Ein plötzlicher Sturz, ein Aufprall beim Sport oder ein Unfall im Straßenverkehr – nicht immer zeigen sich die Folgen einer Kopfverletzung sofort. Manchmal entwickeln sich gefährliche Veränderungen erst Stunden oder sogar Tage später im Inneren des Schädels. Eine dieser Komplikationen ist das subdurale Hämatom, eine Blutung zwischen Hirnhaut und Gehirn, die unbehandelt lebensbedrohlich werden kann.
Besonders tückisch: Die Symptome sind oft unspezifisch und werden anfangs leicht mit Erschöpfung oder Schwindel verwechselt. Dabei zählt bei dieser Art der Hirnblutung jede Minute und je früher sie erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Heilungschancen.
Die Neurochirurgie behandelt verschiedene neurologische Erkrankungen, darunter auch subdurale Hämatome. Ein subdurales Hämatom (besser bekannt als Bluterguss) entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn reißt und sich das Blut zwischen dem Schädel und der Oberfläche des Gehirns, der Dura, sammelt. Ursachen können Hirnblutungen, traumatische Kopfverletzungen, Schlaganfälle oder intrazerebrale Blutungen sein.
Symptome und mögliche Folgen eines subduralen Hämatoms
Typische Symptome eines subduralen Hämatoms sind Kopfschmerzen, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Veränderungen der Wahrnehmung oder des Verhaltens. Auch Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sind möglich. Manche Betroffene berichten über Taubheitsgefühle in einer Körperhälfte oder über eine allmähliche Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten wie dem Sehen oder dem Erinnern. Die Beschwerden können verzögert oder aber auch ganz plötzlich direkt nach dem Auslöser auftreten.
Häufige Auslöser sind Unfälle – etwa Verkehrsunfälle, Stürze aus großer Höhe oder Sportverletzungen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Patienten bzw. Patientinnen mit Blutgerinnungsstörungen, bei denen selbst geringfügige Verletzungen ein Hämatom verursachen können.
Eine Selbstdiagnose bei ist auffälligen Anzeichen ist jedoch nicht ratsam, da ähnliche Symptome auch bei anderen neurologischen Erkrankungen auftreten können. Betroffene sollten bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Formen des subduralen Hämatoms
Konkret wird zwischen drei Verlaufsformen eines subduralen Hämatoms unterschieden: akut, subakut und chronisch.
Akutes subdurales Hämatom: entwickelt sich innerhalb von Stunden nach einer schweren Kopfverletzung. Es verursacht schnell steigenden Druck im Schädel und ist lebensbedrohlich. Eine sofortige Operation ist in der Regel notwendig.
Subakutes subdurales Hämatom: entsteht meist innerhalb von drei bis vierzehn Tagen nach dem auslösenden Ereignis. Die Symptome treten verzögert auf und können schleichend zunehmen.
Chronisches subdurales Hämatom: entwickelt sich über Wochen oder sogar Monate hinweg. Häufig sind ältere Menschen betroffen, insbesondere wenn sie Blutverdünner einnehmen oder wiederholt kleinere Stürze erlitten haben. Schon leichte Symptome wie Verwirrtheit, Kopfschmerzen oder Gangunsicherheit sollten hier ernst genommen werden.
Diese Differenzierung ist wichtig, da Verlauf, Schweregrad und Behandlung jeweils unterschiedlich ausfallen und von der Geschwindigkeit der Blutansammlung abhängen.
Diagnose und Behandlungsverfahren bei einem subduralen Hämatom
Die Diagnose eines Arztes oder einer Ärztin erfolgt in der Regel mittels körperlicher Untersuchung, Anamnese sowie bildgebender Verfahren wie CT oder MRT. Diese Untersuchungen ermöglichen eine genaue Lokalisation und Beurteilung der Größe und Schwere des Hämatoms.
Je nach Befund und Allgemeinzustand der Patienten und Patientinnen kommen unterschiedliche Behandlungsstrategien zum Einsatz. Bei einem akuten subduralen Hämatom, das häufig unmittelbar nach der Verletzung auftritt, ist meist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Durch eine Kraniotomie – das operative Öffnen des Schädels – können Neurochirurgen und Neurochirurginnen das Blut ablassen und den Druck auf das Gehirn reduzieren. Alternativ kann bei kleineren Blutungen ein minimalinvasiver Eingriff erfolgen, bei dem das blutende Gefäß verschlossen wird.
Ergänzend werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente verabreicht. Bei leichten Fällen genügt oft eine engmaschige ärztliche Überwachung, um sicherzustellen, dass sich das Hämatom nicht vergrößert.
Vorbeugung: Kopfverletzungen vermeiden
Da ein subdurales Hämatom schwerwiegende Folgen haben kann, ist Prävention von großer Bedeutung. Helme beim Radfahren, Reiten oder Sport schützen den Kopf vor Verletzungen. Für ältere Menschen kann zudem die Sturzprävention durch rutschfeste Böden, Haltegriffe und Gehhilfen hilfreich sein. Dabei sollten Personen mit Blutgerinnungsstörungen ihre Medikation regelmäßig überprüfen lassen.
Ein subdurales Hämatom ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die umgehend ärztlich behandelt werden muss. Frühzeitiges Erkennen und Handeln können lebensrettend sein und die Prognose deutlich verbessern.
Weitere Informationen
Bluterguss im Gehirn: So tückisch ist das Subduralhämatom: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Bluterguss-im-Gehirn-So-tueckisch-ist-das-Subduralhaematom,hirnblutung100.html
Hirnblutung: Ursachen, Folgen und Wege der Rehabilitation: https://www.aerzte.de/gesundheitsratgeber/hirnblutung-ursachen-folgen-rehabilitation
Subduralhämatom: https://flexikon.doccheck.com/de/Subduralh%C3%A4matom
