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Welche Ernährung bei Lipödem? 10 Lebensmittel-Tipps

Veröffentlicht: 12.12.2023

Lesezeit: 4 Min.

Ernährung | Tipps | Diagnose

Verschiede Formen der Krankheit Lipödem an den Beinen. | © vanillya – stock.adobe.com

Ein Lipödem ist eine genetisch bedingte chronische Fettverteilungsstörung. Dabei bildet sich an betroffenen Körperstellen überdurchschnittlich viel Fettgewebe, etwa an Beinen und/oder Armen. Die Ernährung ist kein Grund für die Entstehung des Lipödems, kann aber dessen Symptome maßgeblich beeinflussen. Im Folgenden geben wir wichtige Tipps zur Ernährung für Lipödem-Betroffene.

Lipödem & Ernährung – wie hängt das zusammen?

Ein Lipödem ist genetisch bedingt, daher kann auch eine Diät oder Fastenkur die Erkrankung nicht ursächlich behandeln.

Etwaiges Übergewicht lässt auch nicht automatisch ein Lipödem entstehen. Allerdings leiden über 50 % der Lipödem-Patienten und -Patientinnen (betroffen sind zu 99,9 % Frauen) parallel unter Übergewicht. Das ist eine massive Doppelbelastung für das Gewebe. Deshalb sollten Personen, die von einem Lipödem betroffen sind, Übergewicht unbedingt vermeiden.

Lebensmittel, die Sie bei einem Lipödem essen sollten

Sowohl die mediterrane Küche als auch die ketogene Ernährungsweise und die niedrig-glykämische Ernährung setzen auf Lebensmittel, die viele Nährstoffe, Ballaststoffe, Mineralstoffe, Vitamine, Antioxidantien und ungesättigte Fette sowie Omega-3-Fettsäuren enthalten. Die folgenden Lebensmittel eignen sich für diese Ernährung.

1. Gemüse

Gemüsesorten wie Brokkoli, Grün- und Blumenkohl, Paprika, Spinat und Mangold sollten besonders häufig auf dem Speiseplan stehen. Sie enthalten viele Vitamine und Ballaststoffe und haben eine entzündungshemmende, antioxidative Wirkung.

2. Hülsenfrüchte

Auch Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen, sollten regelmäßig Ihren Speiseplan bereichern. Die dort enthaltenen komplexen Kohlehydrate wirken sättigend. Hülsenfrüchte beinhalten außerdem viele Proteine und regulieren den Blutzuckerspiegel.

3. Vollkornprodukte

Lebensmittel wie Vollkorn- bzw. Naturreis, Vollkornbrot, Hafer (unbehandelte Haferflocken), Hirse und Quinoa sind allesamt ballaststoffreich, haben viele Nährstoffe und sättigen für eine lange Zeit. Mit Vollkornprodukten fällt also das intermittierende Fasten, mit langen Pausen zwischen Mahlzeiten, leichter.

4. Gesunde Öle

Mit gesunden Ölen sind z. B. Olivenöl, Leinöl, Nussöl und Avocadoöl gemeint. Sie sind reich an Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren und wirken entzündungshemmend.

5. Fisch

Fisch, vor allem fettiger Fisch wie Sardinen, Hering und Wildlachs, liefert Ihrem Körper Omega-3-Fettsäuren. Auch wirkt er entzündungshemmend und fördert die Durchblutung, die gerade bei Lipödemen sehr wichtig ist.

6. Samen und Nüsse

Darüber hinaus sollten Sie immer wieder diverse Nüsse und Samen verzehren, wie etwa Sesam, Mandeln, Walnüsse, Leinsamen und Chiasamen. Auch sie regulieren Ihren Blutzucker und enthalten ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine.

7. Kräuter

Kräuter und Gewürze wie Petersilie, Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel und Zimt fördern die Verdauung. Zusätzlich wirken sie entzündungshemmend und antioxidativ.

8. Milchprodukte und Eier

Hier sollten Sie die Vollfettvariante meiden. Halbfettmilch und Joghurt, im besten Fall ungesüßt, sollten Sie aber regelmäßig essen bzw. trinken. Das gilt auch für Eier. Die Milcherzeugnisse bzw. Eier liefern viele Proteine, Vitamine und Mineralstoffe. Milchprodukte haben zudem eine probiotische Wirkung.

9. Obst

Beim Obst sollten Sie primär auf Beeren und säuerliche Früchte wie Äpfel und Zitrusfrüchte zurückgreifen. Obst sollte nur ab und zu gegessen werden, vor allem süßes Obst wie Bananen gilt es zu meiden.

10. Helles Fleisch

Helles Fleisch enthält weniger Cholesterin als dunkles Fleisch. Daher ist mäßiger Konsum von Huhn und Pute im Zuge der Lipödem-Ernährung empfehlenswert.

Lipödem-Ernährungsweisen

Einige Diäten – hier sind Ernährungsweisen gemeint, nicht Methoden zum Gewichtsverlust – sind für Lipödem-Patientinnen besonders empfehlenswert. Bei der gewählten Ernährungsweise sollten Sie immer folgende Grundsätze beachten:

  1. Vermeiden Sie entzündungsfördernde Lebensmittel und setzen Sie auf Antioxidantien.

  2. Halten Sie Ihren Blutzucker stabil und vermeiden Sie Insulinspitzen.

  3. Machen Sie längere Pausen zwischen den Mahlzeiten.

Die empfehlenswerten Ernährungsweisen, um Lipödem-Symptomen entgegenzuwirken.
Die empfehlenswerten Ernährungsweisen, um Lipödem-Symptomen entgegenzuwirken. | © malakoff-klinik.de

Diese Ansätze lassen sich auch in verschiedenen Ernährungsformen erkennen, die für Lipödem-Patienten und -Patientinnen angemessen sind. Dazu gehören:

All diese Empfehlungen beinhalten diverse Lebensmittel, die für die Lipödem-Ernährung von Vorteil sind. Diese stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Zwei Gründe für eine gesunde Ernährung bei Lipödemen

Die Ernährung ist essenziell für Betroffene, auch wenn sich ein Lipödem auf diese Art nicht heilen lässt. Sie spielt aus den folgenden zwei Gründen eine wichtige Rolle:

  1. Eine gesunde Ernährung wirkt Übergewicht entgegen, was das gesamte Gewebe entlastet.

  2. Eine entsprechende Ernährung beeinflusst die Entzündungsprozesse im Körper und lindert die Beschwerden wie Druck- und Spannungsgefühle bzw. Schmerzen.

Sechs Maßnahmen zur Behandlung des Lipödems

Die Ernährung ist für Patienten und Patientinnen also ein wichtiger Hebel, um ihre Beschwerden bzw. Symptome eines Lipödems zu lindern. Dennoch benötigt es für die Linderung eines Lipödems eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Infrage kommen:

  • Ernährung

  • Bewegung

  • Lymphdrainage

  • Kompression mit Strümpfen

  • Feuchtigkeitspflege der Haut

  • Operation in Form einer Fettabsaugung

Fazit

Auch wenn weder Übergewicht noch Ernährung die Ursachen eines Lipödems darstellen, können die Beschwerden mit gewissen Ernährungsweisen sowie Lebensmitteln gelindert werden. Druck- und Spannungsgefühle, Schmerzen und Durchblutungsstörungen können mit Lebensmitteln, die viele Nährstoffe, Ballaststoffe, Mineralstoffe, Vitamine, Antioxidantien und ungesättigte Fette sowie Omega-3-Fettsäuren enthalten, erträglicher werden.