
Die Psychosomatik stellt eine Betrachtungsweise und Lehre in der Medizin dar, in der es vor allem um die psychischen Reaktionsweisen und Fähigkeiten von Menschen in jeglichen Situationen geht. Seit der Begründung der wissenschaftlichen Medizin durch Hippokrates von Kros variieren die Modelle und Erklärungen der dabei festgestellten Zusammenhänge erheblich.
Worin liegen die Aufgaben eines Psychosomatikers?
Die Psychosomatik ist ein sehr junges Fachgebiet in der Medizin. Erst 1992 wurde das die "Psychotherapeutische Medizin" eingeführt und 11 Jahre später dann in das "Fachgebiet der Psychosomatischen Medizin" umbenannt. Seither gelingt es immer mehr Fachärzten sich in stationäre und ambulante Versorgungslandschaften zu integrieren. Natürlich findet man die Fachärzte auch selbstständig in privaten Praxen. Die Aufgaben liegen in erster Linie darin, Menschen mit aus medizinischer Sicht unerklärbaren Erkrankungen zu behandeln. Außerdem ist der Psychosomatiker in der Psychoonkologie, der Schmerztherapie und in der Arbeit mit Sucht- und Traumapatienten tätig. In jeder Arztpraxis sind Psychosomatische Störungen vorhanden. Statistiken zufolge leiden mindestens 25 % aller Patienten in Hausarztpraxen an psychosomatischen oder psychischen Störungen. Gleicheres gilt für nahezu alle Fachgebiete. Eine suffiziente Behandlung gelingt in diesen Fällen durch die meisten Hausärzte alleine nicht. Demnach könnte der Bedarf an Psychosomatikern kaum größer sein. Dieser wird die Betroffenen umfassend mit seinem psychischen und somatischen Wissen mit flexiblen Interventionsmethoden untersuchen, um danach eine eindeutige Diagnose zu stellen und die optimale Therapie zu finden.
Ausbildung
Nachdem der Arzt sein Studium abgeschlossen hat, muss eine 5-jährige ganztägige Weiterbildung stattfinden. In diesen 5 Jahren muss der Arzt mindestens 3 Jahre an einer psychosomatischen Einrichtung tätig sein. Für die naheliegenden Fachgebiete der Inneren Medizin und der Psychiatrie wird eine Tätigkeit gefordert, die jeweils mindestens ein Jahr angedauert. Durch die intensive praktische Ausbildung wird der Facharzt der Psychosomatik ideal vorbereitet, inhaltlich und schwerpunktmäßig mit psychosomatisch kranken Menschen zu arbeiten.
Welche psychosomatische Erkrankungen gibt ist und wann sollte ein Psychosomatiker aufgesucht werden?
Psyche, Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig. Sobald die Seele leidet, leidet der ganze Körper mit. Aus diesem Grund sind psychosomatische Erkrankungen keine Seltenheit mehr. Das Denken beeinfluss die Psyche sowie die Zellen und Organe des Körpers. Wenn es der Seele gut geht, ist der Körper automatisch gesünder. Psychosomatische Erkrankungen sind daher Beschwerden, die durch eine psychische Belastung auftreten. Es werden also körperliche Symptome verspürt, die aus schulmedizinischer Sicht unerklärlich sind. Stress der über einen längeren Zeitraum besteht, kann eventuell Bluthochdruck auslösen. Aber auch Gefühle wie Trauer, Ärger und Depressionen belasten den Körper und können demnach psychosomatische Krankheiten hervorrufen. Chronischer Stress, Einsamkeit, Angst und Depressionen führen dazu, dass die Abwehr- und Selbstheilungskräfte geschwächt werden. Psychosomatische Störungen können sich als Haarausfall, beschleunigte Hautalterung, Entzündungen oder Rückenschmerzen (auch generell Wirbelprobleme) bemerkbar machen. Unzufriedenheit auf der Arbeit oder im Privatleben können den dauerhaften Stress erhöhen und somit auch dem Herzen schaden. Bei starkem Stress und Trauer atmen Menschen flacher, wodurch die Lunge mit weniger Sauerstoff versorgt wird. Es kommt demnach vermehrt zu Lungenentzündungen. Unterdrückte Gefühle sorgen für Magengeschwüre, Blähungen, Krämpfe oder Übelkeit. Viele Menschen leiden auch unter einem Reizdarm. Hier spielen meistens auch psychische Komponenten eine große Rolle, da Anpassung und Aufregung die Symptome oftmals verstärken. Es ist demnach wichtig, dass das seelische Befinden verbessert wird. Der Weg zum Psychosomatiker sollte aus diesem Grund nicht aufgeschoben werden. Wer sich nicht sicher ist, kann zunächst den Hausarzt aufsuchen und sich dann an einen geeigneten Facharzt überweisen lassen. In schweren Fällen gibt es sogar spezielle psychosomatische Kliniken. Die Krankenkasse wird für alle entstehenden Kosten aufkommen.