
Die Nephrologie ist ein Teilbereich der inneren Medizin und beschäftigt sich mit Erkrankungen der Niere und demnach auch der Dialyse. Die Dialyse kommt immer dann zum Einsatz, wenn die eigenen Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Neben der Nierentransplantation gehört diese Therapie zu den wichtigsten Blutreinigungsverfahren bei chronischem Versagen der Nieren. Da die Nieren ihrer gewöhnlichen Funktion nicht mehr selbstständig nachgehen können, muss eine künstliche Blutwäsche betrieben werden.
Warum sind die Nieren so wichtig für den menschlichen Körper?
Da die Nieren in unserem Körper viele wichtige Dinge erledigen, ist eine einwandfreie Funktionsfähigkeit lebenswichtig. Insbesondere sorgt das Organ für die Ausscheidung von Abfallstoffen, die dem Körper schaden und bei Nichtausscheidung zum Tod führen. Obendrein wird aber auch der Blutdruck über die Flüssigkeitsausscheidung im Urin und der Mineralstoffhaushalt des Körpers geregelt. Wenn sich zu viel Flüssigkeit im Körper befindet, wird sich der Blutdruck erhöhen. Die Nieren produzieren außerdem Stoffe, die für die Blutbildung eine große Rolle spielen. Alleine in Deutschland gibt es etwa 60.000 Dialysepatienten. Mehr als 8.000 Patienten warten auf eine Spenderniere. Bis eine passende Niere gefunden wird, muss sich die erkrankte Person der Dialyse unterziehen. Recht häufig handelt es sich dabei um Patienten, die bereits eine ganze Weile an der Zuckerkrankheit leiden. Aber auch eine erhöhte Dosis an Medikamenten kann nierenschädigend sein.
Der Weg zur künstlichen Blutreinigung
Dialysen werden meistens in Krankenhäusern oder Dialysezentren bei einem Nephrologen durchgeführt. Je nachdem, um welche Krankheit es sich handelt, muss zunächst der Hausarzt aufgesucht werden, der dann die Diagnose stellt oder den Erkrankten an einen Spezialisten weiterleitet. Wer erst einmal ein Dialysepatient ist, muss sich regelmäßig ins Krankenhaus oder zum Nephrologen begeben, um sein Blut reinigen zu lassen. Personen, die keine Möglichkeit haben, sich selbst zur Blutreinigung zu begeben, können eventuell den Krankentransport in Anspruch nehmen. Eine Dialyse kann bei folgenden Erkrankungen früher oder später notwendig werden:
Zuckerkrankheit
Bluthochdruck
Entzündung der Nierenkörperchen
Gewebeentzündungen der Niere
eventuell Zysten oder Tumore in der Niere
Abflusshindernis: Tumor, Prostatavergrößerung, Steinleiden
Allergische Reaktionen
Schmerzmittel und andere Medikamente
Systemerkrankungen, z.B. Autoimmunkrankheiten (das eigene Abwehrsystem greift das Gewebe an)
Minderdurchblutung der Niere
Im Dialysezentrum befindet sich stets speziell ausgebildetes Personal, das sich vor, während und nach der Therapie um die Patienten kümmert. Dieses Personal muss sich zuvor einer gesonderten Ausbildung unterziehen, bei der es unter Anweisung eines Doktors bei der Vorbereitung, der Durchführung und der Nachbereitung der Dialyse mitwirken darf. Während der Blutwäsche selbst muss der Patient einfach geduldig sein, da der Vorgang mehrere Stunden andauert. Privatpatienten können unter Umständen von neueren Einrichtungen profitieren, die von der Kassenärztlichen Vereinigung abgelehnt wurden und demnach nur Privatpatienten behandeln dürfen.
Sollte sich der Erkrankte für eine "Peritonealdialyse" entscheiden, müssen keine speziellen Vorkehrungen getroffen werden. Ganz anders sieht dies bei der so genannten "Hämodialyse" aus. Hier wird das Blut nämlich einer Körpervene entnommen. Damit das Blut in ausreichender Menge für die Therapie bereitsteht, muss die Vene durch einen kleinen operativen Eingriff vorbereitet werden, was der Nephrologe erledigen wird. Nach etwa acht bis neun Wochen wird die aufbereitete Vene mit zwei Nadeln punktiert. Sollte dieser Eingriff nicht frühzeitig stattgefunden haben, kann die Therapie aber auch über einen Katheter erfolgen. Bei einem akuten Notfall kommt demnach immer die Hämodialyse zum Einsatz. Da es in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen kommen kann, wird der behandelnde Arzt während der Behandlung immer an Ort und Stelle sein, um einzugreifen.
Geschichtlicher Hintergrund
Im Jahr 1913 entwickelte John J. Abel in Baltimore zusammen mit einem Kollegen das erste Dialyse-System, das direkt an Tieren getestet wurde. 13 Jahre später behandelte der Deutsche Georg Haas einen Patienten mit akutem Nierenversagen, der starb, obwohl der therapeutische Ansatz keine Fehler mit sich brachte. Der Effekt war schlichtweg zu gering. Erst 1945 schaffte Willem Kolff den Durchbruch. In diesem Jahr überlebt der erste Patient mit akutem Nierenversagen. 1979 wurde ein neuartiges System auf den Markt gebracht, das mit einer speziellen Kontrollfunktion eine zuverlässige Überwachung der Patienten erlaubte. Im Jahr 2005 wurden erneut andere Therapiesysteme eingeführt, sodass mehrere Patienten auf einen Schlag behandelt werden können. Der Ressourcenverbrauch wurde demnach nochmals optimiert.