Ich habe Brustkrebs und hatte bereits bei der Terminvereinbarung gesagt, dass ich die Therapie nur machen lasse, wenn ich Patientin bei ihm
werde, obwohl ich nur Kassenpatientin bin. Meine Bekannten haben mir das geraten. Das Sekretariat hat ihn offenbar gefragt und tatsächlich habe ich dann einen Termin bei ihm bekommen. Er ging mit keinem Wort darauf ein. Ich habe mich noch nie bei jemandem so schnell so wohl gefühlt. Er hat das Gespräch schnell aufgelockert, immer wieder eine lustige Geschichte eingebaut und mir dabei immer so nett zugelächelt. Mein Fall sei ja kein wirkliches Problem, warum ich dann eines daraus mache? Er hat alles mit einer Ruhe geprüft, mir alles genau erklärt, dann hat er mich über meinen Beruf befragt und ob ich einen Grund für meinen Mammatumor sehe, privat oder beruflich und er würde auf Grund meiner Unterlagen auf den Zeitraum vor 3-4 Jahren tippen. Ich war völlig platt, das hat mich noch keiner gefragt. Dann hat er wieder von sich erzählt und schließlich habe ich ihm mein ganzes Herz ausgeschüttet. Es war einfach schön ihm zu erzählen. Er hat nur zugehört, immer wieder geschmunzelt obwohl ich Tränen in den Augen hatte und ganz am Schluss gesagt: ich kenne sie eigentlich nicht, aber wenn sie wollen, können wir in einer Woche weiter ratschen und wir würden uns offenbar ganz gut verstehen. Ich wäre ihm vor Erleichterung am liebsten um den Hals gefallen. Dann hat er mich lange angesehen und mich unbekümmert und scheinbar gleichgültig gefragt: wie machen wir es jetzt eigentlich, volles Risiko oder doch bestrahlen. Ich musste laut lachen. Natürlich haben wir bestrahlt und wir haben noch oft miteinander geredet. Dieser Arzt ist ein Segen. Einfach toll. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal.
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