
Was passiert in der ergotherapeutischen Beschäftigung?
Der Mehrheit aller Erkrankten, die einen Platz in einer ergotherapeutischen Praxis oder Abteilung erhalten haben, tut es gut, sich aktiv an den Übungen zu beteiligen. Durch die erstaunliche große Vielfältigkeit der einzelnen Übungen empfinden viele Patienten Spaß und Freude an dieser Therapieform.
Nach der Erhebung des persönlichen Befundes werden die individuellen Problemstellungen jedes Teilnehmers genau betrachtet. Daraus resultiert ein spezifischer Behandlungsplan. Das Feld der ergotherapeutischen Übungen ist überaus umfangreich. Es beinhaltet neben einem Kompensationstraining die Hilfe zur Eingewöhnung auf Hilfsmittel. Darüber hinaus werden kreative und gestalterische Tätigkeiten ausgeführt. Musik ergänzt das Training. Ausdrucksvolle Werkstoffe können manuell verändert, sodass schöne Dinge entstehen. Sowohl in der Gruppe als auch allein können Steckspiele oder das Verarbeiten von Salzteig oder Ton, das Lösen von Denksportaufgaben und das Bewältigen taktischer Spiele probieren. Das Malen und Zeichnen mit Stiften oder Pinseln dient dazu, die feinmotorischen Fähigkeiten und das Fingerspitzengefühl zu fördern. Das Üben des Greifens, die Verbesserung der Muskelkraft und die Verbesserung der Konzentration sind ebenfalls Ziele, welche durch die basale Stimulation und physiotherapeutisches sowie ergotherapeutisches Training umgesetzt werden können.
Stellenwert der Arbeits-Therapeuten
Die „Arbeitstherapie“ ist keine Behandlung, um den Menschen das Arbeiten zu lehren. Bei dieser Therapieform kommt es darauf an, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu helfen und deren Leiden zu mindern. Darüber hinaus haben ergotherapeutische Maßnahmen bei vielen Menschen zu einer Wiedererlangung der Selbstständigkeit und einer damit verbundenen besseren Lebensqualität beigetragen.
Die Stellung, welche den ergotherapeutischen Verfahren beigemessen wird, ist überaus wichtig. Sie beinhaltet das Ausführen und das Neulernen von Tätigkeiten, die therapeutisch sinnvoll sind. Außerdem profitieren die Erkrankten von der Individualität jeder ergotherapeutischen Übung. Ein großer Vorteil der ergotherapeutischen Begleitung besteht darin, dass die Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Lebensalter teilnehmen können. Grundlegend sind dabei lediglich die bedürfnis- und krankheitsabhängige Auswahl und die daraus entstehenden alltäglichen Einschränkungen.
In welchen medizinischen Bereichen gehört die ergotherapeutische Beschäftigung zum Behandlungsprogramm?
Die Ergotherapien greifen in beinahe allen medizinischen Fachrichtungen ein. Sie ist ein Bestandteil der Kinderheilkunde und der Neurologie. Des Weiteren sind die ergotherapeutischen Aktivitäten bei der zielgerichteten Behandlung von Unfällen und rheumatischen Erkrankungen sowie in der Orthopädie unersetzbar. Sowohl bei der Heilung und Linderung körperlicher Erkrankungen als auch zur Verringerung psychischer Leiden wird die Ergotherapie herangezogen. Deshalb ist dieses Fachgebiet ebenfalls ein bedeutender Part in der Geriatrie und Gerontopsychiatrie sowie in der Psychiatrie und Nervenheilkunde.
Praxen für Ergo- oder Arbeitstherapie
Die ergotherapeutischen Tätigkeiten basieren auf fundierten Erkenntnissen der Medizin, der Sozialwissenschaft und einer sogenannten Betätigungswissenschaft. Um eine Gesundung von Erkrankten zu erreichen, werden ganz spezifischen Handlungen und Arbeiten ausgeführt.
Ergotherapeutische Methoden werden sowohl in Krankenhäusern, Kliniken und Rehabilitationsstätten sowie in Hospizen und ansässigen freien Arztpraxen angeboten. Inwieweit ein Erkrankter an einer Ergotherapie teilnehmen sollte, legen der oder die behandelnden Ärzte fest.
Die Praxen für Ergotherapie führen die ergotherapeutischen Übungen genauso wie die anderen Häuser auch als Vorbeugung durch. In dieser Hinsicht geht es vorrangig um Kinder und Senioren, bei denen eine Konzentrationsschwäche, eine Reduzierung der Feinmotorik und der Wahrnehmungsfähigkeit festgestellt wurden.
Erkrankte Menschen, die motorisch stark begrenzte Möglichkeiten haben, können ergotherapeutisch im Rahmen geplanter Hausbesuche einbezogen werden. Natürlich kommen die ausgebildeten Ergotherapeuten auch direkt in die Senioren- und Pflegeheime.
Wann macht eine Ergotherapie Sinn?
Die Fülle von Krankheiten, welche durch ergotherapeutische Tätigkeiten in Kombination mit anderen Behandlungen gelindert oder sogar geheilt werden können, ist recht groß. So haben Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen die Chance, nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall eine bessere körperliche Leistungsfähigkeit entfalten und beispielsweise gelähmten Gliedmaßen wieder eine höchstmögliche Funktionstüchtigkeit verleihen. Dies betrifft ebenso Krankheiten wie angeborene körperliche und geistige Behinderungen, erworbene Behinderungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen des rheumatischen Erkrankungskreises.
Kinder unterschiedlichen Alters, die an Störungen des Verhaltens und der Entwicklung leiden oder Menschen, bei denen neurologische Anomalien nach einem Unfall diagnostiziert werden, sind in der Ergotherapie bestens aufgehoben. Eine durch bestehende Verschleißerscheinungen an orthopädischer Körperarealen hervorgerufene Erkrankung, die Multiple Sklerose (Rückgang der Muskulatur), dementielle Erkrankungen und Einschränkungen der Feinmotorik unterliegen ebenfalls einer Besserung durch die ergotherapeutischen Maßnahmen.
Welche Kosten tragen die Krankenkassen?
Unabhängig davon, von welchem Arzt eine Überweisung oder ein Rezept zur ergotherapeutischen Betreuung ausgestellt wird, werden verschiedene Maßnahmen durch die Krankenkassen übernommen. Dies gilt sowohl für die Hausbesuche als auch für die Praxen und die stationären Bereiche.
Die Ergotherapie ist als einzelne Behandlung, als Gruppentherapie und als bereits erwähnter Hausbesuch realisierbar. Sogar bei Hausbesuchen sind die Krankenkassen bereit, die entstehenden Mehrkosten zu tragen.