
Was hat es mit der Nephrologie auf sich?
Hinter dem Begriff der Nephrologie verbirgt sich ein hoch spezialisiertes medizinisches Wissensgebiet, welches sowohl die theoretischen Grundkenntnisse als auch die praktischen Voraussetzungen liefert, um Menschen mit Erkrankungen dieses Organsystems zu helfen.
Gleiche Anfangsbuchstaben dienen als Eselsbrücke, denn die Nephrologie ist die Lehre von den Nieren. Diese paarig angeordneten Organe nehmen eine enorm hohe Bedeutung im Zusammenhang mit der Gesundheit und Lebensfähigkeit des menschlichen Organismus ein. Die Heilkunde von den Nieren beinhaltet nicht nur die Funktion der Nieren, sondern auch die komplexen Zusammenhänge mit anderen Organen und die Nierenkrankheiten.
Vorrangige Indikationen (Erkrankungen, Gründe), bei denen der Nephrologe (Nierenfacharzt) aufgesucht werden sollte
Viele allgemeine und spezifische Erkrankungen, unter denen die Patientinnen und Patienten unterschiedlichster Altersbereiche leiden, können unter Umständen durch die Störung der Nierenfunktion ausgelöst sein oder diese andersherum begünstigen. Damit das Entstehen lebensbedrohlicher Folgeschäden ausgeschlossen werden kann, sollten Erkrankungen wie chronisches und akutes Nierenversagen, Entzündungen der "Nierenfiltersysteme" oder bakterielle Infektionen unbedingt behandelt werden. Durch Bakterien hervorgerufene Entzündungen der Nieren und der Harnblase sind nicht zu unterschätzen. Sie können diese Organe auch nachhaltig schädigen.
Menschen, welche unter einem schweren Bluthochdruck leiden oder mit einer genetisch bedingten Nierenerkrankung zur Welt gekommen sind, werden ihr ganzes Leben lang von einem Nephrologen behandelt.
Wenn sich beim Wasser lassen deutliche hellrote Spuren von Blut im Urin zeigen, ist der Nephrologe der richtige Spezialist. Dies gilt ebenfalls bei einer Blutarmut, bei der vermehrt Blut durch die Nieren ausgeschieden wird und bei einem erhöhten Verlust von Eiweiß durch die Nieren. Im gesunden Zustand tragen die Nieren dazu bei, dass diese Substanzen im Organismus verbleiben.
Zu welchem Fachbereich gehört der Nephrologe?
Der Nephrologe ist ein Nierenspezialist, der jedoch nicht mit dem Urologen verwechselt werden sollte. Irrtümlicherweise gehen immer wieder vorrangig nierenkranke Menschen zum Urologen und verlieren dadurch kostbare Zeit. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen:
Die Urologie befasst sich im Gegensatz zur Nephrologie mit Krankheiten, die sich in den männlichen Geschlechtsorganen und den ableitenden Harnwegen manifestieren können. Der Urologie führt auch chirurgische Eingriffe durch. Dies kann Patientinnen und Patienten Linderung oder Heilung verschaffen, die unter Tumoren der Nieren, Steinen oder Nierengries sowie unter Beeinträchtigungen des Harnabflusses leiden. Erkrankungen der Prostata und Störungen der Erektionsfähigkeit gehören ebenfalls in die Hände des Urologen.
Die Nephrologie bezieht sich bei der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge ausschließlich auf Erkrankungen, welche mit den Nieren zu tun haben.
Was tut der Nephrologe, wenn Patienten zu ihm kommen?
Nach einem Gespräch über die Krankheitsvorgeschichte, der familiären Häufung und der Beschwerden wird der Facharzt für Nephrologie zunächst eine Untersuchung des Urins vornehmen. Um einzelne Erkrankungen auszuschließen, hat sich dabei der sogenannte Eiweiß-Schnelltest bewährt. Mit ihm kann der Arzt sehen, ob die Nierenglumeroli (Filter der Nieren) Eiweißkörper hindurch lassen. Labortechnische Daten wie die Konzentration von Kreatinin (Zwischenstoff aus dem Eiweißabbau), dem Harnstoff und der roten Blutkörperchen sind ebenfalls relevant.
Die Untersuchungen des Nephrologen erweitern sich auf die Abtastung des Körpers. Wichtig sind hierbei vorrangig die Beine, um Einlagerungen von Wasser zu erkennen. Auch die Lunge wird mit einem Stethoskop abgehört und abgeklopft. So kann der Arzt hören, ob sich in den Lungen Wasser befindet. Die von den Patienten angezeigten Krankheitszeichen wie Blässe und allgemeine Schwäche, Schmerzen im Bereich der Nieren sowie abnorme Veränderungen in der Substanz der Knochen sind aussagefähige Hinweise auf ein nephrologisches Problem.
Warum rechtzeitig zum Nephrologen gehen?
Die Hauptfunktion der Nieren ist das Entgiften des Organismus. Würden die Nieren ihre Arbeit reduzieren oder einstellen, käme es nicht nur zu Vergiftungserscheinungen aller anderen Organe, sondern im fortgeschrittenen Stadium auch des Gehirns. Die Folge wäre das versterben. Um diesen tragischen Ausgang zu vermeiden, müssen Nierenerkrankungen so frühzeitig wie möglich erkannt und therapiert werden. Warten die Betroffenen zu lange oder lassen sich erst falsch behandeln, kann dies unter Umständen die lebenslange Blutwäsche durch die Dialyse bedeuten. Wenn die Nierengewebe so stark belastet und geschädigt sind, dass ein Verlust der normalen Funktion auftritt, kann nur noch die künstliche Blutwäsche helfen. Diese sogenannte Nierenersatztherapie muss sogar schon bei recht jungen Menschen vorgenommen werden, bis eine Nierentransplantation eingeleitet werden kann.
Nicht nur chronische, sondern auch akut auftretende Nierenprobleme gehören in die sachkundigen Hände eines Nephrologen. Eine Versicherungskarte und/oder ein Überweisungsformular eines anderen Arztes genügen für eine Konsultation. Diese kann bei akuten Schmerzen in der Nephrologie sogar sofort und ohne Voranmeldung erfolgen.