Javlor

Javlor Patienteninformation

Was ist Javlor und wofür wird es angewendet?

Javlor enthält den Wirkstoff Vinflunin. Vinflunin gehört zu den sogenannten Vinca-Alkaloiden, die als Arzneimittel gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden. Diese Arzneimittel beeinflussen das Wachstum von Krebszellen durch Verhinderung der Zellteilung, was zum Tod von Tumorzellen führt (Zytotoxizität).

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In Javlor kommt folgender Wirkstoff zum Einsatz

Vinflunin

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Javlor Patienteninformationen

Was ist Javlor und wofür wird es angewendet?

Javlor enthält den Wirkstoff Vinflunin. Vinflunin gehört zu den sogenannten Vinca-Alkaloiden, die als Arzneimittel gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden. Diese Arzneimittel beeinflussen das Wachstum von Krebszellen durch Verhinderung der Zellteilung, was zum Tod von Tumorzellen führt (Zytotoxizität).

Javlor wird eingesetzt, um fortgeschrittene oder metastasierende Krebserkrankungen des Blasen- und Harnsystems zu behandeln, wenn eine vorangegangene Therapie mit platinhaltigen Arzneimitteln nicht mehr wirksam ist.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Javlor beachten?

Javlor darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff (Vinflunin) oder andere Vinca-Alkaloide (Vinblastin, Vincristin, Vindesin, Vinorelbin) sind,
- wenn Sie eine schwere Infektion hatten (in den letzten 2 Wochen) oder derzeit haben,
- wenn Sie stillen,
- wenn die Anzahl Ihrer weißen Blutzellen und/oder Blutplättchen zu niedrig ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Informieren Sie Ihren Arzt,
- wenn Sie Leber-, Nieren- oder Herzprobleme haben,
- wenn bei Ihnen neurologische Symptome auftreten (wie Kopfschmerzen, eine Veränderung Ihres Bewusstseinszustandes, die zu Verwirrtheit und Koma führen kann, Krämpfe, verschwommenes Sehen und Bluthochdruck), da es erforderlich sein könnte, die Anwendung dieses Arzneimittels zu beenden.
- wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, die im Abschnitt „Anwendung von Javlor zusammen mit anderen Arzneimitteln“ aufgeführt sind,
- wenn Sie an Verstopfung leiden oder wenn Sie mit Schmerzmitteln (Opioiden) behandelt werden oder wenn Sie an einer Krebserkrankung der Bauch-/Unterleibsregion erkrankt sind oder in der Bauch-/Unterleibsregion operiert worden sind,
- wenn Sie ein Kind zeugen möchten (siehe „Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs- /Gebärfähigkeit“).

Vor und während Ihrer Behandlung wird Ihr Blutbild regelmäßig kontrolliert, da eine Abnahme der Anzahl der Blutzellen eine sehr häufige Nebenwirkung von Javlor ist. Verstopfung ist eine sehr häufige Nebenwirkung von Javlor. Um Verstopfung zu verhindern, erhalten Sie möglicherweise Abführmittel.

Kinder und Jugendliche
Javlor ist nicht für Kinder und Jugendliche bestimmt.

Anwendung von Javlor zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn Sie Arzneimittel anwenden, die einen oder mehrere der folgenden Wirkstoffe enthalten:
- Ketoconazol und Itraconazol, angewendet zur Behandlung von Pilzinfektionen,
- Opioide, angewendet zur Behandlung von Schmerzen,
- Ritonavir, angewendet zur Behandlung einer HIV-Infektion,
- Doxorubicin und pegyliertes liposomales Doxorubicin, angewendet zur Behandlung bestimmter Krebsarten,
- Rifampicin, angewendet zur Behandlung von Tuberkulose oder Meningitis,
- Pflanzliche Präparate mit Johanniskraut (Hypericum perforatum), angewendet zur Behandlung leichter oder mittelschwerer Depressionen.

Anwendung von Javlor zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie Grapefruitsaft trinken, da es die Wirkung von Javlor verstärken kann. Sie sollten zusätzlich Wasser trinken und ballaststoffreiche Nahrung zu sich nehmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor dem Beginn Ihrer Therapie Ihren Arzt um Rat.

Wenn Sie eine Frau oder ein Mann im zeugungsfähigen Alter sind, sollten Sie während der Behandlung mit Javlor und in den 3 Monaten nach der letzten Gabe von Javlor wirkungsvolle empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen.

Sie sollten nicht mit Javlor behandelt werden, wenn Sie schwanger sind, außer wenn dies unbedingt erforderlich ist.

Während der Behandlung mit Javlor dürfen Sie nicht stillen.

Wenn Sie ein Kind zeugen möchten, bitten Sie Ihren Arzt um Rat. Es wird empfohlen, sich vor der Therapie über die Möglichkeit einer Spermakonservierung beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Javlor kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel verursachen. Sie dürfen nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die Ihre Konzentrationsfähigkeit und Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigen.

Wie ist Javlor anzuwenden?

Dosierung
Die empfohlene Dosis beim Erwachsenen beträgt 320 mg/m² Körperoberfläche (wird durch den Arzt unter Berücksichtigung Ihres Körpergewichts und Ihrer Größe errechnet). Die Behandlung findet alle 3 Wochen statt.

Ihr Arzt wird die Javlor-Anfangsdosis unter Berücksichtigung Ihres Alters und Ihres körperlichen Zustandes sowie in bestimmten Situationen anpassen:
- wenn Sie zuvor eine Bestrahlung des Beckens erhalten haben,
- wenn Sie mittelschwere oder schwere Nierenprobleme haben,
- wenn Sie Leberprobleme haben.


Während der Behandlung ist es möglich, dass Ihr Arzt die Javlor-Dosis herabsetzt, aufschiebt oder die Behandlung unterbricht, wenn bei Ihnen bestimmte Nebenwirkungen auftreten.

Wie Javlor angewendet wird
Javlor wird Ihnen von medizinischem Fachpersonal als 20-minütige intravenöse Infusion (tropfenweise Gabe in Ihre Vene) gegeben. Javlor darf nicht intrathekal verabreicht werden (in die Wirbelsäule). Javlor ist ein Konzentrat, das vor Anwendung verdünnt werden muss.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich, wenn Sie während der Behandlung mit Javlor eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen entwickeln:
- Fieber und/oder Schüttelfrost, als Anzeichen einer möglichen Infektion,
- Brustschmerzen, die Hinweise auf einen Herzinfarkt sein können,
- Verstopfung, die trotz einer Behandlung mit Laxantien bestehen bleibt,
- Kopfschmerzen, eine Veränderung Ihres Bewusstseinszustandes, die zu Verwirrtheit und Koma führen kann, Krämpfe, verschwommenes Sehen und Bluthochdruck. Diese Symptome können Anzeichen einer Störung des Nervensystems sein, wie des „Posterioren Reversiblen Enzephalopathie-Syndroms“ (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Folgende weitere Nebenwirkungen können auftreten: Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
- Verstopfung, Durchfall
- Entzündung der Mundschleimhaut
- Müdigkeit, Muskelschmerzen
- Verlust des Tastsinns
- Gewichtsabnahme, verringerter Appetit
- Haarausfall
- Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Rötung, Schwellung)
- Fieber
- geringe Anzahl von weißen Blutkörperchen, roten Blutzellen und/oder Blutplättchen (ersichtlich aus Blutuntersuchungen)
- geringer Gehalt an Natrium im Blut (Hyponatriämie)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Schüttelfrost, übermäßiges Schwitzen
- Allergie, Dehydrierung (starker Wasserverlust), Kopfschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz
- Verdauungsprobleme, Schmerzen im Mund, an der Zunge und Zahnschmerzen, Veränderungen des Geschmacksempfindens
- Muskelschwäche, Kieferschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, muskuläre Schmerzen, Knochenschmerzen, Ohrenschmerzen
- Benommenheit, Schlaflosigkeit, vorrübergehender Verlust des Bewußtseins
- Schwierigkeiten bei Körperbewegungen
- Schneller Herzschlag, erhöhter Blutdruck, verminderter Blutdruck
- Atemschwierigkeiten, Husten, Brustschmerzen
- Schwellungen Ihrer Arme, Hände, Füße, Knöchel, Beine oder anderer Körperteile
- Venenentzündung (Phlebitis)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Sehstörungen
- Trockene Haut, Hautrötungen
- Störungen der Muskelanspannung
- Schmerzen im Hals/Rachenbereich, Zahnfleischerkankungen
- Gewichtszunahme
- Harnwegsprobleme
- Pfeifen oder Summen in den Ohren (Tinnitus)
- Anstieg der Leberenzymwerte (ersichtlich aus Blutuntersuchungen)
- „Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion“, ein Zustand, der einen niedrigen Natrium Blutspiegel verursacht
- Tumorschmerzen

Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Javlor aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett der Durchstechflasche nach „Verw. bis:“ und dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie gebeten werden, dieses Arzneimittel selbst zu lagern. Ausführliche Lagerbedingungen sind in dem Abschnitt beschrieben, der für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt ist.

Ungeöffnete Durchstechflasche
Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Verdünnte Lösung
Das verdünnte Arzneimittel sollte unmittelbar verwendet werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.


Datenquelle: European Medicines Agency
Stand der Informationen: Februar 2021

Laut Packungsbeilage können bei der Einnahme von Javlor folgende Nebenwirkungen auftreten

Sehr häufig  (>10%)

Haarausfall

Muskelschmerzen

Übelkeit

Durchfall

Verstopfung

Appetitverlust

Erbrechen

Müdigkeit

Fieber

Bauchschmerzen

Anämie

Schmerzen an der Injektionsstelle

Entzündung der Mundschleimhaut

Gewichtsabnahme

Neutropenie

verminderte Anzahl der Blutplättchen

Häufig  (1 - 10%)

Kopfschmerzen

Benommenheit

Brustschmerzen

Rückenschmerzen

Knochenschmerzen

Juckreiz

Störungen des Nervensystems

Husten

Gelenkschmerzen

Schmerzen in den Gliedmaßen

Muskelschwäche

Verdauungsprobleme

erhöhter Blutdruck

übermäßiges Schwitzen

Atemschwierigkeiten

Schüttelfrost

Schlaflosigkeit

Ödeme

beschleunigter Herzschlag

verminderter Blutdruck

Fieber in Verbindung mit einer Infektion

Allergie

Dehydrierung

Hautreaktionen

Darmlähmung

Schmerzen im Mundbereich

Schmerzen an der Zunge

Zahnschmerzen

Veränderungen des Geschmackempfindens

Kieferschmerzen

muskuläre Schmerzen

Bewusstlosigkeit

Schwierigkeiten bei Körperbewegungen

Schwierigkeiten mit dem Tastsinn

Venenthrombosen

Gelegentlich  (0,1 - 1%)

Schwindel

Gewichtszunahme

Schmerzen im Hals

trockene Haut

Myokardinfarkt

Sehstörungen

Nierenversagen

Hautrötungen

trockenes Auge

Erhöhung der Leberenzyme

den gesamten Körper betreffende Infektionen

Störungen der Muskelanspannung

Myokardischämie

akute Atemnot

Schmerzen im Rachenbereich

Zahnfleischerkrankungen

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