
Die Hypnosetherapie ist von ihren Wurzeln her ein sehr altes Heilverfahren und wird sowohl im psychologischen Bereich von Psychiatern, Psychologen und Heilpraktikern für Psychotherapie zur Behandlung psychischer und psychosomatischer Störungen als auch von Ärzten, Zahnärzten und Heilpraktikern zur Schmerzreduktion und in vielen weiteren Gebieten eingesetzt.
Geschichte der Hypnosetherapie
Erste Anwendungen hypnotischer Verfahren lassen sich bereits in Schriften aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. nachweisen und gehörten vermutlich in den meisten Kulturen schon sehr früh zu den von Heilern und Priestern häufig verwendeten Ritualen.
Bereits im 18. Jahrhundert begann mit den Forschungen von Franz Anton Mesmer die wissenschaftliche Untersuchung der Hypnose und wurde zu medizinischen Zwecken, zum Beispiel bei Augenoperationen, eingesetzt. Im psychologischen Bereich wurde die therapeutische Anwendung wesentlich durch Sigmund Freud erforscht und schließlich durch Milton H. Erickson erweitert und ausgebaut, sodass dieser heute als Begründer der modernen Hypnosetherapie gilt.
Im Jahr 2006 wurde diese Therapieform in Deutschland als wissenschaftliche Psychotherapiemethode in bestimmten Anwendungsbereichen anerkannt.
Wirkungsweise der Hypnose
Bei der Hypnose handelt es sich um eine durch unterschiedliche Techniken herbeigeführte Trance, die dem Zustand kurz vor dem Einschlafen sehr ähnlich ist. Der Körper ist entspannt, die Alltagsgedanken kommen zu Ruhe, der Geist bleibt jedoch wach und klar. In einer solchen Tiefenentspannung, die mit modernen Hirnscans als Vorherrschen sogenannter Delta-Wellen nachgewiesen wurde, können tiefere Schichten des Bewusstseins, das sogenannte Unterbewusste, angesprochen und durch Suggestionen und positive Glaubenssätze beeinflusst werden.
Bei einer Hypnose bleibt der Patient also normalerweise wach und klar und ist jederzeit in der Lage, über die Inhalte der Arbeit mit dem Therapeuten zu entscheiden. Willenlose Klienten, die ohne ihr Wissen von Hypnotiseuren zu beschämenden oder sogar kriminellen Handlungen gezwungen werden, gehören in den Bereich der Mythen und der Showhypnose und haben mit seriöser Hypnosetherapie nichts zu tun.
Anwendungsbereiche der Hypnosetherapie
In der Regel wird Hypnose nur bei Erwachsenen eingesetzt, da hier eine ausreichende Reife zur Mitarbeit und Umsetzung der Suggestionen im Alltag vorausgesetzt werden kann. Es gibt Untersuchungen zur Hypnose bei krebskranken Kindern, die positive Ergebnisse gezeigt haben, allerdings ist bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer eine hohe Aufmerksamkeit erforderlich, da die Unterscheidung zwischen Traum und Realität noch nicht so gefestigt ist.
In der Psychotherapie wird Hypnose vorwiegend bei Angst- und Zwangsstörungen, Belastungsstörungen, Essstörungen, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden eingesetzt, kann jedoch auch in anderen Bereichen eine Therapie begleitend unterstützen.
Einige Zahnärzte bieten Hypnose zur Angstverminderung und Schmerzreduktion an. Insgesamt ist eine gute Wirksamkeit bei einer Vielzahl von Schmerzzuständen nachgewiesen.
In den letzten Jahrzehnten wurden auch Methoden zur Selbsthypnose und Autosuggestion populär, sollten jedoch immer von kompetenten Ärzten, Psychologen oder Heilpraktikern erlernt werden, da diese anerkannte Techniken vermitteln, die in ihrer Wirksamkeit überprüft sind und darüber hinaus einschätzen können, ob eine Arbeit mit Selbsthypnose eventuell schädlich wäre.
Einschränkungen bei der Anwendung
Grundsätzlich darf Hypnose nicht bei Störungen angewandt werden, die mit psychotischen, wahnhaften Zuständen einhergehen, oder wenn die Gefahr besteht, dass eine Psychose ausgelöst werden könnte. Ebenfalls ist eine Anwendung bei Patienten mit gestörtem Realitätsbewusstsein, wie zum Beispiel bei schwerem Borderline-Syndrom oder körperlich bedingten Wahrnehmungsstörungen und Demenz nicht sinnvoll.
Bei der Behandlung traumatischer Belastungen kann Hypnose hilfreich sein, sollte jedoch immer mit viel Feingefühl angewandt werden, weil die Aktivierung von Erinnerungen das Trauma unter Umständen vertiefen kann.
Kostenübernahme durch die Krankenkassen
Hypnosetherapie in der Medizin und der Psychotherapie gehört zu den von privaten und gesetzlichen Krankenkassen anerkannten Leistungen, sodass die Kosten in der Regel übernommen werden. Auch als begleitende Behandlung zu anderen Methoden wird Hypnose normalerweise anerkannt. Im Zweifelsfall sollte mit dem behandelnden Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker die Kostenübernahme durch die Krankenkasse vor Aufnahme der Behandlung geklärt werden.