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Beipackzettel: Was bedeuten die Angaben zur Einnahme?

Von: Nina Kischke
Aktualisiert: 21.09.2023
Lesezeit: 5 Min.
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Eine Frau liest einen Beipackzettel. In der anderen Hand hält sie einen Tabletten-Blister. Die Nase ist leicht gerötet und sie trägt einen karierten Schal.
Was bedeuten die Angaben zur Einnahme von Medikamenten? | © Bernd Leitner – stock.adobe.com

Dreimal täglich, auf nüchternen Magen oder mit viel Flüssigkeit einnehmen - auf der Packungsbeilage bzw. dem Beipackzettel von Medikamenten begegnen uns viele solcher Angaben zur Einnahme bzw. zum Einnahmezeitpunkt. Wenn man mit den gängigen Ausdrücken vertraut ist, erleichtert es das Lesen der Texte enorm. Erfahren Sie, was genau sie bedeuten und warum es wichtig ist, sie einzuhalten.

Jedes Medikament wirkt anders

Ob und vor allem wie ein Medikament wirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:

  • Aktivität der Organe: Unsere Organe sind, abhängig von der Tageszeit, mal aktiver und mal weniger aktiv

  • Hormonmenge im Blut: Die Hormonmenge im Blut verändert sich z.B. durch Stress, Ernährung oder auch Verhütungsmittel wie die Pille

  • Status der Immunabwehr: Die Immunabwehr ist von Tag zu Tag stärker oder eben schwächer.

Dadurch, dass unsere Körperfunktionen an einen bestimmten Tagesrhythmus angepasst sind, sollte auch die Medikamenteneinnahme daran angepasst werden. So erzielen Sie die bestmögliche Wirkung und schließen potenzielle Nebenwirkungen größtenteils aus.

Beispielsweise sollten Blutdrucksenker vorzugsweise direkt morgens eingenommen werden, da der Blutdruck nach dem Aufwachen am stärksten ansteigt. Rheumapatienten und -patientinnen leiden morgens am meisten unter Gelenkschmerzen, sodass das Cortison gegen Rheuma auch direkt am Morgen eingenommen werden sollte. Gegensatz dazu sollten Magensäureblocker bevorzugt abends angewandt werden, da nachts die Säureproduktion im Magen am höchsten ist. Und auch Medikamente gegen Asthma entwickeln bei einer Einnahme am Abend die beste Wirkung. Lunge und Bronchien reagieren zu dieser Tageszeit am sensibelsten.

Eine Mutter liest einen Beipackzettel. Die Angaben zur Medikamenteneinnahme ist wichtig für die schnelle Genesung und zur Vermeidung von Nebenwirkungen.
Eine Mutter liest einen Beipackzettel. Die Angaben zur Medikamenteneinnahme ist wichtig für die schnelle Genesung und zur Vermeidung von Nebenwirkungen. | © Dan Race – stock.adobe.com

Welche Angaben gibt es in Beipackzetteln und was bedeuten sie?

Die Angaben in Packungsbeilagen sind vielfältig. Die folgende Tabelle erklärt die Anweisungen im Detail:

Angabe im Beipackzettel

Das ist gemeint

Auf nüchternen Magen einnehmen

In der Regel 30-60 Minuten vor und frühestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit

Vor einer Mahlzeit einnehmen

Circa 30-60 Minuten vor einer Mahlzeit

Mit einer Mahlzeit einnehmen

Während einer Mahlzeit oder unmittelbar danach

Nach einer Mahlzeit einnehmen

Die Angabe wird hier je nach Medikament oft genau benannt, in der Regel direkt nach der Mahlzeit bis spätestens 60 Minuten danach.

Unabhängig von einer Mahlzeit einnehmen

Einnahme zu einem beliebigen Zeitpunkt vor, während oder zwischen den Mahlzeiten

1x täglich einnehmen

Einmal alle 24 Stunden, immer zur selben Uhrzeit

2x täglich einnehmen

Einmal alle 12 Stunden, immer zur selben Uhrzeit. In der Regel morgens und abends

3x täglich einnehmen

Einmal alle 8 Stunden, immer jeweils zur selben Uhrzeit. Nicht immer ist es hierbei möglich, die Arzneimittel morgens, mittags und abends einzunehmen, da ein zu großer Dosierungsabstand zwischen den Einnahmen dazu führen kann, dass der Wirkstoff möglicherweise nicht die volle Wirkung entfalten kann.

4x täglich einnehmen

z.B. morgens, mittags, abends und vor dem Schlafengehen. Immer jeweils zur selben Uhrzeit

Zur Nacht einnehmen

Kurz vor dem Schlafengehen

Mit viel Flüssigkeit zu sich nehmen

Arzneimittel z.B. mit einem Glas Wasser einnehmen. Vorsicht: Keine heißen, koffein- oder alkoholhaltigen Getränke trinken!

Im Mund zergehen lassen

Bestimmte Medikamente möglichst nicht kauen oder direkt schlucken. Stattdessen z.B. unter die Zunge legen und dort zergehen lassen.

Täglich einzunehmende Medikamente: Was Sie beachten sollten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zeitpunkt der Einnahme bei Medikamenten, die sie täglich zu sich nehmen. Es gibt Arzneimittel, die über einen längeren Zeitraum täglich eingenommen werden müssen, wie beispielsweise:

  • Hormonpräparate

  • starke Schmerzmittel

  • Antibiotika

Bei diesen sollte dementsprechend darauf geachtet werden, dass die Einnahme im besten Fall immer zur selben Uhrzeit geschieht.

Tipp

Um die Einnahme nicht zu vergessen, können Sie diese zeitlich und gedanklich mit regelmäßigen Tätigkeiten in Ihrem Alltag oder mit Ihren Hauptmahlzeiten verbinden. Zudem können Sie die Funktion des Weckers oder eine To-Do- oder Kalender-App auf Ihrem Smartphone nutzen, um sich an die Medikamenteneinnahme erinnern zu lassen.

Aber Achtung: Sollten Sie eine Einnahme vergessen, lesen Sie im Beipackzettel nach, wie Sie am besten vorgehen oder wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis oder eine Apotheke. Nehmen Sie auf keinen Fall die doppelte Dosis!

Warum es wichtig ist, den Angaben im Beipackzettel zu folgen

Manche Medikamente, wie Schmerz- und Fiebermittel mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Säureblocker auf Basis von Omeprazol wirken schneller, wenn man sie auf nüchternen Magen einnimmt. Jedoch ist die Magenschleimhaut sehr empfindlich. Somit können andere Medikamente, wie Aspirin oder andere Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac Schäden verursachen, wenn sie auf leeren Magen angewandt werden. Sie sind somit besser verträglich, wenn Sie vorher etwas gegessen haben. Die Nahrung beeinflusst nicht nur den pH-Wert des Magens. Das Essen verzögert auch das Passieren der Präparate durch den Magen. Das beeinträchtigt die Wirksamkeit. Zudem können sich einzelne Nahrungsbestandteile auf die Fähigkeit zur Aufnahme einzelner Wirkstoffe ins Blut auswirken.

Bei wiederum anderen Medikamenten soll der Wirkstoff erst im Darm freigesetzt werden, sodass ein Überzug das Medikament vor der Zersetzung im Magen schützt. Dabei kann es sich um überzogene Tabletten oder Kapseln handeln. Damit die Freisetzung nach Vorgabe garantiert werden kann, ist es also sehr wichtig, dass die Einnahme entsprechend der Anweisung im Beipackzettel erfolgt.

Halten Sie sich deshalb jederzeit an die Angaben im Beipackzettel Ihrer Arzneimittel, sodass sich das Medikament an den Biorhythmus Ihres Körpers anpassen kann. So kann es seine optimale Wirkung entfalten und Sie können Nebenwirkungen vermeiden.