
Unter welchen Erkrankungen leiden Patienten, welche zum Gefäßchirurgen gehen?
Wie sich bereits hinter der Bezeichnung "Gefäßchirurgie" vermuten lässt, geht es insbesondere um die Organe des Blut führenden Systems. Dies sind die Arterien oder Adern, Venen und Herzkranzgefäße.
Das Spektrum an Erkrankungen, welches innerhalb der Gefäßchirurgie diagnostiziert, therapiert und "nachgesorgt" wird, beinhaltet hauptsächlich die sogenannten Gefäßerkrankungen. Diese Beeinträchtigungen drücken sich durch unterschiedliche individuelle Schweregrade aus. Aus diesem Grund wird bei jedem Patienten eine abweichende Bandbreite an Untersuchungen und Behandlungen geplant.
Für eine gewisse Übersichtlichkeit der zahlreichen Gefäßerkrankungen, welche innerhalb der Gefäßchirurgie geheilt oder gelindert werden, wurde eine aussagekräftige Einteilung gewählt. Diese basiert auf dem Ausmaß und der Art der der Behandlungen. In Abhängigkeit von der Ausprägung der Krankheit behandeln die Gefäßchirurgen entweder minimal invasiv (mit kleinen Eingriffen überwiegend ohne umfassende Operation) oder mit einer operativen Eröffnung der betroffenen Areale.
In der Fachdisziplin der Gefäßchirurgie sind Patientinnen und Patienten richtig, die unter Störungen der Durchblutung der Arterien oder unter Erkrankungen der Venen leiden. Darüber hinaus befassen sich die Gefäßchirurgen mit aussackähnlichen Erweiterungen an Blutgefäßen oder Verengungen, welche die Halsschlagader betreffen. Es werden auch kleine und große Blutgefäße des Gehirns eröffnet. Um gefährdeten Menschen vorbeugend gegen einen Hirnschlag zu helfen oder um zerrissene Gefäße notfallmäßig wieder zu schließen, bieten die Gefäßchirurgen ebenfalls eine ganze Reihe von Möglichkeiten an. Außerdem ist die Gefäßchirurgie der richtige Anlaufpunkt, wenn es darum geht, Krampfadern oder Venen zu entfernen und Thrombosen zu behandeln. Auch dauerhaft nicht abheilende Wunden können von den Gefäßchirurgen versorgt werden.
Bei welchen Symptomen sollten die Betroffenen in die Praxis für Gefäßchirurgie gehen?
Die häufigsten Beschwerden, die so unangenehm werden, dass die Erkrankten die Gefäßchirurgen aufsuchen, werden von den arteriellen Gefäßerkrankungen ausgelöst. Dazu gehören vorrangig die Verschlüsse der Arterien und deren Einengungen. Es treten Symptome wie Schmerzen und Veränderungen des Hautgewebes sowie eine Unterversorgung des Gewebes mit Blut auf. Die Risiken bei diesen Erkrankungen bestehen in einem Verlust von Extremitäten oder einer Lebensbedrohlichkeit. Auftretende Schluckstörungen, Gleichgewichts-, Seh- und Sprachstörungen sowie Lähmungen und Schwindel sind typische Anzeichen, wenn eine Arterie verschlossen ist.
Heftige Schmerzen des Herzens oder der Nieren sollten ebenfalls mit den Möglichkeiten der Gefäßchirurgen erkannt und therapiert werden. Dies gilt gleichermaßen für Wadenkrämpfe und Wasseransammlungen durch Krampfadern.
Deutliche Schwellungen der Oberschenkel und bläuliche Verfärbungen der Haut deuten auf einen Verschluss der Venen hin. Oftmals treten eine Erhöhung der Körpertemperatur und des Herzschlages auf.
Die einfachsten Wege zum Facharzt
Wer unter mehr oder weniger langen krankhaften Beeinträchtigungen der venösen oder arteriellen Blutgefäße leidet, Durchblutungsstörungen hat oder unter der sogenannten Schaufensterkrankheit leidet, findet zunächst den direkten Weg zum Gefäßchirurgen. Diese Mediziner arbeiten überwiegend in Kliniken. Sie sind aber auch in Praxen erreichbar. Mit einem entsprechenden Termin können sich die Betroffenen auch mit Überweisung vom Allgemeinmediziner oder von einem anderen Facharzt anmelden. Das Versichertenkärtchen der Krankenkasse ist in der Regel erforderlich.
Mit welchen Fachbereichen sind die Gefäßchirurgen vernetzt?
Die Gefäßchirurgen pflegen eine fachübergreifende Zusammenarbeit zu den Internisten und den Neurologen. Des Weiteren wird die Versorgung der Erkrankten durch zusätzliche Säulen wie die internistische Angiologie (bildliche Darstellung von Gefäßen) und die Radiologie sowie die Nephrologie (Lehre von den Nieren) getragen.
Welche Leistungen werden innerhalb der Gefäßchirurgie durchgeführt?
Die Gefäßchirurgen sind auf verschiedenen Gebieten tätig und bietet den Erkrankten sowohl eine konservative als auch eine interventionelle und operative Behandlung an.
Die konservative Therapie beinhaltet die Einnahme von Medikamenten sowie eine Überwachung und Ultraschallkontrollen. Bei den interventionellen Behandlungen erwartet die Patientinnen und Patienten verschiedene Methoden, die beispielsweise als Ausdehnung der Gefäße durch einen Ballon oder als Stent für Dialysabhängige bekannt sind.
Operative Eingriffe sin beispielsweise das Legen von Bypässen und das Entfernen von Krampfadern sowie Aneurysmen.
Weitere Hinweise für Patientinnen und Patientin
Vor einer Behandlung in einer gefäßchirurgischen Praxis oder einer Klinik für führen die zuständigen Mediziner ein intensives, persönliches Beratungsgespräch durch. Während dieses Abschnittes erfahren die Betroffenen alle wichtigen Informationen zum Thema der Risiken und Komplikationen sowie zum weiteren Werdegang nach einem operativen Eingriff. In Abhängigkeit vom Umfang einer OP oder einer interventionellen Maßnahme verbleiben die Patienten im Krankenhaus. Es gibt aber auch die Möglichkeit der ambulanten Verfahren. Lediglich eine Nacht oder einige Stunde verweilen die behandelten danach in der Einrichtung und können wieder nach Hause, wenn sie nicht allein sind.
Im Zusammenhang mit einer fachgerechten Nachsorge erfolgen in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen. Auch die Wundversorgung kann bei ambulanten Methoden gewährleistet werden.