
Eine Eireifestörung ist eine Form von Zyklusstörung, bei der eine Eizelle (medizinisch: Oozyte) im Eierstock nicht wie üblich in einem Follikel (Eibläschen) heranreift oder der Eisprung (Ovulation) ausbleibt bzw. unregelmäßig erfolgt. Häufig zeigt sich das durch unregelmäßige Monatsblutungen, sehr lange oder sehr kurze Zyklen oder eine ausbleibende Blutung. Viele Betroffene bemerken die Störung vor allem im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch, sie kann aber auch ohne aktuellen Kinderwunsch relevant sein. Ursachen reichen von vorübergehenden hormonellen Regulationsstörungen (z. B. bei Stress, starkem Untergewicht) bis zu Erkrankungen wie dem polyendokrine metabolische Ovarsyndrom (PMOS) oder Schilddrüsenerkrankungen.

Das Magenkarzinom ist eine bösartige Tumorerkrankung, die meist aus der Magenschleimhaut entsteht (in der Regel ein Adenokarzinom). Typische Beschwerden fehlen anfangs häufig oder sind unspezifisch, sodass die Erkrankung oft erst später erkannt wird. Hinweise können zum Beispiel anhaltende Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut (Anämie) oder Schluckbeschwerden sein.
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Gewebeprobe (Biopsie) gesichert. Die Behandlung richtet sich nach Stadium, Tumorlage und biologischen Merkmalen des Tumors und umfasst – je nach Situation – endoskopische Verfahren, Operation, Chemo- und/oder Immuntherapie sowie unterstützende Maßnahmen.

Die Grippe (medizinisch Influenza) ist eine akute Virusinfektion der Atemwege, die meist plötzlich beginnt und mit starkem Krankheitsgefühl einhergeht. Typisch sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie trockener Husten – die Beschwerden können deutlich stärker sein als bei einer gewöhnlichen Erkältung.
Da Influenzaviren leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, treten in den Wintermonaten regelmäßig Grippewellen auf. Für die meisten Betroffenen heilt eine Grippe folgenlos aus, bei bestimmten Risikogruppen kann sie jedoch schwer verlaufen und Komplikationen verursachen.

Pyostomatitis vegetans ist eine seltene entzündliche Erkrankung der Mundschleimhaut. Typisch sind gelblich-weiße Pusteln und oberflächliche Erosionen auf gerötetem Gewebe, die oft ein sogenanntes „Schneckenspur“-Muster bilden. Die Erkrankung gilt als wichtiger Hinweis auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, vor allem auf Colitis ulcerosa und seltener auf Morbus Crohn.
Mitunter treten die Veränderungen im Mund auf, bevor Darmbeschwerden bekannt sind. Für die Diagnose sind die klinische Untersuchung, eine Gewebeprobe und die Abklärung möglicher Grunderkrankungen wichtig.

as Glioblastom ist der häufigste bösartige, im Gehirn selbst entstehende Tumor bei Erwachsenen und gehört zur übergeordneten Gruppe der Gehirntumoren. Es wächst in der Regel schnell und breitet sich dabei diffus im Gehirngewebe aus, sodass es meist nicht „scharf begrenzt“ ist. Beschwerden entstehen vor allem durch die Lage des Tumors (z. B. Sprach- oder Sehstörungen) und durch erhöhten Druck im Schädel (z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit).
Die Diagnose wird mit bildgebenden Verfahren (meist MRT) vermutet, aber erst durch eine Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop und durch genetische beziehungsweise molekulare Untersuchungen endgültig gesichert. Übliche Behandlungsbausteine sind – je nach Situation – eine möglichst vollständige Operation, eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie (häufig mit Temozolomid).

Ein Dekubitus ist eine durch Druck verursachte, lokal begrenzte Schädigung von Haut und darunterliegendem Gewebe – typischerweise über knöchernen Vorsprüngen. Betroffen sind vor allem Menschen mit eingeschränkter Bewegung, verminderter Wahrnehmung (z. B. bei Querschnittlähmung) oder schweren Grunderkrankungen. Die Beschwerden reichen von einer anhaltenden Rötung bis zu tiefen Gewebedefekten, bei denen auch Muskel oder Knochen betroffen sein können. Entscheidend ist die frühzeitige Erkennung, weil frühe Stadien häufig besser beherrschbar sind als fortgeschrittene.

Blutschwämmchen sind gutartige Veränderungen von Blutgefäßen. Der Begriff wird im Alltag für unterschiedliche Formen verwendet: Bei Babys ist meist das infantile Hämangiom gemeint, das in den ersten Lebenswochen entsteht, zunächst wächst und sich später häufig von selbst zurückbildet. Bei Erwachsenen meint „Blutschwämmchen“ oft kleine, kirschrote Knötchen auf der Haut (meist Kirschangiome, auch „Rubinflecken“), die in der Regel bestehen bleiben.
Seltener bezeichnet der Begriff Hämangiome in inneren Organen – am häufigsten in der Leber. Die Diagnose wird in den meisten Fällen durch ärztliche Untersuchung gestellt. Eine Behandlung ist häufig nicht nötig, kann aber bei bestimmten Lokalisationen, raschem Wachstum, Blutung oder funktionellen Problemen sinnvoll sein.

Pouchitis ist eine Entzündung der Schleimhaut eines operativ angelegten Dünndarm-Reservoirs (Ileum-Pouch, kurz: Pouch). Dieses wird meist nach operativer Entfernung von Dickdarm und Mastdarm bei Colitis ulcerosa als Ersatz für den Enddarm angelegt. Typisch sind eine plötzlich oder schubweise erhöhte Stuhlfrequenz, starker Stuhldrang, teils krampfartige Schmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Manchmal kommen Fieber oder Blutbeimengungen hinzu. Beschwerden allein reichen für eine Diagnose jedoch nicht aus, weil ähnliche Symptome auch durch andere Ursachen am Pouch entstehen können (z. B. Cuffitis, chirurgische Komplikationen oder ein irritables Pouchsyndrom).
Die Diagnose wird deshalb in der Regel durch Pouchoskopie (endoskopische Spiegelung des Pouches) mit Beurteilung der Schleimhaut und ggf. Gewebeproben (Biopsien) gesichert. Viele akute Episoden sprechen gut auf Antibiotika an. Bei wiederkehrenden oder therapieresistenten Verläufen können zusätzliche oder andere Behandlungen in spezialisierten Zentren nötig sein.

Ein Atherom ist meist eine gutartige, langsam wachsende Zyste (Hohlraum) in oder unter der Haut. Umgangssprachlich wird es häufig „Grützbeutel“ genannt, weil der Inhalt aus aufgeweichtem Hornmaterial (Keratin) bestehen kann. Viele Atherome verursachen lange keine Beschwerden und sind vor allem ein kosmetisches Problem. Problematisch wird es, wenn sich die Zyste entzündet oder infiziert: Dann kann sie schmerzhaft werden, rötlich anschwellen und im Verlauf auch eitrig „aufgehen“. Die sichere Abgrenzung zu anderen Knoten unter der Haut (z. B. Abszess, Lipom oder selten Hautkrebs) gelingt durch ärztliche Untersuchung. Endgültige Gewissheit gibt bei Entfernung die feingewebliche Untersuchung.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind langfristige Erkrankungen, bei denen sich die Darmschleimhaut wiederholt oder dauerhaft entzündet. Meist sind damit vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gemeint. Typisch sind Beschwerden wie anhaltender Durchfall, Bauchschmerzen und – insbesondere bei Colitis ulcerosa – Blut im Stuhl. Die Erkrankungen verlaufen häufig in Schüben: Phasen mit stärkeren Beschwerden wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab. Eine CED ist keine ansteckende Erkrankung, sie wird aber manchmal mit infektiösen Darmentzündungen verwechselt.

Ein Kavernom ist eine gutartige Gefäßfehlbildung: Dabei bilden sich im Gehirn oder Rückenmark kleine, unregelmäßig erweiterte, dünnwandige Blutgefäße („Kavernen“), in denen das Blut langsam fließt. Viele Kavernome bleiben lange unbemerkt und werden zufällig in der Magnetresonanztomografie (MRT) entdeckt. Beschwerden entstehen vor allem, wenn es zu kleinen oder größeren Einblutungen kommt oder wenn das Kavernom epileptische Anfälle auslöst. Die Bedeutung eines Kavernoms im Gehirn hängt stark von Lage, Größe, Blutungsereignissen und individuellen Risikofaktoren ab.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) – also von Gehirn und Rückenmark. Bei MS greift das Immunsystem irrtümlich Strukturen im Nervengewebe an, wodurch Signalübertragungen gestört werden können.
Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und hängen davon ab, welche Nervenbahnen betroffen sind. Typisch sind Beschwerden wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Schwäche, Probleme mit Gleichgewicht und Koordination sowie ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue). MS ist bislang nicht heilbar, aber mit modernen Therapien lässt sich der Verlauf bei vielen Betroffenen deutlich beeinflussen.

Hyperakusis bezeichnet eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegenüber Alltagsgeräuschen: Töne, die für andere Menschen normal laut sind, werden als übermäßig laut, belastend oder sogar schmerzhaft erlebt. Die Störung betrifft nicht „die Lautstärke an sich“, sondern die Verarbeitung und Bewertung von Geräuschen im Hörsystem und im Gehirn. Häufig tritt Hyperakusis gemeinsam mit Tinnitus (Ohrgeräuschen) oder nach Belastungen des Hörsystems auf, kann aber auch unabhängig davon vorkommen. Betroffene vermeiden Geräusche oft aus Angst vor Unbehagen oder Schmerz – was die Geräuschtoleranz langfristig weiter senken kann. Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um andere Ursachen (z. B. Hörsturz, Mittelohrerkrankungen, neurologische Auslöser) auszuschließen und passende Behandlungsbausteine zu planen.

Ein Paukenerguss ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr (hinter dem Trommelfell), meist infolge einer gestörten Belüftung über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre). Besonders häufig sind Kinder betroffen, weil ihre Ohrtrompete anatomisch kürzer und leichter verlegt ist. Typisch sind ein Druckgefühl im Ohr und eine vorübergehende Hörminderung – Schmerzen stehen oft nicht im Vordergrund. Viele Paukenergüsse bilden sich von selbst zurück, dennoch sollte bei anhaltenden Beschwerden, wiederholten Episoden oder bei Kindern mit Sprach- und Hörproblemen ärztlich abgeklärt werden.

Die Veneninsuffizienz beschreibt eine eingeschränkte Funktion der Venen, Blut – insbesondere aus den Beinen – zum Herzen zurückzutransportieren. Häufig liegt eine Störung der Venenklappen vor: Das Blut fließt teilweise zurück („Reflux“) und staut sich in den Beinen. Dadurch kann sich der Druck in den Venen langfristig erhöhen. Typische Folgen sind Schweregefühl, Schwellungen (Ödeme) und später Hautveränderungen bis hin zu chronischen Wunden („offenes Bein“, medizinisch oft Ulcus cruris genannt). Im Alltag wird „Veneninsuffizienz“ oft als Synonym für Venenschwäche verwendet. Medizinisch ist besonders die chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) gemeint. Die Beschwerden entwickeln sich meist über Jahre und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Die IgA-Nephritis ist eine meist chronische, immunologisch bedingte Nierenerkrankung, bei der sich Abwehrstoffe (Immunglobulin A, kurz IgA) im Filtergewebe der Nieren (den Glomeruli) ablagern. Häufig fällt sie zuerst durch Blut im Urin oder Eiweiß im Urin auf. Fang doch Beide Befunde können zunächst nur in einer Routineuntersuchung auffallen. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Bei manchen Betroffenen bleibt die Nierenfunktion über viele Jahre stabil, bei anderen kann die Erkrankung zu einer fortschreitenden chronischen Niereninsuffizienz führen. Eine sichere Diagnose ist in der Regel nur durch eine Nierenbiopsie (Gewebeprobe) möglich. Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Nieren langfristig zu schützen, zum Beispiel durch konsequente Blutdruckkontrolle und Medikamente.

Die Spondyloosteochondrose beschreibt meist verschleißbedingte (degenerative) Veränderungen an der Wirbelsäule, vor allem an Bandscheiben und den angrenzenden Wirbelkörper-Endplatten. Der Begriff taucht häufig in Röntgen-, CT- oder MRT-Befunden auf und ist eher eine Befundbezeichnung als eine eindeutige Einzelkrankheit. Viele degenerative Veränderungen verursachen lange Zeit keine Beschwerden. Schmerzen entstehen oft erst, wenn Nerven, Wirbelgelenke, Muskeln oder Bänder mitbetroffen sind. Typisch sind Nacken- oder Rückenschmerzen, Steifigkeit sowie – bei Nervenreizung – ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln oder Schwäche in Arm oder Bein. Warnzeichen wie Lähmungen, Störungen von Blase oder Darm, Fieber oder starke nächtliche Schmerzen sollten rasch ärztlich abgeklärt werden.
Fieber, starke Müdigkeit, Halsschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten, vor allem am Hals. Viele Erkrankungen verlaufen mild, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind die Beschwerden jedoch häufiger ausgeprägt. Eine spezifische „Heiltablette“ gibt es nicht – die Behandlung zielt in der Regel darauf ab, Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu anderen Ursachen von Halsschmerzen, etwa einer bakteriellen Mandelentzündung. Bei starken Beschwerden, Atemproblemen oder starken Bauchschmerzen sollte rasch ärztliche Hilfe eingeholt werden.

Der Begriff sexuelle Präferenzstörung stammt vor allem aus älteren Klassifikationen. In neueren medizinischen Einordnungen wird häufiger von paraphilen Störungen gesprochen. Gemeint ist nicht jede von der Norm abweichende sexuelle Vorliebe, sondern nur ein anhaltendes Muster sexueller Erregung, das mit deutlichem Leidensdruck, Funktionsbeeinträchtigung oder einem Risiko beziehungsweise Schaden für andere verbunden ist.
Für Betroffene ist die klare Unterscheidung wichtig, weil ungewöhnliche sexuelle Interessen nicht automatisch eine psychische Störung bedeuten. Bei drohendem Kontrollverlust, erheblicher seelischer Krise oder einer Gefahr für sich selbst oder andere ist rasche fachärztliche Hilfe nötig.

Eine Hodenentzündung (medizinisch: Orchitis) ist eine Entzündung des Hodengewebes, die meist einseitig mit Schmerzen und Schwellung im Hodensack (Skrotum) einhergeht. Häufig liegt zusätzlich eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) vor – dann spricht man von einer Epididymo-Orchitis. Auslöser können Viren (klassisch: Mumps) oder Bakterien sein, die oft aus Harnröhre, Prostata oder Harnwegen „aufsteigen“.
Weil akute Hodenschmerzen auch andere, teils dringliche Ursachen haben können (z. B. Hodentorsion, also Verdrehung des Hodens, oder Leistenbruch), sollte eine Hodenentzündung ärztlich abgeklärt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Bei bakteriellen Infektionen sind meist Antibiotika erforderlich, bei viralen Ursachen vor allem schmerzlindernde und entzündungshemmende Maßnahmen. Hausmittel können unterstützen, ersetzen aber keine Diagnostik und keine ursächliche Therapie.