
Die Magnetfeldtherapie teilt sich in eine schulmedizinisch anerkannte und eine alternativmedizinische Variante. Beiden ist der Einsatz von statischen oder pulsierenden Magnetfeldern gemeinsam, wobei in der Schulmedizin für die Durchführung chirurgische Maßnahmen erforderlich sind, die ausschließlich von Ärzten ausgeführt werden. Alle anderen Verfahren werden sowohl von naturheilkundlich ausgerichteten Ärzten als auch von Heilpraktikern angeboten.
Geschichte der Magnetfeldtherapie
Bereits aus der Antike ist der Einsatz magnetischer Steine zu Zwecken der Heilung bekannt. Von dem berühmten Arzt Hippokrates von Kos (ca. 460 – 370 v. Chr.) wird die Behandlung mit Magneten überliefert, und auch aus ägyptischen und römischen Quellen existieren entsprechende Zeugnisse. In der frühen Neuzeit empfahl Paracelsus (1493-1541) die Anwendung von magnetischen Steinen für Entzündungen und Hämorrhoiden, und im 18. Jh. wurde der sogenannte animalische Magnetismus durch Franz Anton Mesmer vorübergehend populär.
In der modernen Forschung gilt heute die Wirksamkeit für chirurgisch eingesetzte Magnetspulen für bestimmte Anwendungsgebiete als gesichert. Für alle anderen Verfahren, die von außen auf den Körper einwirken, konnten in Studien bisher nur wenig klare Hinweise auf eine mögliche Wirkung gefunden werden.
Wirkungsweise
Bei der schulmedizinisch eingesetzten Magnetfeldtherapie, auch Elektro-Osteostimulation genannt, werden kleine Magnetspulen chirurgisch an der zu behandelnden Stelle, zum Beispiel einem verletzten Knochen, eingesetzt. Bei der eigentlichen Behandlung wird an die Spulen ein Magnetfeld angelegt, das einen Stromfluss erzeugt, der über Elektroden den Knochen elektrisch stimuliert. Durch dieses Verfahren wird das Knochenwachstum angeregt und Brüche oder Arthrosen können dadurch positiv beeinflusst werden.
Alternativmedizinisch werden Magnetplatten, Spulen oder Stäbe auf den Körper aufgelegt und in diesen durch ein angeschlossenes Gerät Magnetfelder erzeugt. Hierbei wird davon ausgegangen, dass diese Felder eine Wirkung auf Atome in betroffenen Körperteilen ausüben, sodass eine Ausrichtung nach dem Magnetfeld geschieht und eine Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers eintritt. Darüber hinaus wird eine allgemeine Stimulation des Gewebes vermutet, die Heilungsprozesse positiv beeinflussen kann.
Anwendungsbereiche der Magnetfeldtherapie
In der Schulmedizin wird die Magnetfeldtherapie in erster Linie eingesetzt, um die Heilung von Knochenbrüchen und Pseudoarthrosen zu unterstützen. Darüber hinaus werden magnetische Verfahren zunehmend in der Sportmedizin eingesetzt, um Heilungsprozesse bei Verletzungen zu beschleunigen.
Auch in der Alternativmedizin werden Magnetfelder häufig bei Beschwerden des Bewegungsapparates genutzt, zusätzlich aber auch in vielen weiteren Gebieten eingesetzt. Dazu gehören Schmerzen verschiedener Ursache, wie zum Beispiel Gelenkschmerzen, Migräne oder Ischiasbeschwerden, entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, aber auch eher nervös beziehungsweise psychisch bedingte Symptome wie Depression, Schlafstörungen und psychosomatische Erkrankungen. In der Regel umfasst eine Behandlung etwa 5 – 10 Sitzungen und findet in der Regel bekleidet im Liegen oder Sitzen statt.
Einschränkungen bei der Anwendung
Bei Patienten mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren, magnetischen Implantaten und bei Schwangeren sollte eine Behandlung mit Magnetfeldern nicht erfolgen. Ebenfalls ist bei Epilepsie, Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen, akuten Blutungen, schweren Viruserkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion und Tuberkulose von diesem Verfahren abzuraten. Im Zweifelsfall sollten vor der Behandlung mit dem Arzt oder Heilpraktiker mögliche Wechselwirkungen mit bestehenden Erkrankungen abgeklärt werden.
Kostenübernahme durch die Krankenkassen
Die sogenannte Elektro-Osteostimulation ist schulmedizinisch anerkannt und wird von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Alle anderen Verfahren werden von gesetzlichen Kassen grundsätzlich nicht bezahlt. Bei privaten Versicherern ist eine Kostenübernahme nicht ausgeschlossen und sollte vor Beginn der Behandlung mit der Krankenkasse geklärt werden.