Dr. Michael Bömeke ist der einzige Kardiologe im Duderstädter Raum. Er ist fachlich kompetent, aber meines Erachtens mit der großen Anzahl s
einer Patienten etwas überfordert, was zu einem konträren Verhalten führt. Mal ist er ausgesprochen freundlich und beinahe warmherzig und beim nächsten Mal eher übellaunig und kurz angebunden. Dieses Verhalten verunsicherte mich als Patientin dermaßen, dass ich die Behandlung abgebrochen habe.
Bei einem Herzultraschall von innen, der mit einer Sonde durch die Speiseröhre durchgeführt wird, konnte ich aufgrund einer schweren Lidocain-Allergie keine örtliche Betäubung bekommen und hatte deshalb mit einem ständigen Brechreiz zu kämpfen. Meine Augen tränten fürchterlich, aber ich war trotzdem bemüht, mich nicht unnötig zu bewegen. Dennoch ermahnte mich Dr. Bömeke mehrmals, dass ich mich ruhig verhalten solle. Leichter gesagt als getan.
Nach der Implantation eines Evantrekorders musste ich alle paar Monate zum Auslesen des Gerätes. Dabei lag ich manchmal eine halbe Stunde mit bloßem Oberkörper wartend auf der Behandlungsliege, bis der Arzt hereinkam. Meistens war er nach maximal 5 Minuten wieder verschwunden.
Während eines Krankenaufenthaltes wegen einer anderen Krankengeschichte bekam ich Kreislaufprobleme, wobei ich für kurze Zeit das Bewusstsein verlor und von Dr. Bömeke auf der Intensivstation behandelt werden sollte. Vom Personal des Krankenhauses erfuhr ich, dass Dr. Bömeke bei meinem Anblick gesagt haben soll, dass er mich schon ein paar Jahre kennen würde und ich jetzt aber übertreiben würde. Diese Äußerung hat mich sehr getroffen, da ich mich plötzlich wie eine Simulantin fühlte.
Im Jahr 2014 musste ich mich einer kleinen Operation unterziehen. Bei den Voruntersuchungen wurden vom Anästhesisten Herzrhyhmusstörungen festgestellt, die vor der OP abgeklärt werden sollten. Zu diesem Zweck musste ich erneut Dr. Bömeke aufsuchen, der mich jedoch schon auf dem Flur abwies mit der Begründung, dass dieser kleine Extraschlag nicht der Rede wert sei.
Der Chef-Anästhesist entschied im Anschluss daran auf meine Bitte hin, dass die Operation am nächsten Tag stattfinden konnte. Dennoch hatte ich mal wieder einen faden Geschmack im Mund und fühlte mich ein weiteres Mal nicht ernst genommen. Freiwillig werde ich mich nicht mehr in die Hände von Dr. Bömeke begeben in der Hoffnung, dass es recht bald einen zweiten Kardiologen im St. Martini-Krankenhaus geben wird.
Ich kann leider nicht mehr genau sagen, welche Medikamente mir von Dr. Bömeke verordnet wurden, da sich diese immer mal wieder geändert haben.
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