NIPRUSS: Beipackzettel

Verschreibungspflichtig: Ja

Wirkstoff:

60 mg Nitroprussid Natrium 2-Wasser

Darreichungsform: Ampullen

Packungsgrößen (PZN)

1 ST

(10298928)

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Art und Weise von NIPRUSS

  • Die Infusion erfolgt in eine Vene, verabreicht durch den Arzt oder das medizinische Fachpersonal mittels geeigneter Dosierpumpe.

Dosierung von NIPRUSS

  • Die Infusion erfolgt in eine Vene, verabreicht durch den Arzt oder das medizinische Fachpersonal mittels geeigneter Dosierpumpe.
  • Die Dauer der Anwendung richtet sich u.a. nach der Gesamtdosis.
  • Nitroprussidnatrium-Infusionen müssen grundsätzlich mit niedrigen Dosen begonnen werden. Die Dosis wird dann in Zeitintervallen von 3 bis 5 Minuten verdoppelt, bis das gewünschte Blutdruckniveau erreicht ist. Die blutdrucksenkende Wirkung tritt sofort ein. Gegen Infusionsende wird die Infusionsgeschwindigkeit allmählich reduziert. Während der Anwendung wird der Blutdruck regelmäßig überwacht.
  • Für die kontrollierte Hypotension bei Operationen wird empfohlen, die Gesamtmenge pro Fall von 1,0 bis 1,5 mg/kg nicht zu überschreiten.
  • Um einer Cyanidvergiftung vorzubeugen, wird dringend empfohlen Nitroprussidnatrium Infusionen immer mit Natriumthiosulfat als simultane Dauerinfusion über einen getrennten venösen Zugang zu infundieren. Für Informationen zu Cyanid- und Thiocyanat-Toxizität, siehe „Wenn Sie eine größere Menge erhalten haben als Sie sollten". Zu den Anzeichen einer Cyanid- und Thiocyanatvergiftung siehe Kategorie „Nebenwirkungen". Als Antidot im Falle einer vermuteten oder beobachteten Cyanidvergiftung (wenn z.B. kein Thiosulfat für eine gleichzeitige Anwendung verfügbar ist), können Hydroxocobalamin und/oder andere Mittel, die Ihr Blut entgiften können, erforderlich sein.
  • Dosierungstabellen und Infusionsraten für die Anwendung mit einem Perfusor oder Infusomaten, siehe Gebrauchsinformation.
  • Ältere Patienten
    • Ältere Patienten benötigen oft geringere Dosen.

 

  • Wenn Sie eine größere Menge erhalten haben, als Sie sollten
    • Eine Toxizität kann vermieden werden, wenn die Dosierungsanweisungen befolgt werden.
    • Cyanidvergiftung
      • Im Falle einer Cyanidvergiftung sollte die Infusionsdosis von dem Präparat reduziert und falls notwendig sollte Cyanid durch ein Antidot aus dem Körper entfernt werden.
      • Bei einer Thiocyanatvergiftung sollte die Infusion von dem Arzneimittel abgebrochen und erforderlichenfalls sollte Thiocyanat per Dialyse aus dem Organismus entfernt werden.
      • Zu den Anzeichen einer Cyanid- oder Thiocyanat-Toxizität, siehe Kategorie "Nebenwirkungen"

 

  • Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Indikation von NIPRUSS

  • Das Arzneimittel ist ein blutdrucksenkendes/blutgefäßerweiterndes Arzneimittel und wird bei Erwachsenen angewendet zur:
    • Behandlung von Bluthochdruckkrisen
    • kontrollierten Blutdrucksenkung bei Operationen.
  • Es ist nicht für eine Dauertherapie geeignet.

Kontraindikation von NIPRUSS

  • Das Arneimittel darf nicht angewendet werden, wenn Sie/bei
    • allergisch gegen den Wirkstoff Nitroprussidnatrium sind.
    • hohem Blutdruck bedingt durch eine angeborene krankhafte Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose) oder bei bestehender fehlerhafter Verbindung zwischen arteriellen und venösen Blutgefäßen
    • erblich bedingtem Schwund von Fasern des Sehnervs (Leberscher Optikusatrophie)
    • beidseitiger, meist irreversibler Verminderung der Farbwahrnehmung bei chronischem Tabakmissbrauch (Tabakamblyopie). Dies kann auftreten, wenn der Körper nicht in der Lage ist, das giftige Cyanid aus dem Tabak abzubauen.
    • Vitamin B12-Mangel
    • stoffwechselbedingter Übersäuerung des Blutes und des Körpers (metabolische Azidose)
    • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
    • bestehender Kurzschlussverbindung zwischen arteriellen und venösen Blutgefäßen innerhalb der Lunge (intrapulmonale arteriovenöse Shunts). Arterielle Blutgefäße (Arterien) führen das Blut vom Herzen zu Ihren Organen, venöse Blutgefäße (Venen) leiten das Blut von den Organen zum Herzen.

Nebenwirkungen von NIPRUSS

  • Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
  • Bei der Behandlung von Bluthochdruck können Symptome wie Schwächegefühl, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Herzrasen (Tachykardie) auftreten.
  • Häufigkeit nicht bekannt
    • Weitere mögliche Nebenwirkungen sind
      • Reaktionen an der Applikationsstelle (Schmerz, Hautrötung, Juckreiz)
      • zu starke Blutdrucksenkung
      • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Inkontinenz
      • Ohrgeräusche
      • Verwirrtheit
      • Halluzinationen
      • vorübergehende Verengung der Pupillen
      • gesteigerte Reflexbereitschaft
      • vorübergehende Steigerung der Beschwerden (Rebound-Effekt)
    • Unzureichende Blutdrucksenkung, Wirkungsabnahme bei wiederholter Gabe (Tachyphylaxie) und Toleranz sind eher bei jüngeren als bei älteren Bluthochdruckpatienten zu erwarten.
    • Hinweise einer Cyanidvergiftung sind:
      • hellrotes venöses Blut
      • flache und/oder zu langsame Atmung (Hypoventilation)
      • Lactatanstieg
      • verminderte Sauerstoffaufnahme
      • Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen
      • Kopfschmerzen
      • stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes und des Körpers (Azidose)
      • Koma, Atemlähmung, Krämpfe
    • Todesfälle sind beschrieben.
    • Solche Vergiftungssymptome können auftreten, wenn die Cyanidmenge so hoch ist, dass die Entgiftungskapazität des menschlichen Organismus überschritten wird. Deshalb ist eine gleichzeitige Gabe von Natriumthiosulfat erforderlich.
    • Eine Cyanidvergiftung ist durch die gleichzeitige Infusion von Natriumthiosulfat völlig vermeidbar.
    • Symptome einer Thiocyanatvergiftung, die bei Überdosierung entstehen kann - bei Nierenkranken früher als bei Nierengesunden - beinhalten:
      • Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit
      • Schlafstörungen, Nervosität
      • Unterfunktion der Schilddrüse
      • Durchfälle, Erbrechen, Inkontinenz
      • geistig/seelische Störungen (Psychose)
      • Lähmungserscheinungen, Koma
    • Bei sehr hohen Serumkonzentrationen kann der Tod eintreten.
    • Auch eine Thiocyanatvergiftung ist bei Beachtung der Dosierungsanleitung vermeidbar. Bei Thiocyanatvergiftung sollte die Infusion von dem Präparat abgebrochen und erforderlichenfalls Thiocyanat per Dialyse aus dem Organismus entfernt werden.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Patientenhinweis für NIPRUSS

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal vor Anwendung von dem Präparat, wenn Sie:
      • zuvor Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil eingenommen haben. Diese Arzneimittel werden eingesetzt um bei Männern eine Erektion hervorzurufen oder um den Blutdruck in den Blutgefäßen der Lunge zu senken. Die Anwendung von dem Arzneimittel sollte nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da es in diesem Fall zu einer erheblichen Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes kommen kann.
      • eine Erkrankung haben, die mit einem erhöhten Schädelinnendruck einhergeht.
    • Nitroprussidnatrium-Infusionen dürfen nur mit gleichzeitiger Anwendung von Natriumthiosulfat-Lösung angewendet werden. Siehe Informationen für medizinisches Fachpersonal.
    • Während der Infusion ist eine fortlaufende Überwachung des EKG und des Blutflusses erforderlich.
    • Kinder und Jugendliche
      • Die Sicherheit und Wirksamkeit von dem Präparat bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Deshalb sollte es Kindern und Jugendlichen nicht gegeben werden.
    • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
      • Bei mehrtägigen Infusionen von Nitroprussidnatrium (im Falle von hohen Dosen auch schon innerhalb von 24 Stunden) ist der Thiocyanatspiegel besonders bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zu kontrollieren und darf 6 mg/100 ml nicht überschreiten.
    • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
      • Das Präparat sollte bei Patienten mit Lebererkrankungen (eingeschränkter Leberfunktion) mit Vorsicht angewendet werden, und Anzeichen einer Cyanidtoxizität müssen engmaschig überwacht werden. Falls notwendig muss die Anwendung von Nitroprussidnatrium schrittweise reduziert oder abgebrochen werden.

Schwangerschaftshinweis für NIPRUSS

  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.
  • Ausreichende Erfahrungen während der Schwangerschaft und der Stillzeit fehlen, und Nitroprussidnatrium sollte während dieser Zeit nur angewendet werden, wenn Ihr Arzt denkt, dass dies unbedingt sein muss (das heißt, nur nach strengster Indikationsstellung).

Wechselwirkungen von NIPRUSS

  • Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln
    • Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.
    • Die gleichzeitige Verabreichung folgender Arzneimittel kann die blutdrucksenkende Wirkung von diesem Präparat verstärken:
      • blutdrucksenkende und blutgefäßerweiternde Mittel
      • Mittel zur Blutdrucksenkung im Lungenkreislauf
      • Beruhigungsmittel
      • Narkosemittel
    • Dies gilt besonders nach Einnahme von Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil.

Original-Beipackzettel als PDF

Hersteller

ALTAMEDICS GmbH

Deutschland

Köln

https://www.altamedics.de

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