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Gefahr durch Keuchhusten: Wie Sie sich und Ihre Familie schützen können

Von: Nina Kischke
Aktualisiert: 01.08.2024
Lesezeit: 4 Min.
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Eine junge Frau im Freien, die in ihre Hand hustet. Sie trägt eine schwarze Jacke und einen grauen Schal. Verschwommene Stadtansicht im Hintergrund.
Keuchhusten gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege und kann sehr gefährlich sein. | © stock.adobe.com - nenetus

Der weltweit verbreitete Keuchhusten gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. Nach einer Erkrankung besteht keine anhaltende Immunität. Daher ist es wichtig, die Symptome zu kennen und vor allem bei Säuglingen richtig zu handeln. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber.

Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten, auch als Pertussis bekannt, ist eine durch Bakterien ausgelöste und äußerst ansteckende Infektion der oberen Atemwege. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und junge Säuglinge ohne Impfschutz. Die Erkrankung wird durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht, das in den Schleimhäuten der Atemwege Giftstoffe freisetzt und das Gewebe schädigt. Keuchhusten äußert sich durch schmerzhafte, anfallsartige Hustenanfälle, die mehrere Wochen oder sogar Monate andauern können. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Sprechen. Aber auch durch Oberflächen kann die Erkrankung übertragen werden. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome) dauert im Durchschnitt sieben bis zehn Tage.

Wie erkenne ich Keuchhusten?

Keuchhusten läuft in der Regel in drei Phasen ab:

  • In der ersten Phase nach der Inkubationszeit (ca. ein bis zwei Wochen) beginnt die Keuchhustenerkrankung mit üblichen Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Husten und Schwächegefühl. Selten kann auch Fieber hinzukommen. In diesem Stadium ist die Gefahr einer Übertragung am größten.

  • Die zweite Phase kann sich über vier bis sechs Wochen erstrecken. Hierbei treten krampfartige Hustenanfälle auf, die oft mit einem keuchenden Einatmen enden. Diese Hustenattacken sind sehr belastend und kommen nachts häufiger vor als am Tag. Meist führen sie zum Hochwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Die Betroffenen leiden unter Appetitverlust und Schlafstörungen.

  • Das dritte Stadium kann sechs bis zehn Wochen andauern und ist durch ein allmähliches Abklingen der Hustenanfälle gekennzeichnet. Dennoch können kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Zigarettenrauch auch noch monatelang Reizhusten auslösen.

Nicht immer verläuft Keuchhusten genau auf diese Weise. Ein untypischer Verlauf, z. B. ohne ständige Hustenanfälle, macht es manchmal schwer, die Erkrankung zu erkennen. Entsprechend hoch ist die Gefahr, sich von unerkannten Betroffenen anzustecken.

Ist Keuchhusten eine Kinderkrankheit?

Babys und ältere Menschen sind besonders gefährdet, schwer an Keuchhusten zu erkranken sowie Komplikationen zu entwickeln.

Gefährlich ist Keuchhusten aber vor allem für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Sie können den zähen Schleim noch nicht abhusten, weshalb es unter anderem zum Atemstillstand kommen kann. Daher werden Säuglinge mit Keuchhusten oder Verdacht darauf fast immer stationär im Krankenhaus behandelt. Der Schleim kann hier abgesaugt werden, was die Erstickungsgefahr deutlich reduziert.

Keuchhusten ist grundsätzlich aber keine Krankheit, die nur Kinder betrifft. Sie kann in jedem Alter auftreten. Auch bei Jugendlichen ist Keuchhusten weit verbreitet, insbesondere wenn sie keine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Zudem sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Atemwegserkrankungen gefährdet, schwerer an Keuchhusten zu erkranken.

Was tun bei Verdacht auf Keuchhusten?

Säuglinge sollten bei einem Verdacht auf Keuchhusten ins Krankenhaus gebracht werden. Älteren Kindern und Erwachsenen wird empfohlen, eine Arztpraxis aufzusuchen und sich dort untersuchen zu lassen. Da Erkrankte bereits vor dem Auftreten der ersten Beschwerden ansteckend sein können, sollte die Arztpraxis vor dem Besuch über den Verdacht informiert sein. So kann das Praxispersonal entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung ergreifen.

Keuchhusten Behandlungsmöglichkeiten

Keuchhusten wird in der Regel mit Antibiotika behandelt, insbesondere Makroliden wie Azithromycin oder Clarithromycin. Diese töten die Bakterien ab und reduzieren die Ansteckungsgefahr. Antibiotika sind am wirksamsten, wenn sie in der frühen Phase der Krankheit verabreicht werden. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung können unterstützende Maßnahmen wie Hustenlinderer, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Inhalieren von feuchter Luft die Symptome lindern. Bei Säuglingen und schweren Fällen ist häufig eine stationäre Behandlung erforderlich.

Gibt es eine Impfung gegen Keuchhusten?

UÜberblick über Keuchhusten
Was hilft bei Keuchhusten, wer ist betroffen? | © Erstellt mit Google Gemini

Es gibt eine Impfung gegen Keuchhusten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgendes:

  • Säuglinge: Drei Impfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten. Da Keuchhusten für Säuglinge lebensgefährlich sein kann, sollten sie möglichst früh geimpft werden. Diese Impfungen können teilweise zeitgleich mit den Früherkennungsuntersuchungen stattfinden.

  • Kinder und Jugendliche: Eine Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 Jahren und eine weitere zwischen 9 und 16 Jahren.

  • Erwachsene: Die nächste fällige Tetanus- und Diphtherie-Impfung sollte einmalig mit einer Keuchhusten-Impfung kombiniert werden. Das gilt auch, wenn eine Tetanus-Impfung aufgrund einer Verletzung notwendig ist.

Gibt es einen Keuchhusten Schnelltest für Zuhause?

Eine eindeutige Diagnose, ob Keuchhusten vorliegt, kann nur der Arzt oder die Ärztin geben. Hierfür wird eine Probe aus dem Nasensekret genommen und ein Abstrich aus dem hinteren Nasen-Rachen-Raum durchgeführt. Frei verkäufliche Schnelltests aus der Apotheke sind meist nicht verlässlich, daher sollte Sie sich nicht auf das Ergebnis verlassen.