„So, Frau Neumann, wie geht’s denn mit den Hämorrhoiden? Wer das Arztgespräch der Nachbarin im Nebenzimmer belauschen kann, muss sich darübe
r im Klaren sein, dass auch andere Patienten vom eigenen Leiden erfahren. Diskretion ist ein absolutes Muss in der Praxis.“
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Er ist ein freundlicher, sympathischer Arzt, scheint auch kompetent zu sein. Bis auf "eine" Diagnose, die völlig falsch war, war in diesen 10 Behandlungsjahren alles OK.
Jedoch werden die Patienten seit 2014 fast ausschließlich auf ca. 9 nebeneinander liegende, mehr oder weniger offene Kabinen verteilt. (Die Seitenwände sind nicht bis an die Decke montiert und der Eingang nur mit einem Vorhang abgetrennt.)
Nur auf ausdrücklichen Wunsch kommt man ins Sprechzimmer, was eine Selbstverständlichkeit sein sollte, denn ich will meine Krankheiten nicht vor unbeteiligten Dritten, die in den Nachbarkabinen auf die Behandlung warten, besprechen.
Da der Arzt im Vorfeld nicht weiß was dem Patienten fehlt, müssen unweigerlich auch vertrauliche Dinge in der Kabine besprochen werden, die ich aber nur Behandlungszimmer erörtern will. Hier werden die Regeln zur Geheimhaltung von Patientengeheimnissen total außer Kraft gesetzt. Da nützt auch die Schweigepflicht des Arztes nichts mehr!!!
Aber beim Anstehen an der Anmeldung soll man Abstand halten!!
ANMERKUNG: IST DIE BEHANDLUNG ÜBERHAUPT NOCH GEWÄHRLEISTET?
Denn in der Kabine hat der Arzt keinen Zugriff auf die Patientendaten die er im PC gespeichert hat, die aber sehr wichtig sind um eine endgültige Diagnose mit der entsprechenden medikamentösen Verabreichung zu verordnen. Die Daten in der Patientenakte, Röntgenbilder, Laborwerte, Operationsberichte und Briefe von überweisenden Kollegen befinden sich darin. Sie dienen dem Arzt als Gedächtnisstütze. Im Zweifel kann er nachschauen welche Untersuchungen und Therapien er veranlasst hat – und welche nicht.
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