
Therapeuten für Fußreflexmassagen werden der Alternativ- oder Ganzheitsmedizin zugerechnet und behandeln nach der Vorstellung, dass jedem Organ bzw. Körperteil eine bestimmte Zone des Fußristes bzw. der Fußsohle zugeordnet werden kann. Wenn diese Region durch eine spezielle Massage stimuliert wird, wird ein positiver Effekt auf das jeweilige Organ ausgelöst. Zur Behandlung von Lungenproblemen muss beispielsweise der Fußballen recht mittig massiert werden. Kopfschmerzen hingegen werden durch eine Massage auf den Zehenballen beseitigt bzw. verbessert. Es gibt viele Fußreflexzonen, auf die im späteren Verlauf noch näher eingegangen wird.
Bis dato liegen der Fußrelfexbehandlung keine anatomischen Grundlagen vor, die die Verbindung zwischen Organ und Reflexzone bestätigt. Es gibt aber wissenschaftliche Hinweise dafür, dass die Fußreflexzonen das allgemeine Wohlergeben eines Patienten positiv beeinflussen. Aus diesem Grund bietet sich die Massage insbesondere in der Schmerztherapie an. Patienten können den Therapeuten ohne Überweisung aufsuchen. Die Kosten werden in den meisten Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen, jedoch gibt es Ausnahmen. Von daher sollte man sich immer bei seiner Kasse informieren.
Geschichtlicher Hintergrund
Die Fußreflexmassage hat ihre Ursprünge in ganz verschiedenen Kulturen. In Deutschland wurde sie vor allem durch die Deutsche Hanne Marquardt und den amerikanischen Arzt Dr. Flitzgerald bekannt. In China und Indien wurden bereits vor über 5.000 Jahren Behandlungen von Druckpunkten der Fußsohle durchgeführt. In Ägypten und Japan praktizierte man ähnliche Verfahren. Der Einfluss der Druckpunktmassage wird in China beispielsweise durch das veränderte Fließen der Lebensenergie in den Meridianen erklärt. In Deutschland wird hingegen eher versucht, die Wirkung durch die Erregung von Nervenbahnen zu erklären.
Was ist eine Fußreflexbehandlung?
Die Fußreflexbehandlung kommt bei allgemeinen Beschwerden zum Einsatz. Hierbei werden entsprechende Reflexzonen, die sich auf der Fußsohle und dem Fußrist befinden, massiert. Nach einer ganz bestimmten Reihenfolge werden die unterschiedlichen Fußreflexzonen durch Druckmassagen aktiviert, was wiederum die Durchblutung fördert. Die Fußreflexzonen beeinflussen das entsprechende Organ durch Wechselwirkungen. Ablagerungen und Durchblutungsstörungen im Fuß sollen dafür verantwortlich sein, dass das entsprechende Organ beschädigt oder in seiner Funktion eingeschränkt ist. Therapeut und Patient können Schwachstellen des Körpers durch genaues Beobachten und Untersuchen der Reflexzonen ausfindig machen. Somit ist die Fußreflexzonenmassage nicht nur ein therapeutisches Werkzeug, sondern kann eventuell auch für die Diagnose wichtig sein.
Die Fußreflexzonen
Der Körper wird in zehn Längszonen eingeteilt, die proportional auf die Füße übertragen werden. Dieses Raster wurde ein paar Jahre später um weitere drei Querzonen ergänzt, woraus dann eine Art Koordinatensystem für die Therapie entstanden ist.
Viele Bereiche liegen an den Sohlen, manche an den Seiten und viele am Fußrücken bis hin zum Knöchel. Die Füße werden bestenfalls als Abbild eines sitzenden Menschen betrachtet. Die Zehen stellen hierbei den Kopf dar, der Vorfuß die Schultern und den Brustkorb, der Mittelfuß den Rücken und den Bauch und die Ferse den Beckenbereich. Die rechte Körperhälfte befindet sich am rechten und die linke am linken Fuß wieder. Die Bezugspunkte sitzen alle spiegelbildlich da, wo sie auch am Körper zu finden sind.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Beim ersten Termin wird der Therapeut einen Befund erheben, indem er die einzelnen Reflexzonen auf Auffälligkeiten und Schmerzen überprüft. Danach beginnt direkt die Therapie, die sich am Schweregrad und Behandlungsziel orientiert. Wenn die Organe lediglich beruhigt werden sollen oder ein akuter Schmerzzustand therapiert werden soll, wird eher ruhiger und sanfter massiert. Das Spektrum an Krankheiten, bei denen die Therapie zum Einsatz kommen kann, ist sehr breit. In einigen Bereichen hat sie sich aber besonders ausgezahlt. Hierzu zählen Magen-Darm-Probleme, Gelenk-Erkrankungen und Schmerzzustände. Die Fußreflextherapie konnte schon vielen Menschen weiterhelfen, auch wenn sie in der konventionellen Medizin umstritten ist.
Ausbildung
Wer sich für die Fußreflexmassage interessiert und andere Menschen mit dieser Methode helfen möchte, muss sich an eine spezielle Einrichtung bzw. Schule begeben, die Weiterbildungsmaßnahmen anbietet. Personen aus anerkannten therapeutischen Berufsgruppen müssen mehrere Kurse und Prüfungen ablegen, um eine Durchführung der Fußreflexbehandlung offiziell ausführen zu dürfen. Dem Unterricht liegen klare Strukturen zugrunde. Nach Abschluss der gesamten Weiterbildung wird der Absolvent hochwertige Behandlungen im Bereich der Fußreflexzonenbehandlung durchführen können. Die Grundlage hierfür stellt die Sicherheit in der Grifftechnik und eine genaue Zonenkenntnis dar. Die Komplexität dieser Methode ermöglicht allen Absolventen eigenständig eine sinnvolle Therapie zu erstellen und fachgemäß durchzuführen.