen, denen nachts eher warm wird und ein Kissen mit Fokus auf Schlafklima testen möchten.
Liebscher & Bracht Nackenstützkissen
Kurzprofil: In der Berichterstattung wird dieses Modell als Nackenkissen mit zwei unterschiedlich festen Liegeflächen (zwei Härtegraden) beschrieben. Das kann hilfreich sein, wenn man sich nicht sicher ist, ob man eher weicher oder stützender liegen möchte – oder wenn sich das Bedürfnis je nach Schlafposition (Seite/Rücken) verändert. Zusätzlich wird ein waschbarer Bezug genannt, was für den Alltag (Hygiene, regelmäßige Nutzung) ein praktisches Kriterium sein kann.
Besondere Eigenschaften
zwei Liegeflächen (Härtegrade)
waschbarer Bezug (Quelle)
Für wen kann es geeignet sein?
Menschen, die zwischen zwei Festigkeiten wählen möchten und ein robustes Alltagskissen suchen.
Blackroll Recovery Pillow
Kurzprofil: Kompakteres Nackenkissen, das in der Berichterstattung auch im Kontext von Reisen und Transport genannt wird. Die kompakteren Maße können praktisch sein, wenn man unterwegs nicht auf eine vertraute Nackenlagerung verzichten möchte (z. B. im Hotel oder bei häufigen Dienstreisen). Gleichzeitig ist bei kompakten Kissen die Stützhöhe oft begrenzter – deshalb lohnt es sich, besonders darauf zu achten, ob die bevorzugte Schlafposition (Seite/Rücken) ausreichend unterstützt wird. Der Bezug wird laut Hersteller als waschbar beschrieben, was im Alltag (Hygiene, regelmäßige Nutzung) ein Pluspunkt sein kann.
Besondere Eigenschaften
kompakte Maße
zwei Härtegrade (Quelle
Für wen kann es geeignet sein?
Menschen, die ein kompaktes Kissen (auch unterwegs) wollen und ihre bevorzugte Schlaflage gezielt testen.
Für wen eignet sich welches Nackenstützkissen?
Viele Schlaflagen (Wechsel zwischen Seite/Rücken):
eher verstellbare Systeme (Schichten/Keile), damit Feintuning möglich ist – z. B. Emma Classic Stützkissen (Schichten), Centa-Star Comfort Exquisit (Keile/Kerne) oder Ikea RAMSLÖKSMAL (Schicht entnehmbar).Seitenschläfer mit breiten Schultern:
häufig höher einstellen; stabile Stützzone wichtig – eher Modelle mit klarer Höhenanpassung wie Centa-Star Comfort Exquisit oder Emma Classic Stützkissen (je nach Einstellung).Bauchschläfer:
meist flacher einstellen, um Überstreckung zu vermeiden – z. B. Ikea RAMSLÖKSMAL (mittlere Schicht entfernen) oder ein verstellbares Kissen wie Emma Classic Stützkissen in flacher Konfiguration.Wer nachts stark schwitzt:
auf Schlafklima (Belüftung/Bezug/kühlende Seite) achten – z. B. Matratzen Concord MLILY Soft (Schlafklima in der Berichterstattung hervorgehoben) oder Ikea RAMSLÖKSMAL (kühlende Seite laut Herstellerangabe).Hygiene wichtig:
abnehmbarer, waschbarer Bezug ist ein Plus – z. B. Emma Classic Stützkissen, Ikea RAMSLÖKSMAL oder Blackroll Recovery Pillow (Bezug waschbar; Details je nach Quelle/Herstellerangabe).
Der Nackenkissen-Test der Stiftung Warentest macht vor allem deutlich: Das passende Kissen ist individuell. Entscheidend sind Schlafposition, passende Höhe und sinnvolle Anpassbarkeit. Tests helfen bei der Orientierung – die Alltagstauglichkeit zeigt sich aber erst im eigenen Einstellen und Probieren.
Häufige Fragen (FAQ) zu Nackenkissen
Kann ein Nackenkissen Nackenschmerzen spürbar lindern?
Ein Nackenkissen ist kein Heilmittel. Es kann die Lagerung verbessern und damit bei manchen Menschen Verspannungen reduzieren – besonders, wenn Schlafposition, Kissenhöhe oder fehlende Stützung mitbeteiligt sind.
Wie finde ich die richtige Höhe für mein Nackenkissen?
Als grobe Orientierung: In Seitenlage sollte Kopf/Hals möglichst gerade liegen. Bei verstellbaren Kissen hilft ein systematischer Test (Einstellung 2–3 Nächte, dann gezielt verändern).
Woran merke ich, dass das Nackenkissen zu hoch ist?
Mögliche Hinweise: Druckgefühl im Nacken, „Kinn-zur-Brust“-Gefühl in Rückenlage oder neue Kopfschmerzen am Morgen. Bei Taubheit/Kribbeln bitte ernst nehmen und abklären lassen.
Woran merke ich, dass das Nackenkissen zu flach oder zu weich ist?
Wenn der Kopf deutlich einsinkt und die Nackenmuskulatur morgens „arbeitet“, kann das auf zu wenig Stützung hindeuten. In Seitenlage kann der Eindruck entstehen, dass der Zwischenraum zur Matratze nicht gut ausgefüllt wird.
Wie lange dauert die Eingewöhnung?
Viele Menschen brauchen einige Nächte bis etwa 1–2 Wochen. Wenn Beschwerden deutlich zunehmen oder Warnzeichen auftreten, sollte die Einstellung geändert oder ein anderes Kissen gewählt werden.
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