
Die Plastische Chirurgie gehört in gewisser Maßen zur allgemeinen Chirurgie, jedoch finden die Eingriffe meistens aus ästhetischen, funktionellen oder wiederherstellenden Gründen statt. Hauptsächlich beschäftigt sich ein plastischer Chirurg mit den Äußerlichkeiten eines Menschen. Das Ziel besteht darin, die Körperform oder sichtbar gestörte Körperfunktionen zu verbessern oder wiederherzustellen.
Hauptrichtungen in der Plastischen Chirurgie
1. Ästhetische Gründe
Hierunter fallen alle Eingriffe, die aus rein medizinischer Sicht nicht notwendig sind und demnach aus ästhetischen Gründen bzw. auf Wunsch des Patienten durchgeführt werden. Umgangssprachlich werden solche Operationen als "Schönheits-OPs" bezeichnet. Das Ziel besteht immer darin, die äußerliche Erscheinung merklich zu verbessern. Die ästhetische Chirurgie ist nicht, wie viele meinen, eine Neuerfindung des 20. Jahrhunderts. Bereits seit 1.400 Jahren kennt man sie. Der erste Aufschwung konnte jedoch erst im 19. Jahrhundert festgestellt werden.
2. Rekonstruktive Chirurgie
Hier geht es darum, verloren gegangene Funktionen des Körpers wiederherzustellen. Das ist häufig nach Unfällen, bei Fehlbildungen oder nach einer Tumorentfernung der Fall. Typische Eingriffe sind Verpflanzungen von Nerven oder Umlagerungen von Sehnen.
3. Verbrennungschirurgie
Bei der Verbrennungschirurgie geht es darum, Folgen von schwerwiegenden Verbrennungen durch unversehrte Haut zu ersetzen, damit wieder ein möglichst normales Hautbild entsteht. Hier kommen insbesondere die Methoden der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz.
4. Handchirurgie
Hierbei handelt es sich um ein gemeinsames Spezialgebiet der Plastischen Chirurgie, der Orthopädie und der Unfallchirurgie. Es geht um die Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen an der Hand oder am Unterarm und um Fehlbildungen.
Wer geht zum Plastischen Chirurgen?
Immer mehr Menschen haben das Bedürfnis, etwas an sich selbst zu verändern, weil sie sich in ihrer eigenen Haut nicht mehr wohlfühlen oder es schlichtweg noch nie getan haben. Dann kommt immer die Frage auf, ob ein Besuch beim Plastischen Chirurgen sinnvoll wäre. Wer diesen Schritt wagt, wird natürlich nicht unmittelbar operiert. Vielmehr läuft alles eher langsam und gesittet ab. Zunächst hört sich der Arzt die Problematik an und entscheidet, ob der Eingriff überhaupt machbar bzw. sinnvoll ist. Sobald sich die Parteien einig sind, wird der Arzt den Patienten über alle Risiken und den Ablauf aufklären. Die Plastische Chirurgie hat auch ihre Grenzen, jedoch kann die Zufriedenheit einer Person nachhaltig gesteigert werden. Es werden sowohl operative als auch nicht-operative Eingriffe angeboten, um das eigene Wohlbefinden zu optimieren. Die gesetzliche Krankenkasse wird für keinerlei Kosten aufkommen, die beim plastischen Chirurgen aus rein ästhetischen Gründen entstehen. Im Allgemeinen gilt bei der Privatversicherung gleicheres.
Anders sieht es aus, wenn die Gründe nicht alleine aus ästhetischen, sondern auch aus medizinischen Gründen notwendig sind. Wie bereits erwähnt, ist dies besonders dann der Fall, wenn sich ein schwerer Unfall ereignet hat oder von Geburt an eine Entstellung besteht. In einem solchen Fall wird man in der Regel von seinem bislang behandelnden Arzt an einen plastischen Chirurgen weitergeleitet. Außerdem wird die Krankenkasse dann eventuell für die Kosten aufkommen.
Ein fertig ausgebildeter Arzt muss eine Ausbildung zum Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie absolvieren, um sich so betiteln zu dürfen.
Zusammenarbeit
Da sich die plastische Chirurgie in einigen Bereichen entfalten kann, arbeiten solche Ärzte auch mit vielen anderen Spezialisten zusammen. Darunter fallen u. A. Gynäkologen, Dermatologen, Hautärzte und Orthopäden.
Entwicklung der plastischen Chirurgie in Deutschland
Durch Medien werden den Menschen tagtäglich überzogene Schönheitsideale vermittelt. Von daher ist es auch kein Wunder, dass ein immer größerer Teil der Bevölkerung mit seinem Aussehen und Körperbau nicht zufrieden ist. Obendrein wird die Angst vor nicht notwendigen operativen Eingriffen immer geringer, weshalb sich auch ein immer größerer Anteil der Menschheit unter's Messer legt. Im Jahr 2011 waren es Statistiken zufolge mehr als 1,1 Millionen Männer beider Geschlechter. Anhand von Patientenbefragungen kann klar festgemacht werden, dass das Durchschnittsalter immer geringer wird. Zuletzt lag es bei etwa 38 Jahren. Bei Frauen legen sich die meisten Damen zwischen 18 und 30 Jahren unter's Messer, wohingegen es bei den Männern eher die 31-40-Jährigen sind.
Die am häufigsten durchgeführten Operationen
Wo bei der Damenwelt die Brustvergrößerung ganz weit vorn liegt, ist es beim Mann die Fettabsaugung. Beide Operationen stellen weltweit die am häufigsten durchgeführten plastischen Maßnahmen dar. Bei der Brustvergrößerung erfolgt der Schnitt entweder an der Achsel oder an der Unterbrust. Durch diesen kleinen Schnitt werden dann die Silikonimplantate in beliebiger Größe, Form und Füllmenge eingeführt. Bei der Fettabsaugung bekommt der Patient vor dem Eingriff eine Lösung injiziert, die die Fettzellen löst und das Gewebe betäubt. Über kleine Einschnitte wird das überschüssige Fett dann mit einer Kanüle abgesaugt. Eine weitere Operation, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern recht häufig durchgeführt wird, ist die Lidstraffung bzw. Schlupflidkorrektur. Hierbei wird die überschüssige Haut des Augenlids unter Vollnarkose mit einem Skalpell entfernt. Botoxbehandlungen liegen bei Frauen nach der Faltenunterspritzung auf Platz 5. Eine weitere bei beiden Geschlechtern beliebte Operation ist die Bauchdeckenstraffung. Frauen lassen diese Operation besonders häufig nach der Schwangerschaft durchführen. Hierbei wird unter Vollnarkose der überschüssige Hautlappen entfernt und die restliche Haut straff zusammengenäht. Die Narbe verläuft an der Grenze zum Schambereich. Weitere häufig durchgeführte Operationen sind die Nasenkorrektur, die Brustverkleinerung, das Hals-Stirn-Facelift, die Lippenkorrektur, die Ohranlegung, Eigenfettinjektionen (ebenfalls gegen Falten) und Brustkorrekturen bei Männern.