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Fit und gesund älter werden

Veröffentlicht: 29.11.2023

Lesezeit: 7 Min.

Tipps | Vorsorge | Gesundheitscheck

Zwei ältere Menschen fahren Fahrrad und haben viel Spaß dabei. | © Syda Productions – stock.adobe.com

Aufhalten lässt sich das Altern nicht. Dabei werden die Menschen immer älter, da die allgemeine Lebenserwartung zunimmt. Mit den gestiegenen Jahren kommen jedoch neue Probleme auf, die sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige betreffen. Die Physis und die generelle Gesundheit nehmen ab, kognitive Fähigkeiten lassen nach und mit einem Mal stellen sich Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten ein, die vorher noch mühelos zu bewältigen waren.

Was während des Alterungsprozesses geschieht und welchen Einfluss jede(r) einzelne darauf hat, selbst im höheren Alter noch relativ fit und gesund zu sein, zeigt dieser Artikel.

Was bedeutet das Altern genau?

Grundlegend altert der Mensch ab dem Zeitpunkt seiner Geburt. Allerdings lässt sich das Altern nicht auf einen einzelnen Bereich beziehen, denn jeder Mensch altert tatsächlich anders.

Oft gibt es dabei gesundheitliche und verhaltenstechnische Zusammenhänge. Ein ansonsten kerngesunder älterer Mensch, der sich Zeit seines Lebens gerne und viel bewegt hat, wird im Alter höchstwahrscheinlich fitter sein als jemand, der immer von gesundheitlichen Problemen gebeutelt war und sich auch deshalb wenig bewegte. Um auf das Altern gezielter einzugehen, werden folgend einzelne Bereiche beschrieben.

Physische Veränderungen

Die physische Veränderung im Rahmen des Alterungsprozesses ist meist schon ab dem dreißigsten Lebensjahr zu spüren.

Körperliche Fitness: Schwächere Basis und schwierigerer Aufbau

Die Fitness nimmt mit jedem fortgeschrittenen Lebensjahr ab, gleichzeitig wird es wesentlich schwerer, diese wieder aufzubauen. Schon ein steifer Rücken an Morgen oder leicht schmerzende Gelenke kann Betroffene daran hindern, ihre Fitness auf einem guten Level zu halten. Schnell kann ein Teufelskreislauf entstehen. Durch die Einschränkungen wird die Bewegung heruntergeschraubt und die Fitness nimmt ab.

Für eine gute Beweglichkeit und Fitness ist es ratsam, täglich einen Spaziergang zu unternehmen.

Krankheitsanfälligkeit: Ein immer häufigeres Thema

Das körpereigene Immunsystem ist ebenfalls vom Alterungsprozess betroffen. Sicherlich kennt das System im Alter die meisten Bakterien und Viren, doch die Fähigkeit, sich dagegen zu wehren, nimmt ab. Demzufolge ist der Körper anfälliger für bestimmte Erreger und schwereren Infektionsverläufen. Zugleich müssen ältere Menschen häufiger eine Arztpraxis aufsuchen. Somit kommen sie des Öfteren in direkten Kontakt mit kranken Patienten und Patientinnen. Weitere Faktoren sind:

  • Medikamente: Je nach der Art der einzunehmenden Medikamente können diese einen Einfluss auf das Immunsystem haben und es zusätzlich schwächen. Darüber hinaus erschwert die regelmäßige Einnahme den Alltag.

    Diese Medikamentensicherheit ist immens wichtig – und das hat verschiedene Gründe. Die alterstypischen Veränderungen im Körper wirken sich darauf aus, wie Medikamente verarbeitet werden. Müssen zudem mehrere Arzneimittel eingenommen werden, ist unter anderem das Risiko für Wechsel- und Nebenwirkungen sowie für falsche Dosierungen viel höher.

  • Grunderkrankungen: Ist der Körper bereits mit einer Erkrankung ausgelastet, bleibt weniger Kraft, um sich gegen weitere Keime und Viren zu verteidigen.

Mobilitätseinschränkungen durch Muskel- und Skelettprobleme

Muskelmasse baut sich während des Alterungsprozesses ab, wodurch sich Schwachstellen ergeben:

  • Skelett: Die Muskeln schützen die Knochen des Körpers und die Gelenke vor Überbelastungen. Nimmt die Muskelmasse ab, müssen die Gelenke wesentlich mehr Last tragen.

  • Folgeerscheinungen: Ob Gelenkverschleiß, Überbelastung oder Fehlbelastungen: Ohne das Trainieren des Bewegungsapparates treten neue Schwachstellen auf. In der Folge vermeiden Betroffene die schmerzende Bewegung und verhindern somit neuen Muskelaufbau.

Vorhandene gesundheitliche Probleme im Muskel- und Knochenbereich erschweren die Situation zusätzlich. Aber auch ohne eine ausgebildete Osteoporose-Erkrankung wird die Knochenstruktur mit den Jahren brüchiger und weniger flexibel.

Psychische Veränderungen

Was macht das Alter mit der Psyche? In gewisser Weise beeinflusst der Prozess stets die psychische Gesundheit, wenngleich natürlich nicht immer im negativen Sinne. Viele Faktoren können vom Betroffenen mitunter selbst gesteuert werden.

Emotionale Aspekte: Einsamkeit

Die Einsamkeit ist das größte Problem im Alter: In der heutigen Zeit vereinsamen ältere Menschen viel eher, als es noch früher der Fall war. Das liegt unter anderem daran, dass Familienangehörige weit entfernt wohnen und somit nur ein minimaler Kontakt besteht. Aber gerade im weit vorangeschrittenen Lebensalter können neue Einflüsse die Einsamkeit verstärken:

  • Verstorbenes Umfeld: Vor allem gesundheitlich eingeschränkte Senioren und Seniorinnen, die nicht mehr viel außerhalb des Zuhauses unternehmen können, empfinden es oft als sehr belastend, als einzige(r) des einstigen Freundeskreises zurückzubleiben.

  • Finanzielle Sorgen: Ist die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nur noch bedingt oder gar nicht mehr möglich, geht die Verknüpfung zur Außenwelt verloren.

  • Gesundheitliche Aspekte: Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht oder kaum noch das Haus verlassen, verlieren oft alte Kontakte.

Ein älterer Mann sieht glücklich aus dem Fenster.
Ein älterer Mann sieht glücklich aus dem Fenster. | © Rawpixel.com – stock.adobe.com

Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten: Gedächtnisverlust, Weisheit und Lebenserfahrung

In der Regel nehmen im Alter die Gedächtnisleistung sowie die Merkfähigkeit und Lernfähigkeit ab. Beispielsweise fällt es älteren Menschen deutlich schwerer, ein neues Kartenspiel zu lernen. Deswegen ist es wichtig, das Gehirn im Erwachsenenalter fortwährend zu trainieren und immer wieder Anreize zu schaffen. Etwa durch neue Erlebnisse oder durch das Erlernen neuer Fähigkeiten.

Tückisch sind hingegen krankheitsbedingte Problematiken wie Demenzerkrankungen, die zum Verlust der geistigen Fähigkeiten führen. Bislang sind diese Erkrankungen weder heil- noch aufhaltbar. Symptome und Verlauf einer Demenz belasten die Betroffenen und die Angehörigen gleichermaßen. Es ist für alle Seiten wichtig, sich mit der Diagnose und ihren Folgen zu beschäftigen. Wer rechtzeitig reagiert, kann trotz fortgeschrittener Demenz in einem geschützten Umfeld gut leben.

Lebensqualität im Alter: Wie lässt sich diese positiv beeinflussen?

Wer sein Auto immer gut pflegt und wartet, muss den TÜV nicht fürchten. Wer jedoch nur das Nötigste machen lässt, braucht sich über die versagte Plakette nicht zu wundern. Ähnlich funktioniert das beim menschlichen Körper.

Gesundes Altern fördern

Auch wenn es keine Garantie für ein beschwerdefreies Leben im Alter gibt, kann jeder viel dafür tun, dass der Alterungsprozess nicht so rasch und mit weniger gravierenden Folgen voranschreitet. Deshalb ist es wichtig, bereits in jungen Jahren die entsprechenden Grundsteine zu legen:

  • Ernährung: Eine ausgewogene, gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig. Schon im früheren Lebensalter hadert der Körper mit Infektionen, wenn ihm das notwendige Rüstzeug in Form von den nötigen Nährstoffen fehlt. Mangelerscheinungen oder eine ungesunde Ernährung machen sich im Alter jedoch deutlich bemerkbarer.

    Grundsätzlich ist es ratsam, schon in früheren Jahren regelmäßig ein großes Blutbild nehmen zu lassen, damit etwaige Mangelerscheinungen erkannt und behoben werden können. Zudem schadet es ab dem 40. Lebensjahr nicht, sich mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln auseinanderzusetzen. Gerade wichtige Spurenelemente und Mineralstoffe können, wenn zusätzlich zugeführt, einen positiven Einfluss auf das gesunde Altern haben.

  • Bewegung: Ein gut trainierter Körper hat mehr Rüstzeug, um selbst im hohen Alter fit zu bleiben. Bei Übergewicht ist die Wahrscheinlichkeit einer Herz- Kreislauferkrankungen oder einer Demenz höher.

  • Medizinische Versorgung: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind für die Lebensqualität im Alter wichtig. Gleiches gilt für einen optimalen Impfschutz. Für Menschen ab 60 Jahren werden bestimmte Impfungen empfohlen – unter anderem gegen Pneumokokken, Grippe und Gürtelrose. Ärzte und Ärztinnen haben außerdem auch eine beratende Funktion und können beispielsweise dabei helfen, den Lebensstil gesünder zu gestalten oder Senioren- und Sportgruppen zu finden.

Hobbys und Interessen

Selbst im hohen Alter ist es durchaus möglich, neue Interessen zu entdecken oder in einem neuen Hobby aufzugehen. Die Begeisterung für bestimmte Themen oder Tätigkeiten ist es, die den Geist jung hält. Wichtig ist nur, dass es Spaß macht.

Eine ältere Dame malt ein Bild.
Eine ältere Dame malt ein Bild. | © belahoche – stock.adobe.com

Reisen und Abenteuer

Zu reisen und unterwegs etwas zu erleben, hält ebenfalls jung. Ganz gleich, ob Sie Ihre eigene Stadt während einer Themenführung von einer anderen Seite kennenlernen, oder ob Sie den Nachbarort und die nähere Umgebung erkunden: Das Abenteuer beginnt dort, wo die Füße das eigene Heim verlassen. Auch Wanderungen sind ideal, um Neues zu entdecken und kleinere Abenteuer zu erleben.

Finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge

Die finanzielle Planung ist wichtig für Senioren und Seniorinnen, kann aber nicht erst im Alter begonnen werden. Es ist ein Fakt, dass künftig immer mehr ältere Menschen an oder gar unter der Armutsgrenze leben – eine soziale Teilhabe ist dann kaum möglich. Welche finanziellen Möglichkeiten für die Vorsorge bestehen, hängt natürlich von den eigenen Voraussetzungen während des Arbeitslebens ab. Doch selbst der geringste monatliche angesparte Betrag ist besser als gar nichts.

Fazit: Sich gedanklich rechtzeitig aufs Älterwerden vorbereiten

In jungen Jahren ist der Gedanke ans spätere Alter weit entfernt. Dennoch ist die Vorbereitung schon Jahrzehnte zuvor wichtig – gerade aus finanzieller Sicht. Die gesetzliche Rente wird für die meisten Menschen längst nicht ausreichen, sodass die Vorsorge rechtzeitig getroffen werden muss. Geld allein ist jedoch nicht alles. Ein stabiles soziales Netz, ein gesunder Lebensstil und der Spaß an Neuem, Bewegung und Hobbys heben die Lebensqualität an und helfen dabei, selbst im hohen Lebensalter weitgehend gesund, mobil und zufrieden zu sein.