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Hilft Cetirizin bei Hausstauballergie? Ursachen, Symptome und weitere Behandlungsmöglichkeiten

Von: Gast Redakteur:in

Aktualisiert: 24.03.2026

Lesezeit: 7 Min.

Mein Körper | Symptome | Apotheke

Frau mit Taschentuch beim Naseputzen in Innenraum, Symptome einer Erkältung oder Allergie wie Schnupfen und verstopfte Nase, unscharfer Blumenhintergrund im Vordergrund
Die eigentlichen Auslöser einer Hausstauballergie sind oft Hausstaubmilben. | © stock.adobe.com - Andriy Medvediuk

Eine Hausstauballergie gehört zu den häufigsten Allergien in Deutschland. Die Beschwerden können das ganze Jahr über auftreten und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Viele Betroffene fragen sich deshalb, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und ob Wirkstoffe wie Cetirizin die Symptome wirksam lindern können. Um das besser einordnen zu können, ist zunächst wichtig zu verstehen, wodurch eine Hausstauballergie entsteht und welche Beschwerden typisch sind.

Was ist eine Hausstauballergie?

Der Begriff Hausstauballergie ist tatsächlich etwas ungenau. Betroffene reagieren nicht auf den Staub selbst und auch nicht auf mangelnde Hygiene im Haushalt. Die eigentlichen Auslöser sind Hausstaubmilben.

Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere, die etwa 0,1 bis 0,5 Millimeter groß sind und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Sie kommen in nahezu jedem Haushalt vor, unabhängig davon, wie häufig gereinigt wird. Erst wenn das Immunsystem überempfindlich auf sie reagiert, entstehen allergische Beschwerden.

Besonders viele Hausstaubmilben leben im Bett. Dort finden sie ideale Lebensbedingungen, denn sie ernähren sich von Hautschuppen und bevorzugen ein warmes, leicht feuchtes Umfeld. Ein Mensch verliert täglich etwa 1,5 Gramm Hautschuppen, die den Milben als Nahrungsquelle dienen. Gleichzeitig entsteht durch Atmung und Schwitzen während des Schlafs ein warmes und feuchtes Klima unter der Bettdecke. Deshalb können sich in einer Matratze mehrere Millionen Milben befinden. Viele Betroffene bemerken ihre Beschwerden daher besonders nachts oder am Morgen nach dem Aufstehen.

Die allergische Reaktion wird allerdings nicht durch die Milben selbst ausgelöst, sondern durch deren Ausscheidungen. Der Milbenkot trocknet aus und zerfällt in sehr kleine Partikel. Diese verbinden sich mit dem Hausstaub und werden bei alltäglichen Bewegungen, etwa beim Aufschütteln der Bettdecke oder beim Lüften, aufgewirbelt. Gelangen sie über die Atemwege oder die Schleimhäute in den Körper, reagiert das Immunsystem mit einer allergischen Reaktion.

Infografik zur Hausstauballergie: Ursachen durch Milbenkot, Vorkommen in Matratzen, Übertragung über Luft in die Atemwege, schlafende Person im Bett dargestellt
Was ist eine Hausstauballergie? | © beddingbird.de

Welche Symptome treten bei einer Hausstauballergie auf?

Die Symptome einer Hausstauballergie ähneln häufig einer hartnäckigen Erkältung. Besonders im Winter können trockene Heizungsluft und geschlossene Räume die Beschwerden zusätzlich verstärken. Schätzungen zufolge leiden etwa sieben bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland an einer Hausstauballergie.

Die Beschwerden betreffen meist mehrere Körperbereiche gleichzeitig. Typische Symptome sind:

  • Nase (90 %): Eine dauerhaft verstopfte oder laufende Nase sowie häufige Niesanfälle.

  • Augen (75 %): Juckende, tränende oder gerötete Augen, häufig direkt nach dem Aufwachen.

  • Lunge (55 %): Trockener Husten, der besonders nachts oder am frühen Morgen auftreten kann.

  • Atmung (45 %): Ein Engegefühl in der Brust oder erste Anzeichen eines allergischen Asthmas.

  • Schlaf (35 %): Unruhiger Schlaf, der zu ausgeprägter Müdigkeit und Erschöpfung am Tag führen kann.

  • Haut (25 %): Juckreiz, Rötungen oder eine Verschlechterung einer bestehenden Neurodermitis.

Infografik zu Symptomen der Hausstauballergie: verstopfte Nase, Niesen, juckende und tränende Augen, trockener Husten, Atemprobleme, Hautreaktionen und Schlafstörungen mit Häufigkeitsangaben.
Die typischen Symptome einer Hausstauballergie. | © beddingbird.de

Hausstauballergie: was hilft?

Wenn der Verdacht auf eine Hausstauballergie besteht, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Einige Maßnahmen können Beschwerden kurzfristig lindern, andere zielen darauf ab, die Allergie langfristig besser zu kontrollieren.

Zu den wichtigsten Ansätzen gehören:

  • Der Check bei einem Arzt oder einer Ärztin: Mithilfe eines Hauttests oder einer Blutuntersuchung kann ein Arzt oder eine Ärztin feststellen, ob tatsächlich eine Hausstauballergie vorliegt.

  • Schnelle Hilfe: Antihistaminika können typische Symptome wie Niesen, Juckreiz oder tränende Augen oft rasch reduzieren.

  • Bettbezüge: Spezielle Schutzbezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecken, sogenannte Encasings, können verhindern, dass Allergene aus der Bettwäsche eingeatmet werden.

  • Hyposensibilisierung: Bei einer Hyposensibilisierung wird das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt, sodass die allergische Reaktion langfristig abgeschwächt werden kann.

Infografik zu Behandlung der Hausstauballergie: Diagnose per Allergietest, schnelle Hilfe mit Antihistaminika, langfristiger Schutz durch Encasings und Hyposensibilisierung.
Die wichtigsten Behandlungsansätze bei einer Hausstauballergie. | © beddingbird.de

Medikamente bei einer Hausstauballergie

Da Hausstaubmilben im Alltag kaum vollständig zu vermeiden sind, spielen Medikamente eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Allergie. Sie können zwar die Ursache der Allergie nicht beseitigen, aber typische Beschwerden deutlich lindern.

Grundsätzlich lassen sich die wichtigsten Medikamentengruppen in drei Kategorien einteilen:

  • Antihistaminika: Diese Medikamente blockieren den Botenstoff Histamin, der bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und viele der typischen Symptome verursacht. Antihistaminika sind als Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen erhältlich.

  • Glukokortikoide (Kortison): Kortisonhaltige Nasensprays wirken entzündungshemmend und können eine dauerhaft geschwollene Nasenschleimhaut abschwellen lassen.

  • Mastzellstabilisatoren: Diese Wirkstoffe verhindern, dass Histamin überhaupt freigesetzt wird. Sie werden häufig vorbeugend über einen längeren Zeitraum angewendet.

Rezeptfreie Medikamente bei einer Hausstauballergie

In Apotheken gibt es verschiedene Medikamente, die ohne ärztliches Rezept erhältlich sind. Diese können helfen, akute Beschwerden zu lindern.

  • Antihistaminika der zweiten Generation: Dazu gehören Wirkstoffe wie Cetirizin, Loratadin oder Bilastin, die meist als Tabletten eingenommen werden.

  • Lokale Präparate: Nasensprays und Augentropfen mit Wirkstoffen wie Azelastin können direkt an den Schleimhäuten wirken und die Beschwerden dort gezielt reduzieren.

  • Pflegende Produkte: Meerwasser-Nasensprays oder Nasensalben können zusätzlich helfen, gereizte Schleimhäute zu beruhigen.

Infografik zu Medikamenten bei Hausstauballergie: Antihistaminika, Kortison-Nasenspray und Mastzellstabilisatoren sowie rezeptfreie Mittel wie Cetirizin, Nasensprays und Augentropfen.
(Rezeptfreie) Medikamente bei einer Hausstauballergie | © beddingbird.de

Hilft Cetirizin bei einer Hausstauballergie?

Cetirizin gehört zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen bei allergischem Schnupfen und wird auch bei einer Hausstauballergie verwendet. Der Wirkstoff zählt zu den modernen Antihistaminika und kann verschiedene allergische Beschwerden lindern, unter anderem Fließschnupfen, Niesreiz, geschwollene Schleimhäute, tränende Augen oder auch Hautreaktionen wie Nesselsucht.

Die wichtigsten Eigenschaften des Wirkstoffs sind:

  • Schneller Wirkungseintritt: Erste Effekte können bereits innerhalb von 20 bis 60 Minuten nach der Einnahme auftreten.

  • Lange Wirkdauer: Die Wirkung hält häufig bis zu 24 Stunden an, sodass in der Regel eine Einnahme pro Tag ausreicht.

  • Breites Wirkspektrum: Cetirizin kann mehrere allergische Symptome gleichzeitig reduzieren, etwa Niesreiz, Augenreizungen und Schnupfen.

Encasings: Der mechanische Schutzschild

Neben der medikamentösen Behandlung spielt auch die Reduzierung des Kontakts mit Allergenen eine wichtige Rolle. Da sich besonders viele Hausstaubmilben im Bett befinden, können spezielle Schutzmaßnahmen hier besonders effektiv sein.

Encasings gehören zu den am häufigsten empfohlenen Maßnahmen, um die Belastung mit Hausstaubmilben im Schlafbereich zu verringern.

Was sind Encasings und wie helfen sie?

Encasings sind spezielle Schutzbezüge für Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen. Sie bestehen aus einem sehr dicht gewebten Material und werden über die vorhandene Bettwäsche gezogen.

  • Schutz vor Allergenen: Das Gewebe ist so fein, dass Milbenkotpartikel nicht hindurchdringen können, während Luft und Feuchtigkeit weiterhin zirkulieren.

  • Reduzierung der Milbenpopulation: Gleichzeitig verhindern die Bezüge, dass Hautschuppen in die Matratze gelangen. Dadurch wird den Milben langfristig ein Teil ihrer Nahrungsgrundlage entzogen.

Durch den Einsatz solcher Schutzbezüge können nächtliche Beschwerden wie eine verstopfte Nase, Husten oder gereizte Augen deutlich reduziert werden. Viele Betroffene berichten dadurch von einer besserer Schlafqualität.

Infografik zu Encasings bei Hausstauballergie: milbendichte Schutzbezüge für Matratze, Kissen und Bett reduzieren Allergene, lindern Symptome und verbessern den Schlaf.
Was sind Encasings? | © beddingbird.de

Häufig gestellt Fragen

Hilft Cetirizin bei einer Hausstauballergie?

Ja. Cetirizin kann typische Symptome wie Niesen, laufende Nase, juckende Augen oder Hautreaktionen zuverlässig lindern. Es wirkt relativ schnell und hält meist bis zu 24 Stunden an. Wichtig ist aber: Es behandelt nur die Symptome, nicht die Ursache der Allergie.

Was ist eine Hausstauballergie?

Eine Hausstauballergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Eiweisse im Kot von Hausstaubmilben. Diese winzigen Tiere kommen in fast jedem Haushalt vor. Die Allergie hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern mit einer individuellen Empfindlichkeit.

Welche Symptome sind bei einer Hausstauballergie typisch?

Häufig treten mehrere Beschwerden gleichzeitig auf: eine verstopfte oder laufende Nase, Niesanfälle, juckende oder tränende Augen sowie Husten. In manchen Fällen kommen Atemprobleme oder Hautreaktionen hinzu. Auch schlechter Schlaf und Müdigkeit am Tag sind typisch.

Welche Medikamente helfen bei Hausstauballergie?

Antihistaminika lindern akute Symptome wie Juckreiz und Niesen. Kortisonhaltige Nasensprays wirken entzündungshemmend und helfen bei dauerhaft verstopfter Nase. Mastzellstabilisatoren können vorbeugend eingesetzt werden, um allergische Reaktionen zu reduzieren.

Gibt es wirksame Medikamente ohne Rezept?

Ja. Viele Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin sind frei erhältlich. Auch Nasensprays oder Augentropfen können lokal helfen. Zusätzlich können pflegende Produkte wie Meerwasser-Nasensprays die Schleimhäute beruhigen.

Was sind Encasings?

Encasings sind spezielle Schutzbezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecken. Sie bestehen aus sehr dicht gewebtem Material und werden unter der normalen Bettwäsche verwendet. Ziel ist es, den Kontakt mit Allergenen im Schlaf zu reduzieren.

Wie wirken Encasings gegen Hausstaubmilben?

Das Material ist so fein, dass Allergene wie Milbenkot nicht hindurch gelangen. Zusätzlich wird verhindert, dass neue Hautschuppen in die Matratze gelangen, was die Milbenpopulation langfristig verringert.

Welche langfristige Behandlung gibt es?

Die Hyposensibilisierung (Immuntherapie) kann die Ursache der Hausstauballergie behandeln. Dabei wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum an das Allergen gewöhnt. Ziel ist es, die Reaktion dauerhaft abzuschwächen.