EHEC ist eher selten in Deutschland, gerade gibt es allerdings viele Berichte über neue Fälle. Besonders kleine Kinder unter 5 Jahren sind betroffen, mit teilweise schwerem Verlauf. Was Sie jetzt über die Krankheit wissen sollten und welche Maßnahmen gegen EHEC besonders wichtig sind.
Auslöser von EHEC sind einige Stämme des E. coli Bakteriums. Dieses unterstützten Menschen und Nutztiere bei der Verdauung und kommt deshalb natürlich im Darm vor. Nicht alle Bakterien-Stämme sind allerdings für den Menschen geeignet. Einige bilden auch giftige Stoffe (Shigatoxine), die zu starkem Durchfall führen können. Diese Durchfallerkrankung bezeichnet man als EHEC.
Was sind die Symptome von EHEC?
Hauptsymptom von EHEC ist Durchfall, das bedeutet sehr weicher bis flüssiger Stuhlgang mindestens dreimal am Tag. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Durch den Flüssigkeitsverlust sind auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit möglich. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung der Nieren oder einer Blutarmut kommen.
Warum ist EHEC gefährlich?
Besonders bei Kindern im Vorschulalter kann EHEC das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen. Das Bakteriengift Shigatoxin 1 greift die Blutgefäßwände und die Blutplättchen (Thrombozyten) an. Betroffene neigen verstärkt zu Blutungen, das zeigt sich etwa durch Hämatome und Einblutungen unter der Haut.
Gleichzeitig zerstört das Gift die roten Blutkörperchen. Es kommt zu Blutarmut, wodurch die Nieren nicht mehr arbeiten können. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Nierenversagen. Auch bei einer rechtzeitigen Behandlung sind zudem langfristig Schäden an den Nieren möglich.
EHEC gehört deshalb schon bei Verdacht zu den meldepflichtigen Krankheiten.
Wie wird EHEC behandelt?
Auch wenn EHEC eine bakterielle Infektion ist, werden Antibiotika eher selten zur Behandlung eingesetzt. Im Zweifel könnten sie das Ausscheiden der Bakterien verlangsamen und gleichzeitig den Ausstoß der Giftstoffe fördern.
Betroffene sollten vor allem auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie die Versorgung mit Elektrolyten achten.
Liegt ein hämolytisch-urämische Syndrom, HUS, vor kann durch eine Diurese, die Harnausscheidung gesteigert werden. Auch eine Dialyse ist denkbar, wenn es zu einer Niereninsuffizienz kommt. In manchen Fällen ist auch eine Plasmatherapie nötig.
Die auslösenden Bakterien von EHEC kommen insbesondere im Darm von Wiederkäuern vor. Eine Ansteckung ist deshalb fast immer auf den Kontakt mit Kot der Tiere, zum Beispiel Kühe, Schafe oder Rehe, zurückzuführen.
Auch verunreinigte Lebensmittel können EHEC verursachen. Zudem sind verhältnismäßig wenig Bakterien für eine Ansteckung nötig. Sie können deshalb auch durch Baden in verunreinigten Gewässern oder von Mensch zu Mensch übertragen werden. Mögliche Ansteckungsquellen von EHEC sind:
Rohes Fleisch oder Rohmilch
Gemüse & Obst, das mit Gülle gedüngt wurde
erkrankte Personen
Baden in verunreinigten Gewässern
Wichtige Hygienemaßnahmen: So können Sie sich vor EHEC schützen
Kleine Kinder kommen häufig durch Tiere, etwa im Streichelzoo, mit EHEC in Kontakt, ältere Kinder und Erwachsene stecken sich in Deutschland überwiegend über verunreinigte Lebensmittel wie Lammfleisch oder Streichwurst an.
Für den Schutz vor Ansteckung sind deshalb vor allem Hygieneregeln wichtig:
Kontakt mit Tieren:
Haustiere wie Hunde oder Katzen können nur in absoluten Ausnahmefällen EHEC übertragen. Denn hierfür müssten sie zunächst selbst Kontakt mit Kot von Wiederkäuern haben. Im Streichelzoo, im Wildtiergehege oder auf dem Bauernhof sind Hygienemaßnahmen dagegen wichtig. Gerade kleine Kinder sollten hier von den Aufsichtspersonen eng begleitet werden:
Vor und nach dem Kontakt mit Tieren Hände gründlich waschen.
Währenddessen die Hände möglichst nicht in den Mund stecken.
Speisen und Getränke nur außerhalb der Gehege einnehmen.
Umgang mit Lebensmitteln:
Nicht nur tierische Lebensmittel, auch Gemüse und Obst kann durch das Düngen mit Gülle verunreinigt sein. Eine gute Küchenhygiene ist deshalb für alle Lebensmittel wichtig. Zusätzlich gilt:
Hände zwischen den Arbeitsschritten und nach der Zubereitung gründlich waschen.
Rohe tierische Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren.
Arbeitsgeräte und Arbeitsflächen zwischen den Arbeitsschritten reinigen.
Obst und Gemüse gründlich waschen.
Fleisch durchgaren (mindestens 70 ° Kerntemperatur für 10 Minuten).
Rohmilch vor dem Verzehr erhitzen.
Kleine Kinder, ältere Personen und Schwangere sollten auf rohe tierische Produkte (Rohmilch, Mettwurst) komplett verzichten.
Kontakt mit erkrankten Personen:
EHEC wird von Mensch zu Mensch durch den Stuhlgang oder den Urin übertragen. Händewaschen nach dem Toilettengang sowie das Tragen von Einmalhandschuhen beim Wickeln sind deshalb besonders wichtig. Daneben sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:
Solange noch Bakterien über den Stuhl ausgeschieden werden, dürfen Personen mit EHEC keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen (z. B. Kita und Schulen) oder Kontakt zu betreuten Personen haben (z. B. bei der Arbeit in Alten- und Pflegeheimen).
Auch Zuhause sollten erkrankte Personen nach Möglichkeit separiert werden.
Eine gute und umfassende Hygiene im Badezimmer ist besonders wichtig. Jede im Haushalt lebende Person sollte etwa ein eigenes Handtuch nutzen.
Auch in der Küche sollten Sie auf äußerste Reinlichkeit achten. Besonders Oberflächen und Geschirr sollten nach Kontakt umfassend gereinigt werden.
Verunreinigte Wäsche, wie Bett- und Unterwäsche, sollte bei mindestens 60 °C mit Vollwaschmittel gewaschen werden.
