Muskeln aufbauen, Grundumsatz erhöhen, fitter werden: Wer heute sportlich aktiv sein will, kommt am Krafttraining kaum vorbei. Muskeltraining ist längst nicht nur für Sportler:innen interessant, die das beste Sixpack oder den schönsten Bizeps anstreben.
Krafttraining kann auch die Körperhaltung verbessern, beim Abnehmen unterstützen und vor Osteoporose schützen. Wichtig dafür sind, neben regelmäßigen Trainingseinheiten, auch die richtigen Übungen und die korrekte Ausführung. Doch wie sieht medizinisch sinnvolles Krafttraining aus? Dafür hat Physiotherapeutin Gabriele Kiesling uns einige Fragen beantwortet.
Wann ist Krafttraining sinnvoll?
sanego: Für welche Beschwerden würden Sie als Physiotherapeutin (medizinisch richtiges) Krafttraining besonders empfehlen?
Gabriele Kiesling: Bei orthopädischen Beschwerden, nach Verletzungen oder einseitigen, arbeitsmedizinischen Belastungen.
sanego: Gibt es auch Vorerkrankungen, bei denen Krafttraining schädlich sein könnte?
Gabriele Kiesling: Bei Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder muskulären Dysbalancen sollte zunächst Abhilfe geschaffen werden. Ebenso ist Vorsicht geboten bei Bandscheibenvorfällen, schwerer Osteoporose oder nicht ärztlich abgeklärten Beschwerden.
ist seit mehr als 50 Jahren Physiotherapeutin. Neben der Tätigkeit in ihrer eigenen Praxis in Berlin, engagiert sie sich für die Anerkennung und Weiterentwicklung der Physiotherapie, etwa als Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Qualität in der Physiotherapie (digp, Berlin) und Mitbegründerin des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).
Was sind medizinisch sinnvolle Übungen?
sanego: Einige klassische Fitnessübungen, z. B. Sit-ups werden als medizinisch nicht sinnvoll eingestuft. Warum?
Gabriele Kiesling: Der klassische Sit-up wird schwungvoll in die Aufrichtung mit hinter dem Kopf verschränkten Händen gemacht. Dabei entsteht eine übermäßige Belastung der lumbalen Bandscheiben (Nachemson et. al.). Das sollte erkannt und mit zunehmendem Alter berücksichtigt werden.
sanego: Wie kann ich erkennen, ob eine Übung medizinisch sinnvoll ist? Gibt es bestimmte Merkmale oder Listen, in denen ich nachsehen kann?
Gabriele Kiesling: In meinen Büchern habe ich diese Gegenüberstellungen beschrieben. So ist jeder „old school Übung“ eine adäquate physiotherapeutische Übung mit dem jeweiligen Nutzen aufgeführt.
Wie kann medizinisch sinnvolles Training gelingen?
sanego: Was kann ich tun, wenn bisher medizinisch nicht sinnvolle Übungen zu meinem üblichen Training gehören?
Gabriele Kiesling: Das geht am besten durch Umschulung. Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen wie ich bieten auf Social Media und YouTube viele medizinische Übungen an. Gut sind die Anbieter, die ohne Produktwerbung arbeiten.
sanego: Sie empfehlen MTT als Krafttraining. Was ist das genau?
Gabriele Kiesling: MTT kommt ursprünglich aus der norwegischen Physiotherapie. Es handelt sich dabei um ein dreidimensionales, funktionelles Training zur Beseitigung von Schmerzen und muskulären Dysbalancen.
sanego: Wo kann ich MTT durchführen?
Gabriele Kiesling: Ich empfehle MTT als Physiotherapie für zu Hause. Hier gibt es viele Übungsplätze und Gegenstände, die völlig ausreichen, um kräftiger zu werden: Treppen, Wände. Türrahmen, Getränkeflaschen usw.
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