
Allgemeines zur Lymphdrainage
Die manuell ausgeführte Lymphdrainage ist eine Behandlungsform, die sowohl in der Schulmedizin als auch in der Naturheilkunde zu einem festen Bestandteil geworden ist. Durch die Ausübung gezielter Handgriffe kann der Abfluss der Lymphe oder der Lymphflüssigkeit verbessert werden. Im Endeffekt einer erfolgreichen Drainage kommt es zu einem Rückgang von Gewebsschwellungen, die sich vorwiegend an den Armen und an den Beinen zeigen.
Im Körper des Menschen zirkulieren verschiedene Flüssigkeiten. Am bekanntesten ist das Blut. Neben dem Blut gibt es aber noch eine weitere Substanz, die ebenfalls flüssig ist und sich im Lymphgefäßsystem befindet. Über die Lymphflüssigkeit oder die Lymphe werden insbesondere Zellen transportiert, denen eine zentrale Bedeutung innerhalb der intakten Immunabwehr zukommt. Durch ganz unterschiedliche Auslöser kann sich die Lymphflüssigkeit in den Transportbahnen stauen. Es entsteht eine Zunahme des Umfangs der betroffenen Körperbereiche, was sich äußerlich als Schwellungen darstellt.
Um die gestaute Lymphflüssigkeit wieder zum Abfluss zu bewegen, wird eine Lymphdrainage vorgenommen. Diese Behandlung ist nicht schmerzhaft. Ein ausgebildeter Physiotherapeut oder Heilpraktiker übernimmt das rhythmische Streichen und einen leichten angenehmen Druck, um eine gewisse Pumpwirkung zu erzeugen. Durch dieses "Ausstreichen" und Kreisen kommt es zu einer Aktivierung der Lymphflüssigkeit, die danach aus dem Gewebe herausgelöst wird. Die Schwellungen klingen ab.
Die manuelle Anregung des Abflusses der Lymphe sollte nur von einem geschulten Therapeuten oder Heilpraktiker erfolgen. Er weiß ganz genau, wo er die manuellen Bewegungen ansetzen muss.
Welche Behandlungskosten übernehmen die Krankenkassen?
Die manuelle Massage kann von einem Arzt verordnet werden. In dieser Situation tragen sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen alle anfallenden Kosten. Genauer gesagt, bleiben für den Patienten nur die gesetzlich geregelten Zuzahlungen (Eigenanteile). Private Kassen übernehmen meist komplett alle Kosten. Es ist für beide Einrichtungen wichtig, dass ein geschulter Heilpraktiker, ein Masseur oder ein Physiotherapeut am Patienten arbeiten. Für Erkrankte, die von sich aus ohne ärztliches Rezept oder eine Überweisung zum Heilpraktiker gehen, entfallen die Unterstützungen durch die gesetzlichen Versicherer.
Bei welchen Erkrankungen ist die Lymphdrainage nicht angebracht?
Nicht bei allen Krankheitsbildern, die mit mehr oder weniger intensiven Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe einhergehen, ist eine Behandlung dieser Art zweckmäßig und ungefährlich.
Die Heilpraktiker schließen eine Lymph-Drainage aus, wenn die Patientinnen oder Patienten unter bösartigen Tumoren oder einer fortschreitenden Funktionseinschränkung des Herzens leiden. Wenn die Betroffenen eine erhöhte Körpertemperatur von mehr als 37,5 °C, nicht medizinisch abgeklärte Entzündungen und eine tiefe Thrombose der Beinvenen im Akutstadium aufweisen, ist diese manuelle Therapie nicht angebracht. Weiterhin sprechen gegen eine manuelle Anregung des Lymphabflusses diverse Erkrankungen wie die Wundrose, Wasseransammlungen im Herzen und bakterielle Entzündungen mit Fieber.
Wie können die Erkrankten die Behandlung des Heilpraktikers unterstützen?
Die schonende Behandlung der Lymphwege durch den Heilpraktiker ist nur ein Part, der immer als Kombination mit weiteren Therapievarianten gesehen werden muss. Die erkrankten Personen können selbst eine ganze Menge dafür tun, um die Effekte der Therapie zu unterstützen. Die Beine und Arme sollten nach Möglichkeit erhöht gelagert werden. Die geregelte Einnahme von Arzneistoffen, welche einen Rückgang von Wasser durch eine Forcierung der Ausscheidung begünstigen und das vermeiden zu enger, abschnürender Kleidung an den Armen oder den Beinen können ebenfalls angeraten werden.
Wann ist eine Lymphdrainage hilfreich?
Kommt es nach operativen Eingriffen, Erkrankungen oder Unfällen zu einer Unterbrechung der Lymphbahnen, ist die Folge meist ein Stau der Lymphe. Der Rückfluss der Lymphflüssigkeit ist nicht mehr möglich. Typische Fälle, in denen diese Folgeerscheinung auftritt, sind Frauen, die eine Operation der Brüste wegen Krebs hinter sich haben. Bei diesem Eingriff werden auch die Lymphknoten in den Achseln entnommen. Machen sich bei den Erkrankten Umfangszunahmen durch Einlagerungen von Lymphe in den Lymphknoten bemerkbar oder bestehen starke Narbenbildungen sowie umfangreiche Hämatome (blaue Flecken) ist diese Therapie ebenfalls ein Bestandteil eines Komplexes von Maßnahmen.
Recht häufig lassen sich Betroffene von einem Heilpraktiker mit einer Lymphdrainage behandeln, die mit Arthrosen (Verschleißerscheinungen der Gelenke), sogenanntem Weichteilrheumatismus oder Cellulitis zu kämpfen haben. Für junge Mütter ist es interessant, dass der Milchfluss durch diese sanfte Massagetechnik ebenfalls angeregt werden kann.
Diese Behandlung bringt nicht nur den Fluss der Lymphe wieder in Schwung. Durch die sanften Griffe des Heilpraktikers kommen die Betroffen innerlich zur Ruhe und können sich ganz ausgezeichnet entspannen. Diese nicht-medikamentöse Therapieform wirkt also positiv in mehrere Richtungen. Deshalb ist die Lymphdrainage allen Patienten und Patientinnen unabhängig von deren Alter zu empfehlen, welche durch Migräne, Spannungskopfschmerzen und Tinnitus gesundheitlich belastet sind.