(Als 1. Beratungsinstanz am Orga-Tag für meine 3. Zystoskopie in Holweide.) Frau Assistenzärztin Severins war für den krankgeschriebenen Dr
. Moll kurzerhand eingesprungen, hatte sich aber über meinen Fall eingehend informiert, dies trotz der Tatsache, daß sie nur urologische Unterlagen vor sich hatte, denn meine Akte war nicht auffindbar gewesen; allerdings wurde diese auf einen Hinweis von mir zur Schreibweise meines Namens – etwas, das mir nach Jahren glücklicherweise wieder eingefallenen war – gleich gefunden und heraufgebracht. Frau Severins hatte dann die schwierige Pflicht, an Hand der urologischen Unterlagen mir noch Unwissendem mitzuteilen, daß von den 12 Prostata-Stanzproben, die mir bei der 2. Zystoskopie abgenommen worden waren, eine positiv gewesen war. Man hatte, wohl wegen des mir noch unbekannten ‘Verschwindens’ meiner Akte, meinem Hausarzt – ich war damals erst dabei, einen niedergelassenen Urologen zu bekommen – auf sein Verlangen einen nichtssagenden Bericht über das Ergebnis der 2. Zystoskopie zukommen lassen, so daß er – und vor allem ich – bis dato ‘no news is good news’ gedacht hatten. Frau Severins hat ihre schwierige Aufgabe bei mir hervorragend erfüllt. Nicht nur ist sie beruflich sehr kompetent, sondern sie kann den affektiven Zustand des ihr gegenübersitzenden Patienten bestens beurteilen, und ich wünschte, sie wäre meine niedergelassene Urologin. Zudem imponiert es mir, daß sie, wie übrigens auch OA Stolp, Operateur an meinen 1. und 2. Zystoskopien, es bei einem sehr soliden medizinischen Grund- und Fachstudium belassen und sich gar nicht um den auf diesem Gebiet eher dekorativen Titel eines Dr. med. gekümmert hat.
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