Ich wurde auf Rat meines Hausarztes bei Dr. Westerdorf- damals noch im Vinzent-Pallotti-Krankenhaus- in der freien Sprechstunde vorstellig.
Ich hatte schwerste Probleme mit der Knochenheilung nach einem Trümmerbruch, resultierend aus einem ungebremsten Sturz auf die Hand bei Glätte, und Dr. Westerdorf galt als Geheimtipp.
Er drehte und bog ein wenig an meiner Hand herum und sagte mir- ohne ein einziges Wort zum Problem meinerseits gehört oder ein Röntgenbild bzw. sonstige Unterlagen gesehen zu haben- was das Problem war. Nachdem die vorher behandelnden Ärzte die nahezu nicht belastbare und schlecht bewegliche Hand als "austherapiert" bezeichnet hatten, riet er nach weiterer Untersuchung und Röntgenbild von einer technisch möglichen Operation vorläufig ab und empfahl mir die Hand zu schonen und auf das seiner Meinung nach noch kommende Verwachsen der Knochenbruchstücke zu warten. Darüber hinaus sprach er mir Mut zu daß der "Trümmer" an meinem Arm durchaus wieder voll funktionsfähig werden könnte, was für mich als aktiver Sportler und Musiker extrem wichtig und psychologisch ankurbelnd war. Nach drei Monaten Wartezeit und Schonung wurde die nach dem Bruch eingesetzte Titanplatte entfernt (wobei direkt noch der Karpaltunnel mitoperiert wurde). Bis auf die leicht eingeschränkte Belastbarkeit (schmerzt ein wenig bei Liegestützen) ist das Handgelenk heute voll einsetzbar, die Unabhängigkeit der Finger ist sogar besser als vorher. Hätte ich ihn nicht aufgesucht und wäre wie von den Unfallärzten an meinem Wohnort verordnet wieder zur Arbeit gegangen, sowäre eine noch schwerere und endgültige Schädigung nicht auszuschliessen gewesen.
Lohnt auch die weiteste Fahrt.
Bewertet 9,0 von 10 Punkten