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Thrombose-Selbsttest: Risiko einer Beinvenenthrombose selbst bestimmen

Von: Daniel Haag

Aktualisiert: 26.09.2025

Lesezeit: 3 Min.

Vorsorge | Mein Körper | Krankheiten

Eine Frau im Bademantel sitzt auf einem weißen Sofa. Sie streicht mit ihren Händen über die nackten Waden.
Eine tiefe Beinvenenthrombose ist mit dem bloßen Auge nicht leicht zu erkennen. Unser Thrombose-Selbsttest kann helfen. | © Rabizo Anatolii – stock.adobe.com

Thrombose ist eine ernste Erkrankung und sollte schnell behandelt werden. Es gibt diverse Arten, wobei die sogenannte tiefe Beinvenenthrombose (TVT) mit 60 Prozent die häufigste Thrombose-Form darstellt. Mit unserem Thrombose-Selbsttest können Sie Ihr Risiko schnell und einfach selbst testen.

Die 12 einfachen Fragen in unserem Online-Test basieren auf dem bekannten und anerkannten Scoring-Modell des kanadischen Professors Philip S. Wells. In nur 3 Minuten ermitteln Sie, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Sie an einer tiefen Beinvenenthrombose leiden.

Testen Sie Ihr Thrombose-Risiko

Hinweis: Dieser Test dient der schnellen und einfachen Einschätzung Ihres Risikos einer tiefen Beinvenenthrombose. Er ersetzt keine Diagnose eines Experten oder einer Expertin. Suchen Sie bei einer erhöhten Wahrscheinlichkeit Ihren Hausarzt auf. Dieser stellt eine erste Diagnose und überweist Sie im Fall der Fälle an einen Arzt oder eine Ärztin für z.B. Gefäßchirurgie, Angiologie oder Phlebologie.

Was ist eine tiefe (Bein-)Venenthrombose?

Bei einer Thrombose hat sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß gebildet. Dieses nennt man Thrombus. Das Gerinnsel kann den Blutfluss einschränken oder blockieren. Lebensgefährlich wird es, wenn der Thrombus oder ein Teil davon in die Lunge eingeschwemmt wird und dort ein Blutgefäß verstopft. Dies führt zu einer Lungenembolie, die ohne zeitnahe Behandlung tödlich enden kann.

Vereinfachte Darstellung eines normalen Blutflusses, eines durch einen Thrombus gestörten Blutflusses und eines Thrombus in der Blutbahn, der sich gelöst hat und eine Lungenembolie auslösen kann
Vereinfachte Darstellung eines normalen Blutflusses, eines durch einen Thrombus gestörten Blutflusses und eines Thrombus in der Blutbahn, der sich gelöst hat und eine Lungenembolie auslösen kann | © designua – stock.adobe.com

Die tiefe Venenthrombose tritt in der Regel in der Wade auf. Sie wird als tief bezeichnet, weil Venen betroffen sind, die unterhalb der Muskelschichten des Unterschenkels liegen.

Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose

Es gibt kleine Beinvenenthrombosen, die symptomlos verlaufen und sich von selbst wieder auflösen. Betroffene bemerken dabei meist nichts. Die typischen Anzeichen für eine große tiefe Beinvenenthrombose sollten jedoch ernst genommen werden. Suchen Sie umgehend einen Arzt/eine Ärztin auf, wenn unser Selbsttest eine hohe Wahrscheinlichkeit ermittelt hat. Alternativ sollten Sie auf die folgenden typischen Symptome achten. Bedenken Sie dabei aber, dass nicht alle diese Symptome gleichzeitig auftreten müssen und sie unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

  • Schwellung eines Beins

  • Schmerzen oder Krämpfe im Bein

  • Wärmegefühl in der betroffenen Region

  • Rötung oder Verfärbung der Haut

  • Spannungsgefühl oder Druckschmerz im Bein

  • Schmerzen bei Bewegung oder Berührung

  • Veränderung der Hauttemperatur im Vergleich zum anderen Bein

  • Schmerzen beim Gehen oder Stehen

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein

  • Venenmuster, das deutlich sichtbar ist

Ursachen: Wie eine Thrombose entsteht

Blut kann stocken, wenn es nicht mehr richtig zirkuliert. Bewegungsmangel ist die häufigste Ursache hierfür. Daher erhöhen Langstreckenflüge und längere Bettlägerigkeit – zum Beispiel im Alter oder nach Operationen – das Risiko einer Beinvenenthrombose. Aber auch Blutgerinnungsstörungen, die Blut schneller gerinnen lassen, oder Schäden an den Innenwänden der Gefäße können Auslöser sein. Darüber hinaus gibt es noch weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Blutgerinnseln:

  • Familiäre Veranlagung

  • eine bereits überstandene Thrombose, behandelt und unbehandelt

  • Schwangerschaft

  • Rauchen

  • Einnahme der Antibabypille

  • Hormontherapien z.B. in den Wechseljahren

  • Herzschwäche

  • Adipositas

  • Krampfadern

Laut dem Universitätsspital Zürich steigt das Thromboserisiko mit dem Alter an. „Zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erkrankt nur einer von 10.000 Menschen jährlich an einer Thrombose. Bei den über 75-Jährigen ist es bereits einer von 100.“

Hintergrund zum sanego Thrombose-Selbsttest

Unser Thrombose-Selbsttest basiert auf der klinischen Bewertungsskala für die tiefe (Bein-)Venenthrombose (TVT) von Dr. Philip S. Wells, einem kanadischen Hämatologen und Chief of Medicine an der University of Ottawa und am The Ottawa Hospital.

Wir verwenden für unseren Test den dreistufigen Wells-Score für die TVT und haben ihn um medizinisch sinnvolle Fragen, wie z.B. zum Rauchen, ergänzt. Ziel des Tests ist es, das Risiko einer tiefen Venenthrombose in den Beinen zu beurteilen. Der Wells-Score berücksichtigt verschiedene klinische Faktoren, um die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen.

Je höher die Wahrscheinlichkeit, desto größer ist die Notwendigkeit von Tests durch Spezialisten und Spezialistinnen. Dabei kommt unter anderem eine Ultraschall-Untersuchung der Beinvenen zum Einsatz.