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Fieber bei Kindern: Ein umfassender Ratgeber für Eltern

Von: Gast Redakteur:in

Veröffentlicht: 25.03.2024

Lesezeit: 6 Min.

Kinderkrankheiten | Tipps | Symptome

Die Anzeichen von Fieber bei Kindern sind warme Haut, Unruhe, schnelle Atmung, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und gerötete Haut. | © Prostock-studio - stock.adobe.com

Fieber

Fieber ist definiert als eine Erhöhung der Körpertemperatur über 38 °C, was ein häufiges Symptom bei Kindern darstellt. Es signalisiert oft, dass der Körper gegen eine Infektion ankämpft.

Neben Infektionen können auch andere Faktoren Fieber auslösen. Darunter Überkleidung, die den Wärmeverlust des Körpers behindert, Reaktionen auf Impfungen, die das Immunsystem aktivieren, und das Zahnen, das zwar umstritten, aber bei manchen Kindern mit einer leichten Temperaturerhöhung verbunden ist.

Diese Vielfalt an Ursachen zeigt, wie Fieber als ein nützliches Anzeichen dafür dient, dass der Körper auf potenzielle Gesundheitsprobleme reagiert.

Erkennen, wann es ernst ist und typische Anzeichen

Fieber ist eine der häufigsten medizinischen Bedingungen, die bei Kindern für Alarm sorgen können. Jedoch ist es nicht immer ein Grund zur ernsthaften Sorge. Die Unterscheidung, wann Fieber ein Zeichen für etwas Ernstes ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter des Kindes und begleitende Symptome.

Bei Säuglingen unter 3 Monaten wird Fieber, definiert als eine Körpertemperatur von 38 °C oder höher, als potenziell ernsthaft betrachtet. In diesem frühen Alter kann selbst ein moderates Fieber auf eine ernsthafte Infektion hinweisen, da das Immunsystem der Neugeborenen noch nicht voll entwickelt ist. Ärzte und Ärztinnen empfehlen, in diesen Fällen sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ebenso erfordern Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen wie Immundefizienzen oder chronischen Krankheiten besondere Aufmerksamkeit, da bei ihnen Fieber auf eine Verschlechterung ihres Zustandes hindeuten kann.

Im Gegensatz dazu ist Fieber bei Kindern, die älter als 3 Monate sind und trotz erhöhter Temperatur noch spielen, trinken und normal auf ihre Umgebung reagieren, meist weniger besorgniserregend. Solange diese Kinder aktiv und ansprechbar bleiben, kann das Fieber zu Hause sorgfältig überwacht werden. Es dient oft als Indikator dafür, dass der Körper des Kindes aktiv gegen eine Infektion ankämpft.

Symptome und Anzeichen von Fieber

Zu den Symptomen und Anzeichen eines Fiebers gehören:

  • erhöhte Körpertemperatur

  • warme Haut

  • Verhaltensänderungen wie erhöhte Reizbarkeit oder Lethargie

  • schnelle Atmung oder Herzschlag

  • Kopfschmerzen

  • Schüttelfrost

  • gerötete Haut

Diese Symptome können auf die Schwere der zugrunde liegenden Ursache hinweisen.

Während leichte Symptome bei einem ansonsten gesunden und aktiven Kind möglicherweise keine sofortige Besorgnis erregen, sollten Eltern und Betreuende auf die Kombination dieser Symptome achten. Insbesondere wenn das Fieber persistent ist, das Kind Zeichen von Dehydratation zeigt oder nicht mehr so reaktiv wie gewöhnlich ist, ist es wichtig, medizinischen Rat einzuholen.

Die beste Methode zur Temperaturmessung

Es gibt verschiedene Methoden die Körpertemperatur zu messen.
Es gibt verschiedene Methoden die Körpertemperatur zu messen. | © warongdech - stock.adobe.com

Die genaue Messung der Körpertemperatur ist entscheidend, um festzustellen, ob ein Kind Fieber hat. Die Wahl der Messmethode hängt oft vom Alter des Kindes und der Situation ab. Jede Methode hat ihre eigenen Vorzüge und Grenzwerte, die berücksichtigt werden sollten.

Rektale Temperaturmessung

Orale Temperaturmessung

Axillare Temperaturmessung und Messung an der Schläfenarterie (Stirn)

Tympanische Messung (im Ohr)

Für Kinder unter 3 Jahren wird die rektale Temperaturmessung mit einem speziellen Fieberthermometer Baby als Goldstandard angesehen, da sie die genauesten Ergebnisse liefert. Diese Methode misst die Kerntemperatur des Körpers, die entscheidend ist, um festzustellen, ob ein Kind tatsächlich Fieber hat. Ein Wert von 38 °C oder höher bei dieser Messmethode deutet auf Fieber hin.

Ab einem Alter von 4 Jahren können Kinder in der Regel kooperieren, sodass die orale Temperaturmessung eine praktikable Option wird. Diese Methode ist ebenfalls ziemlich genau, wobei Fieber bei einer Temperatur von 37,8 °C oder höher angenommen wird.

Die axillare (unter dem Arm) und die Messung an der Schläfenarterie (Stirn) sind aufgrund ihrer Bequemlichkeit und Nichtinvasivität beliebte Methoden für Kinder jeden Alters, insbesondere in weniger kritischen Situationen. Sie gelten jedoch als weniger genau. Ein Fieber wird bei diesen Methoden vermutet, wenn die Temperatur 37,2 °C (axillar) oder höher erreicht.

Die tympanische (im Ohr) Messung ist für Kinder ab 6 Monaten geeignet. Sie bietet den Vorteil, schnell und relativ genau zu sein, mit einem Fieberschwellenwert von 38 °C. Das das Fiebermessen im Ohr ein sehr genaues Ergebnis liefert, leicht durchzuführen ist und von Patienten und Patientinnen auch schon in jungen Jahren gut angenommen wird, gehört es zu den am häufigsten angewandten Methoden.

Behandlung eines Fiebers

Nicht jedes Fieber bei Kindern erfordert eine sofortige medikamentöse Behandlung. Entscheidend für die Notwendigkeit einer Intervention sind das allgemeine Befinden des Kindes und die Höhe des Fiebers. Zeigt das Kind trotz Fieber noch Interesse am Spielen und nimmt Flüssigkeiten gut auf, kann oftmals auf fiebersenkende Medikamente verzichtet werden.

Der Fokus sollte vielmehr auf ausreichender Hydratation und Ruhe liegen, um dem Körper zu ermöglichen, effektiv gegen die Infektion zu kämpfen. Besonders bei Säuglingen unter 3 Monaten ist Vorsicht geboten. Hier sollten ohne vorherige ärztliche Konsultation keine Medikamente verabreicht werden, da in diesem Alter Fieber ein Zeichen für ernstere Erkrankungen sein kann.

Fiebersenkende Mittel kommen primär zum Einsatz, um Unbehagen zu lindern oder wenn das Fieber das Trinkverhalten negativ beeinflusst, da eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme für den Genesungsprozess essenziell ist.

Wann sollte ich den Arzt rufen?

Es gibt bestimmte Situationen, in denen es ratsam ist, unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren, wenn Ihr Kind Fieber hat. Die Entscheidung hängt von Alter, Fieberhöhe und weiteren Symptomen ab. Für Säuglinge unter 3 Monaten ist eine Körpertemperatur von 38 °C oder höher bereits ein Grund, medizinischen Rat einzuholen. Bei älteren Kindern sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin kontaktiert werden, wenn die Temperatur 39 °C übersteigt oder das Fieber mehr als 2-3 Tage anhält.

Unabhängig vom Alter sind bestimmte Begleitsymptome ein Alarmzeichen für ernsthafte gesundheitliche Probleme. Dazu zählen:

  • anhaltendes Weinen

  • ungewöhnliche Reizbarkeit oder Lethargie

  • auffällige Hautausschläge

  • Schwierigkeiten beim Atmen

  • Anzeichen von Dehydratation wie selteneres Urinieren

  • spezifische Beschwerden wie Ohrenschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen

  • sowie ein Fieber, das trotz Behandlung unverändert anhält

Diese Symptome können auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen, die umgehende ärztliche Aufmerksamkeit erfordert, um Komplikationen zu vermeiden und eine angemessene Behandlung sicherzustellen.

Fieber Warnzeichen

Im Falle bestimmter Anzeichen sollten Sie sofort einen Notarzt bzw. eine Notärztin aufsuchen. Dazu gehören:

- anhaltendes Weinen

- extreme Reizbarkeit oder Unruhe

- Trägheit und Schwierigkeiten beim Aufwachen

- ein Ausschlag oder blaue Flecken auf der Haut

- blaue Lippen, Zunge oder Nägel

- ein hervorstehender oder eingefallener Fontanelle bei Säuglingen

- steifer Nacken

- starke Kopfschmerzen

- Bewegungsunfähigkeit oder -verweigerung

- Atembeschwerden

- Krampfanfälle

- mittelschwere bis schwere Bauchschmerzen

Es ist wichtig, dass Eltern in Situationen mit einem kranken Baby ruhig bleiben und sich auf die Gesundheit ihres Kindes konzentrieren. Auch wenn es beängstigend sein kann, sollten Eltern darauf achten, Ruhe zu bewahren und objektiv zu bleiben. Sie sollten die Symptome ihres Babys sorgfältig beobachten und bei Bedenken ärztlichen Rat einholen.

Eine ruhige Herangehensweise ermöglicht es Eltern, besser einzuschätzen, wann medizinische Hilfe erforderlich ist. Die Gesundheit des Babys sollte immer oberste Priorität haben, und Eltern sollten keine Scheu haben, professionelle Unterstützung zu suchen, wenn sie das Gefühl haben, dass es notwendig ist.

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit einem externen Redakteur/einer externen Redakteurin als Gastautor:in.