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Gingivitis: Zahnfleischentzündungen vorbeugen und behandeln

Veröffentlicht: 21.12.2023

Lesezeit: 4 Min.

Krankheiten | Behandlung | Vorsorge

Eine Frau beim Zähneputzen. Denn gesundes Zahnfleisch ist essenziell für unsere Mundgesundheit. | © Tima Miroshnichenko - pixabay.com

Wenn wir von einer Gingivitis hören, dann ist damit eine schmerzhaft entzündliche Erkrankung des Zahnfleisches gemeint. Diese Zahnkrankheit tritt relativ häufig auf und viele Personen leiden unter den Folgen einer Gingivitis. Leider wird diese Erkrankung oft unterschätzt und die Auswirkungen, die sie auf die Mundgesundheit haben kann, nicht ernst genommen.

Definition Gingivitis

Bei einer Gingivitis handelt es sich um eine sehr frühe Form der Zahnfleischerkrankungen, die in der Regel durch bakterielle Plaque verursacht wird, welche sich um die Zähne herum bildet. Die Gingiva ist ein Teil der Mundschleimhaut und umschließt die Zähne fest. So werden sie normalerweise vor dem Eintritt von Bakterien geschützt.

Ursachenbekämpfung

Die Hauptursache von Gingivitis ist die Ansammlung von Plaque, welche sich auf den Zähnen bildet. Dabei handelt es sich um eine klebrige Substanz, die aus Bakterien, Speichel und Nahrungsresten besteht. Normalerweise kann Plaque zu Hause durch regelmäßiges und gründliches Zähneputzen entfernt werden - auch das Einsetzen von Zahnseide ist hier hilfreich. Ebenso sollten regelmäßig Kontrollen beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin erfolgen. Einmal pro Halbjahr trägt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine Kontrolluntersuchung, bei der Plaque erkannt und gegebenenfalls entfernt wird.

Alles, was darüber hinausgeht, muss vom Patienten bzw. von der Patientin selbst getragen werden. Zudem müssen Patienten und Patientinnen häufig die Kosten für bestimmte Behandlungen übernehmen, etwa auch, wenn eine fortgeschrittene Gingivitis zum Zahnverlust führt, da diese nur teilweise oder gar nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen inkludiert sind. Unterstützung erhält man durch eine Zahnzusatzversicherung, die bereits bei geringen Beitragsgebühren umfangreiche Leistungen bietet und damit eine bessere Versorgung ermöglicht. Diese übernimmt beispielsweise prozentual die Kosten für Zahnersatz oder für eine gründliche Zahnprophylaxe. Damit können die Ursachen oder Folgen der Gingivitis behandelt werden.

Schnelles Erkennen der Symptome

Sehr oft bleibt eine beginnende Gingivitis unbemerkt, da die Symptome eher subtil sein können. Deshalb sollten Sie regelmäßig das eigene Zahnfleisch überprüfen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch

  • Unangenehmes Zahnfleischbluten, welches meist beim Zähneputzen auftritt

  • Mundgeruch

  • Zahnfleischrückgang, welcher sogar zum Verlust von Zähnen führen kann

Ob sich aber überhaupt eine Zahnfleischentzündung einstellt, hängt auch von weiteren Faktoren ab. Nicht nur eine mangelnde Mundhygiene kann zu einer milden Form der Parodontitis führen. Rauchen, Diabetes, bestimmte Medikamente, aber auch eine genetische Veranlagung kann das Risiko einer Gingivitis ebenfalls stark erhöhen und beeinflussen. Weitere Faktoren, die zu einer Entzündung führen, können sein:

  • Ein geringer Speichelfluss

  • Ein geschwächtes Immunsystem

  • Leukämie

  • Stress

  • Schwangerschaft

  • Unterernährung

  • Eng stehende Zähne

  • Vitamin-C-Mangel

Gesundes Zahnfleisch hat im Regelfall eine blass-rosafarbene Optik und füllt den Zwischenraum der Zähne vollumfänglich aus. Ist es stark gerötet und schmerzhaft, kann bereits von einer beginnenden Gingivitis ausgegangen werden.

Erfolgreiche Behandlung

Die effektive Behandlung einer Gingivitis erfordert eine Kombination von häuslicher Zahnpflege und professionellen Eingriffen. Der erste Schritt ist eine verbesserte Mundhygiene. Das regelmäßige und gründliche Zähneputzen sollte mindestens zweimal täglich erfolgen. Zusätzlich sollte Zahnseide zur Hilfe genommen werden, damit Plaque in den Zahnzwischenräumen besser entfernt werden kann. Bei einer noch nicht fortgeschrittenen Erkrankung wird die Verwendung von antimikrobiellen Mundspülungen und speziellen Zahnpasten empfohlen. So kann die bakterielle Belastung im Mundraum reduziert werden. Bei der fortgeschrittenen Erkrankung wird der Zahnarzt bzw. die Zahnärztin eine tiefere Reinigung, welche auch als Scaling und Wurzelglättung bekannt ist, durchführen. Sie ist erforderlich, um hartnäckige Ablagerungen, die unter dem Zahnfleischrand sitzen, zu entfernen. Je nach Schwere der Entzündung kann die Einnahme eines Antibiotikums notwendig werden. Das Ziel ist zweifelsfrei eine Parodontitis zu verhindern. Diese entsteht, wenn man eine Gingivitis nicht rechtzeitig behandelt und sich die Entzündung auf den Zahnhalteapparat ausweitet.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Die beste Methode zur Vorbeugung von der Gingivitis ist eine konsequente und effektive Mundhygiene, welche mit regelmäßigem Zähneputzen und dem Nutzen von Zahnseide einhergeht. Die regelmäßigen Zahnarztbesuche sollten 1–2-mal im Jahr fest eingeplant werden. Viele Ablagerungen lassen sich nur mit einer professionellen Reinigung entfernen. Der Zahnarzt oder die Zahnärztin kann bereits frühzeitige Anzeichen für eine Gingivitis erkennen und entsprechend behandeln.

Gesunde Ernährungsgewohnheiten tragen zu einer guten Mundhygiene bei. Hierbei sollte auf zucker- und säurehaltige Speisen und Getränke so gut wie möglich verzichtet werden. Sie greifen die natürliche Schutzschicht der Zähne an und machen sie dadurch anfälliger für Plaque. Da Gingivitis auch durch einen Vitamin-C-Mangel entstehen kann, sollte auf eine erhöhte Aufnahme geachtet werden.

Insgesamt ist Gingivitis eine behandelbare Krankheit, die jedoch ernst genommen werden sollte, um unangenehme Komplikationen zu vermeiden. Durch eine proaktive Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche kann der Zahnerkrankung aktiv entgegengewirkt werden.