/
/ Medizinisches Cannabis: Eine Alternative zur herkömmlichen Schmerztherapie?

Medizinisches Cannabis: Eine Alternative zur herkömmlichen Schmerztherapie?

Von: Gast Redakteur:in

Veröffentlicht: 29.02.2024

Lesezeit: 4 Min.

Naturheilkunde | Wirkstoffe

Cannabis findet vorallem in der Schmerztherapie Anwendung. | © Africa Studio - stock.adobe.de

Cannabis wird eine Reihe Vorteile zugeschrieben. Vor allem in der Schmerztherapie findet die Pflanze Anwendung. Was es dabei zu beachten gilt, zeigt dieser Artikel.

Ab dem 1. April 2024 ist der Konsum und der Besitz von Cannabis in Deutschland legal. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

Cannabis und Schmerztherapie – was Sie wissen sollten?

Bereits seit 2017 können bestimmte Patienten und Patientinnen medizinisches Cannabis beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und keine Therapiealternativen die gewünschte Wirkung zeigen. Die Krankenkasse übernimmt dafür sogar die Kosten. Es sind vor allem Schmerzpatienten und Schmerzpatientinnen, die zu Cannabis greifen. Denn: Cannabis wird eine schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Da die enthaltenen Cannabinoide – wie THC oder CBD – direkt an Cannabinoid-Rezeptoren im Nervensystem andocken können, erfolgt die Wirkung Erfahrungsberichten zufolge schnell und effektiv. Bevor die Schmerztherapie mit medizinischem Cannabis starten kann, muss sie von einem Arzt oder einer Ärztin mit einem speziellen Antrag bewilligt werden. Zudem sollte Patienten bewusst sein, dass eine Bewilligung der Übernahme der Kosten von den Krankenkasse kompliziert sein kann. Denn die Prüfung der Voraussetzungen ist ein schwieriger und langwieriger Prozess.

Cannabis eignet sich für die Schmerztherapie
Cannabis kann sich für die Schmerztherapie eignen. | © herbalhemp - pixabay.com

Legalisierung von Cannabis – eine einfache Alternative zur herkömmlichen Schmerztherapie

In den letzten Jahren wurde das Verschreiben von medizinischem Hanf einfacher. Durch die Legalisierung von Cannabis könnte sich die Situation für Schmerzpatienten und Schmerzpatientinnen sogar noch verbessern. Denn Hanf kann danach wesentlich leichter erworben werden. Steigen die Umsätze der Cannabis-Produzenten könnten zudem noch viel mehr hochwertige Produkte auf den Markt kommen. Ab April 2024 soll es sogar gestattet sein, bis zu drei weibliche Cannabispflanzen selbst zu kultivieren.

Warum eignet sich die Einnahme von Cannabis als Schmerztherapie?

Cannabis hatte lange Zeit einen schlechten Ruf. Das enthaltene Cannabinoid THC sorgt für eine berauschende Wirkung. Allerdings vergessen viele dabei die Vorteile, die verschiedene Cannabinoide auf die Gesundheit haben können. Neben THC gehören dazu auch andere Cannabionide wie HHC oder CBD. Diese heterogene Stoffgruppe hat einen erstaunliche Effekt auf den menschlichen Körper. Das menschliche Nervensystem ist mit speziellen Cannabinoid-Rezeptoren ausgestattet. Hier können die Wirkstoffe direkt andocken und ihre Wirkung stark und vor allem schnell entfalten. Je nach Cannabinoid sind es andere Effekte, die zutage treten. Bei der Schmerztherapie ist es vor allem das schmerzstillende Resultat, das sehr geschätzt wird. Doch auch Angstzustände, depressive Verstimmungen und Unruhe können gelindert werden.

Nebenwirkungen von Cannabis – das sollten Schmerzpatienten beachten

Cannabis gilt zwar als natürliche und effektive Alternative zur herkömmlichen Schmerztherapie. Allerdings gibt es auch negative Effekte, die man berücksichtigen sollte. Unter anderem kann die es Wahrnehmung verändern. Dabei sind vor allem die Cannabinoide HHC und THC involviert. Sie sorgen für ein berauschendes „High“, das bis zur Bewusstseinsveränderung führen kann. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind auch Müdigkeit, Schwindel und Mundtrockenheit. Zudem neigen manche Menschen zu Übelkeit oder Bauchschmerzen. Daher sollte zunächst mit einer geringen Dosis gestartet werden. Im Laufe der Zeit kann diese dann erhöht werden. Ein langsames Herantasten ist gefragt.

Ist Cannabis heilsam oder schädlich?

Die einen schwören auf Cannabis als Mittel für die natürliche Schmerztherapie. Die anderen verteufeln jegliche Cannabinoide, die die Pflanze zu bieten hat. Tatsächlich ist sich die Forschung hier noch nicht ganz einig. Zum einen können Cannabinoide durchaus positive Effekte erzielen.

Daher gilt medizinisches Cannabis auch als Alternative zur herkömmlichen Schmerztherapie. Allerdings ist es noch umstritten, wie sich der Langzeitkonsum auf den Menschen auswirken kann. Studien zufolge soll das Risiko auf Psychosen durch einen regelmäßigen Konsum von Cannabis erhöht werden können.  

Schädlich ist Cannabis jedoch vor allem dann, wenn es verunreinigt ist. Zu Verunreinigungen kommt es, wenn die Pflanze mit anderen Mitteln gestreckt wird. Die Folgen für die Gesundheit sind in solchen Fällen jedoch fatal. Es kommt beispielsweise Haarspray zum Einsatz, um Cannabis schwerer und klebriger zu machen. Doch auch Sand und Zucker werden oftmals beigemischt, um das Gewicht und damit die Preise zu erhöhen. Daneben gibt es noch Verunreinigungen mit Schwermetallen und Pestiziden.

Da Cannabis für die Schmerztherapie häufig inhaliert wird, können solche Partikel erheblichen Schaden im menschlichen Organismus anrichten.

Doch Verunreinigungen lassen sich einfach umgehen. Medizinisches Cannabis kann da Abhilfe schaffen. Wer die Blütenköpfe bei entsprechenden Händlern kauft, kann sich sicher sein, dass diese eingehend geprüft wurden. Zwar ist hier der Preis oftmals etwas höher als beim  „Gras von der Straße“, doch die Gesundheit sollte einem das wert sein.

Aktualisiert am 28.03.2024.

Autoreninformation

Gast Redakteur:in

Content Manager:in

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit einem externen Redakteur/einer externen Redakteurin als Gastautor:in.