
Als Proktologie wird ein Teilgebiet der Medizin bezeichnet, das sich auf Erkrankungen des Darmes spezialisiert. Streng genommen beschäftigen sich Ärzte, die als Proktologen tätig sind, mit Erkrankungen des Mastdarms, Analkanals und Grummdarms. In Deutschland müssen sich Ärzte nach ihres Studiums bei einem befugten Experten weiterbilden und eine mündliche Prüfung ablegen. Diese Weiterbildungsmaßnahme muss mindestens 1 Jahr andauern und von der Landesärztekammer anerkannt werden. Darüber hinaus wurde im Jahr 1990 die Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie ins Leben gerufen. Der Verein setzt sich zum Ziel, das Gebiet der Proktologie noch besser kennenzulernen und fördert demnach die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten. Es werden außerdem in regelmäßigen Abständen Tagungen und Veranstaltungen angeboten, die den Nachwuchs fördern, das Interesse wecken und ausländische Kontakte aufrecht erhalten sollen.
Der Proktologe - Was macht er?
Ein Proktologe ist ein Arzt, der sich auf Erkrankungen im Darm spezialisiert hat. Die häufigsten Erkrankungen sind Stuhlinkontinenz, Hämorrhoiden und die Analfissur. Sollte ein Patient diverse Beschwerden beschreiben, die auf eine Erkrankung des Darms hinweisen, wird der Arzt Untersuchungen durchführen, eine Diagnose stellen und entsprechend behandeln. Proktologische Untersuchungen sind nicht immer ganz angenehm. Bei einem Erstbesuch kann der Patient jedoch noch relativ entspannt sein, da je nach Beschwerden lediglich der Analkanal abgetastet und eventuell eine Gewebeprobe entnommen wird. Dies ist aber in der Regel mit keinen Schmerzen verbunden. Sollte der Patient Blut im Stuhl haben und die Ursache durch das Abtasten nicht festgestellt werden können, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt höchstwahrscheinlich eine Darmspiegelung durchgeführt. Heutzutage erfolgt diese Untersuchung unter Anästhesie, allerdings gibt es durchaus noch Ärzte, die keine Narkose veranlassen. Die Vorbereitung ist sehr aufwändig und wird oftmals als schlimmer empfunden, als die Untersuchung selbst. Von daher muss diese Untersuchung gut geplant werden. Der Patient muss seine Essgewohnheiten wenige Tage vor dem Arzttermin umstellen und Abführmittel in Verbindung mit großen Mengen von Wasser trinken. Weitere Erkrankungen, die von einem Experten der Proktologie behandelt werden sollten, sind Analfisteln, Abszesse, Marisken, Feigwarzen, Analkarzinome, Darmkrebs und Perianalthrombose. Menschen scheuen den Besuch nur zu oft aus Angst- und Schamgründen. Die Untersuchungen verlaufen jedoch alle relativ schmerzfrei und außerdem wird ein guter Arzt den Ablauf zuvor genau erklären und dem Patienten somit bereits einen kleinen Teil der Angst nehmen.
Wann kann der Besuch beim Proktologen nicht mehr vermieden werden?
Symptome für die oben genannten Erkrankungen können sehr vielfältig sein und sich in ganz unterschiedlicher Art und Weise äußern. Viele Personen verschleppen die Beschwerden nur zu gerne, weil das Schamgefühl so groß ist. Hiervor wird aber ausdrücklich gewarnt. Die meisten Erkrankungen können effektiv und einfach behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Die häufigsten Anzeichen für anale Erkrankungen sind:
Brennen am After
Blut im Stuhl (sowohl hell als auch dunkel bis schwarz)
Schmerzen beim Stuhlgang und nach der Stuhlentleerung
Nässen des Afters und nässende Ekzeme
plötzlich austretender Stuhl
Schwellungen
Juckreiz am After
Sollten sich die ein oder anderen Symptome regelmäßig bemerkbar machen, wird man um einen Besuch beim Proktologen nicht herumkommen. Natürlich kann aber auch zunächst der Hausarzt aufgesucht werden. Seitdem die Praxisgebühr abgeschafft wurde, wird keine Überweisung mehr benötigt, um einen Termin beim Proktologen zu erhalten.
Zusammenarbeit
Gerade bei Darmerkrankungen kann es durchaus sinnvoll sein, neben der Schulmedizin auch auf die Homöopathie zurückzugreifen. Viele Proktologen arbeiten aus diesem Grund mit homöopathisch gesinnten Kollegen zusammen, um somit individuell die ideale Rezeptur zu erstellen. Aber auch die Zusammenarbeit mit dem Hausarzt spielt eine wichtige Rolle, da dieser eventuell für die Nachuntersuchung verantwortlich sein wird.