Sie spielen weder Tennis noch Golf und haben trotzdem Epikondylitis? Das ist gar nicht so selten, wie Sie vielleicht denken. Denn die Unterarme spielen eine große Rolle in unserem Alltag, ob beim Tragen der Einkaufstaschen oder beim Scrollen durch Social Media. Treten hin und wieder Schmerzen im Ellenbogen oder Bewegungseinschränkungen auf, können diese deshalb stark belasten– und sollten von einem Arzt oder einer Ärztin abgeklärt werden. Handelt es sich um einen Tennisarm oder Golferellenbogen können gezielte Übungen und Physiotherapie nachhaltig Linderung verschaffen und eine Operation vermeiden.
Für eine Entzündung an den Sehnen des Unterarms gibt es viele Bezeichnungen. Fachlich sprechen Ärzte und Ärztinnen von einer Epikondylitis. Laien bezeichnen sie aber oft als Tennisarm und Golferellenbogen oder Tennisellenbogen und Golferarm.
Was ist ein Tennisarm?
Die Epikondylitis, auch bekannt als Tennis- oder Golferellenbogen, ist eine schmerzhafte Entzündung an den Sehnenansätzen des Ellenbogens. Häufig kommt es auch zu Einrissen an der betroffenen Stelle. Die Erkrankung tritt meist bei repetitiver Überbeanspruchung des Unterarms auf. Das kann etwa sein:
falscher Bewegungsstereotyp mit Dauerflexion des Ellenbogens, also eine dauerhafte Streckung des Armes
HWS-Syndrome (C5-6 und TH1): Fehlbelastung durch Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule
Blockierung des Ellenbogengelenks: z. B. durch lange Ruhigstellung oder starke Schonhaltungen
berufliche Tätigkeiten: Arbeiten z. B. das Tippen auf einer Tastatur oder das permanente Halten des Handys
sportliche Aktivitäten: Besonders Schlägersportarten wie Tennis, Golf aber auch Sportklettern
Die Ursachen eines Tennisarms oder Golferellenbogens sind vielfältig. Dennoch kann es ratsam sein, den Grund für die Überbelastung zu ermitteln, um eine nachhaltige Besserung zu erzielen.
Symptome einer Epikondylitis
Die Symptome eines Tennisarms oder Golferellenbogens treten zunächst nur bei Belastung auf, später auch belastungsfrei. Zudem lässt im Verlauf auch die Kraft nach. Vermuten Sie eine Epikondylitis achten Sie auf folgende Symptome:
Schmerzen: lokalisierte Schmerzen an der Außenseite (Tennisellenbogen) oder Innenseite (Golferellenbogen) des Ellenbogens
Druckempfindlichkeit: Schmerzen bei Druck auf den betroffenen Bereich, auch auf die jeweiligen Triggerpunkte
Schwäche: verminderte Kraft im betroffenen Arm, was das Greifen und Halten von Gegenständen erschwert
Bewegungseinschränkungen: Schmerzen bei bestimmten Bewegungen des Arms, z. B. beim Aufdrehen eines Verschlusses
Tennisarm: Behandlung und Physiotherapie
Die rechtzeitige Physiotherapie-Behandlung von Epikondylitis sollte immer erfolgen, um eine etwaige Tennisarm-OP zu vermeiden. In der ersten Phase wirkt die Schmerzphysiotherapie. Entscheidend ist vor allem die Entlastungslagerung des Ellenbogens, die Patienten oder Patientinnen im Alltag integrieren sollten. Hier ruht der Unterarm auf einem Tisch und die Hand ist auswärtsgedreht, so dass die Handfläche nach oben zeigt. Unterstützt wird dies beispielsweise durch die Auflage eines Quarkwickels. Das Kühlen des Tennisarms oder Golferellenbogens ist besonders bei einer akuten Epikondylitis hilfreich. Halten die Schmerzen länger an, ist dagegen Wärme zu empfehlen, um die Symptome zu lindern.
Anschließend sollten die Hand-, Ellenbogen- und Schultergelenke in ihre physiologische Position trainiert werden. Hierfür sind viele unterschiedliche Übungen geeignet. Einige finden Sie etwa weiter unten oder in meinem Programm „Physiotherapie für zu Hause“. Zum Lösen der Faszien können Sie zusätzlich Übungen mit dem Cup selbst ausführen.
Übung Tennisarm und Golferellenbogen mit Cup
Erst wenn die Schmerzen im „Wohlwehbereich“ sind empfehle ich die Myofaszialen Dehnungen für die betroffene Unterarmmuskulatur. Diese sollen fünfmal pro Woche für eine Minute lang durchgeführt werden, um nach vier Wochen die Solllänge des Muskels wieder zu erreichen.

Dehnungsübung für Tennisarm oder Golferellenbogen

Präventionsübung für Tennisarm oder Golferellenbogen
Epikondylitis kann schmerzhaft und einschränkend sein, aber mit der richtigen Behandlung und Prävention können die Symptome gelindert und zukünftige Probleme vermieden werden. Hier hilft das Funktionstraining mit dem Abstützen von der Wand.

Weitere Informationen
HWS-Syndrom: https://flexikon.doccheck.com/de/HWS-Syndrom
Kiesling, G. (2018), Physiotherapie für zu Hause - Häufige Beschwerden selbst behandeln, Riva Verlag
Kiesling, G. (2020), Schmerzfrei durch Cupping, Riva Verlag
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