Meine erste Begegnung mit Dr. Gharebhaghi im September 2009 war zunächst positiv. Wegen Sehbeschwerden wurde ich an einen Neurologen überwie
sen. Dr. G. machte ein VEP, was auf eine Sehnerventzündung schließen ließ. Nach der alarmierenden radiologischen Abklärung handelte er schnell und wies mich stationär in die Uniklinik ein, wo sich herausstellte, dass ich mehrere Entzündungsherde im zentralen Nervensystem hatte. Die Verdachtsdiagnose MS wurde gestellt. Diese Verdachtsdiagnose veranlasste mich dazu weiterhin regelmäßig den Neurologen aufzusuchen. Dr. G. veranlasste regelmäßige VEPs, MEPs und MRTs und prüfte immer alles auf die Verdachtsdiagnose. Da ich sehr jung war und ich keine weiteren Symptome hatte, leitete er keine medikamentöse Behandlung ein. So erschien er mir kompetent und sorgfältig.
Negativ muss ich jedoch folgendes bemerken: Dr. Gharebhaghi schien nie zu wissen, wer ich bin und verwechselte mich wohl öfter mit einer anderen Patientin, obwohl ich bis zu 4 mal im Jahr dort war. Darüber hinaus schien er bei aufeinanderfolgenden Behandlungen nie mehr zu wissen, was er beim letzten Besuch sagte; so beauftragte er mich bei einem Termin mich mit den verschiedenen Materialien zu einer medikamentös-prophylaktischen MS Behandlung auseinanderzusetzen und beim nächsten Besuch wurde dies mit keinem Wort mehr erwähnt. Er schien sich seiner sozial-medizinischen Verantwortung kaum bewusst zu sein, da diese Aussage natürlich seelischen Stress auslöste. Die Behandlung hätte starke Nebenwirkungen gehabt und mein Lebensalltag stark beeinflusst.
Was mich letztlich zu der Entscheidung führte, den Neurologen zu wechseln, war mein letzter Besuch:Er versicherte mir unter Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs, dass ich keine MS hätte! Meine erneute Nachfrage, ob ich also keine chronische Krankheit habe, verneinte er! Und auf meine Frage hin, was ich denn im Falle meiner anstehenden Amtsarztuntersuchung sagen solle, riet er mir, lediglich die Sehnerventzündung zu erwähnen.
Natürlich war ich froh und erleichtert und holte 2 Wochen später meinen Befund ab. In diesem stand die Diagnose: MS !!!Kaum zu glauben, dachte ich. Ich fühlte mich als Spielball eines zerstreuten Arztes, der sich der sozial-rechtlichen Konsequenzen seines, wie sich herausstellte schlecht-formulierten, Befunds und der Wirkung dieser Nachricht auf mich, nicht im Klaren war. Schließlich lag meine Verbeamtung und meine berufliche Karriere in seiner Hand. Er habe sich wohl schief ausgedrückt und ich müsse ihn missverstanden haben und er könne sich an das Gespräch nicht mehr erinnern.
Mein neuer Neurologe kann die Diagnose MS übrigens anhand des Krankheitsverlauf nicht stellen!
Mein Fazit: Falls Sie in einer ähnlichen Situation sind wie ich, empfehle ich eine zweite Meinung einzuholen.
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