Lungenemphysem (Emphysem, „Blählunge“) – Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung
Ein Lungenemphysem ist eine chronische Erkrankung der Lunge, bei der Lungenbläschen (Alveolen) dauerhaft überdehnt und teilweise zerstört werden. Dadurch verringert sich die Fläche für den Gasaustausch, und ausgeatmete Luft bleibt leichter „gefangen“ in der Lunge (Überblähung). Häufig entsteht ein Lungenemphysem im Rahmen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), meist durch langjähriges Rauchen.
Typisch sind zunächst Belastungsatemnot und eine schleichende Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Beschwerden und die Prognose hängen stark davon ab, wie ausgeprägt die Überblähung und die Einschränkung der Lungenfunktion sind und ob Begleiterkrankungen vorliegen. Eine vollständige Heilung ist in der Regel nicht möglich, aber die Erkrankung lässt sich oft deutlich verlangsamen und die Lebensqualität kann verbessert werden.
Dieser Beitrag dient der medizinischen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Eine(n) entsprechende(n) Arzt oder Ärztin finden Sie in unserer Arztsuche.
Definition: Was ist ein Lungenemphysem?
Ein Lungenemphysem ist eine dauerhafte, krankhafte Erweiterung von Lufträumen in der Lunge, die mit einer Zerstörung von Lungengewebe einhergeht. Betroffen sind vor allem die feinen Lungenbläschen, in denen normalerweise Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben wird. Durch die Gewebeschädigung nimmt die Gasaustauschfläche ab, und die Lunge verliert an elastischer Rückstellkraft. Das erschwert vor allem das Ausatmen und führt häufig zu einer Überblähung.
In der Praxis tritt ein Lungenemphysem häufig zusammen mit einer COPD auf. COPD beschreibt eine chronische, meist durch Schadstoffe ausgelöste Entzündung der Atemwege mit anhaltender Atemwegsverengung (Obstruktion). Ein Emphysem ist dabei ein mögliches (nicht zwingendes) Merkmal.
Wichtige Emphysem-Formen (Verteilungsmuster)
Die folgenden Begriffe beschreiben, welche Bereiche der Lungenläppchen (Azinus) überwiegend betroffen sind. Sie werden vor allem in der Bildgebung (CT) verwendet:
- Zentrilobuläres (zentriacinäres) Emphysem: Häufig bei Rauchern und Raucherinnen. Eher in den oberen Lungenabschnitten.
- Panlobuläres (panacinäres) Emphysem: Häufiger bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (erblich bedingter Schutzproteinmangel). Eher in den unteren Lungenabschnitten.
- Paraseptales Emphysem: Eher randständig (subpleural), kann mit Bullae (großen Emphysemblasen) einhergehen und ist mit einem erhöhten Risiko für einen spontanen Pneumothorax (Lungenkollaps) assoziiert.
- Bullöses Emphysem: Ausgeprägte, größere luftgefüllte Räume („Bullae“) durch Gewebezerstörung. Kann die Umgebungslunge verdrängen.
Andere Namen und medizinische Bezeichnungen des Lungenemphysems
- Emphysem / pulmonales Emphysem
- Blählunge (laiensprachlich)
- Lungenüberblähung (beschreibt ein häufiges funktionelles Problem beim Emphysem)
- Im COPD-Kontext findet sich gelegentlich die Bezeichnung chronisch obstruktive Bronchitis mit (oder ohne) Emphysem.
Womit ein Lungenemphysem verwechselt werden kann
Atemnot und Leistungsknick sind unspezifische Symptome, die bei einigen anderen Erkrankungen vorkommen können. Je nach Situation kommen unter anderem infrage:
- Asthma bronchiale: Oft wechselhafte Beschwerden, teils stärker anfallsartig. Obstruktion kann sich deutlicher zurückbilden.
- Chronische Bronchitis ohne Emphysem:Husten und Auswurf stehen im Vordergrund, ohne typische Emphysemzeichen.
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Atemnot bei Belastung, teils Wasseransammlungen. Sie kann COPD/Emphysem ähneln.
- Interstitielle Lungenerkrankungen (Lungenfibrosen): eher „restriktives“ Muster in der Lungenfunktion, oft mit trockenem Husten.
- Lungenembolie: plötzliche, neue Atemnot und/oder Brustschmerz, teils Kreislaufprobleme.
- Anämie (Blutarmut), Angst-/Panikstörung, schlechte Fitness: können Atemnot verstärken oder imitieren.
Symptome bei einem Lungenemphysem
Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie sind, unterscheidet sich von Person zu Person. Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig vorliegen.
Typische Symptome
- Atemnot (Dyspnoe): anfangs oft nur bei Belastung, später auch bei leichter Aktivität oder in Ruhe.
- eingeschränkte Belastbarkeit, rasche Erschöpfung.
- verlängertes Ausatmen, teils pfeifende Atmung („Giemen“), Engegefühl.
- Husten und Auswurf vor allem, wenn zusätzlich eine chronische Bronchitis/COPD besteht.
- häufigere Atemwegsinfekte oder Exazerbationen (plötzliche Verschlechterungen).
- Gewichtsverlust/Muskelschwund bei fortgeschrittener Erkrankung (Kachexie).
Mögliche körperliche Zeichen (ärztliche Untersuchung)
- „Fassthorax“ (fassförmiger Brustkorb) bei starker Überblähung
- geringere Atemgeräusche, „Überblähungszeichen“
- Zeichen einer Sauerstoffunterversorgung (z. B. Blaufärbung der Lippen) bei fortgeschrittener Erkrankung
Lungenemphysem Symptome bei Frauen
Grundsätzlich sind die Symptome bei Frauen und Männern ähnlich. Bei einigen Betroffenen werden COPD/Emphysem jedoch später erkannt, weil frühe Beschwerden (z. B. Belastungsatemnot) zunächst anders eingeordnet werden. Entscheidend ist daher die konsequente Abklärung anhaltender Atemnot unabhängig vom Geschlecht.
Warnzeichen: Wann rasch ärztliche Hilfe nötig ist
- plötzlich starke Atemnot, ungewohnte Luftnot in Ruhe
- Brustschmerzen, starke Enge, Kollapsneigung
- bläuliche Lippen, Verwirrtheit, ausgeprägte Schläfrigkeit
- Verdacht auf Pneumothorax (z. B. plötzlich stechender Brustschmerz + Atemnot)
Ursachen und Risikofaktoren des Lungenemphysems
Häufige Ursachen
- Rauchen (wichtigster Risikofaktor)
- langjährige Schadstoffbelastung (z. B. Stäube, Dämpfe, Feinstaub, auch berufsbedingt)
- COPD als zugrunde liegende Erkrankung
- wichtige seltenere Ursache:
- Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Ein erblich bedingter Mangel eines Schutzproteins, das Lungengewebe vor Entzündungsenzymen schützt. Ein Emphysem kann dadurch früher im Leben auftreten, besonders wenn zusätzlich geraucht wird.
Risikofaktoren, die Verlauf und Beschwerden verschlechtern können
- Rauchen (auch als Passivrauch)
- Häufige Exazerbationen (Infekte, Reizstoffe)
- Bewegungsmangel, Muskelabbau
- Begleiterkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
Diagnose beim Lungenemphysem
Die Diagnose erfolgt durch medizinisches Fachpersonal, häufig aus der Pneumologie. Typisch ist die Kombination aus Krankengeschichte, Lungenfunktionsmessungen und Bildgebung.
1) Anamnese und körperliche Untersuchung
- Rauchstatus (Pack-Years), berufliche Expositionen
- Beschwerden: Atemnot (z. B. Treppensteigen), Husten/Auswurf, Infekte
- Untersuchung auf Zeichen der Überblähung oder Sauerstoffmangel
2) Lungenfunktion
- Spirometrie: Nachweis einer Atemwegsobstruktion (typisch bei COPD).
- Ganzkörperplethysmographie: Beurteilung der Überblähung (z. B. erhöhtes Residualvolumen).
- Diffusionskapazität (DLCO): Kann bei Emphysem reduziert sein, weil die Gasaustauschfläche abnimmt.
3) Blutgase und Belastungstests
- Blutgasanalyse (Arterie oder Kapillarblut) zur Einschätzung von Sauerstoff- und Kohlendioxidwerten
- 6-Minuten-Gehtest oder Spiroergometrie zur Leistungsdiagnostik
4) Bildgebung: Röntgen und CT
- Röntgen-Thorax: Kann indirekte Emphysemzeichen zeigen (Überblähung), ist aber nicht immer sensitiv.
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung von Emphysemausprägung und -verteilung. Wichtig bei diagnostischen Unklarheiten oder vor speziellen Eingriffen.
Behandlung des Lungenemphysems
Ziele der Behandlung sind, das Fortschreiten zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern, Exazerbationen zu vermeiden und die Belastbarkeit zu verbessern. Die Therapie wird individuell festgelegt und orientiert sich häufig an COPD-Leitlinien.
Basismaßnahmen
- Rauchstopp: wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten zu verlangsamen
- Impfungen (z. B. gegen Influenza, Pneumokokken)
- Bewegung und Training: regelmäßige Aktivität, Atemphysiotherapie und pneumologische Rehabilitation können die Leistungsfähigkeit verbessern.
- Schulung & Inhalationstechnik: richtige Anwendung von Inhalatoren ist entscheidend.
Medikamentöse Therapie (typisch im COPD-Kontext)
- Bronchodilatatoren (Atemwegs-erweiternde Medikamente):
- kurz wirksam (z. B. bei Bedarf)
- lang wirksam (LAMA/LABA) als Dauertherapie, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Tiotropium oder entsprechenden Präparaten wie Spiriva
- Inhalative Kortikosteroide (ICS): nicht für alle geeignet, eher bei bestimmten COPD-Konstellationen (z. B. häufige Exazerbationen, Hinweise auf eosinophile Entzündung)
- Therapie von Exazerbationen (akute Verschlechterungen): je nach Schweregrad z. B. intensivere Bronchodilatation, ggf. Kortison kurzzeitig, Antibiotika bei bakteriellen Hinweisen, teils Krankenhausbehandlung
Sauerstoff und Atemunterstützung
- Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT): bei chronischer, nachgewiesener Sauerstoffunterversorgung
- nichtinvasive Beatmung (NIV): kann bei chronischer respiratorischer Insuffizienz mit erhöhtem Kohlendioxid (Hyperkapnie) in ausgewählten Fällen sinnvoll sein
Interventionelle/operative Verfahren („neuere Behandlungsmethoden“ bei schwerem Emphysem)
Diese Verfahren kommen nur für ausgewählte Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittenem Emphysem und ausgeprägter Überblähung infrage – nach genauer Diagnostik in spezialisierten Zentren:
- Endoskopische (bronchoskopische) Lungenvolumenreduktion mit Ventilen: Einwegventile sollen stark überblähte Lungenabschnitte entlüften, damit sich gesündere Bereiche besser entfalten.
- Bronchoskopische Verfahren mit Spiralen (Coils) oder Thermoablation (Hitzeverfahren): können in bestimmten Situationen eingesetzt werden. Nutzen, Risiken und Erstattungsstatus werden in Deutschland u. a. durch Nutzenbewertungen geregelt.
- chirurgische Lungenvolumenreduktion (LVRS):Operation zur Verkleinerung stark zerstörter Lungenbereiche.
- Lungentransplantation: In Endstadien und bei sehr strenger Auswahl.
Biologika bei COPD (nicht „heilend“ für Emphysem)
Bei einem Teil der COPD-Betroffenen spielt eine spezielle Entzündungsform („Typ-2-Entzündung“ mit erhöhten Eosinophilen) eine Rolle. Für diese Untergruppe gibt es seit 2024 eine zusätzliche Behandlungsoption mit Dupilumab. Das Ziel ist vor allem, Exazerbationen zu reduzieren und Beschwerden zu verbessern. Ein bestehendes Emphysem wird dadurch nicht rückgängig gemacht.
Palliativmedizinische Unterstützung
Bei fortgeschrittener Erkrankung kann palliativmedizinische Begleitung helfen, belastende Symptome wie Atemnot, Angst, Schlafprobleme oder Erschöpfung zu lindern und Krisenpläne zu erstellen. Das ist ergänzend zur pneumologischen Behandlung möglich – nicht erst in den letzten Lebenstagen.
Verlauf, Stadien, Lebenserwartung und Prognose beim Lungenemphysem
Ein Lungenemphysem ist meist chronisch fortschreitend. Wie schnell die Erkrankung voranschreitet, hängt wesentlich von der Ursache, dem Rauchstopp, der Häufigkeit von Exazerbationen, der Lungenfunktion, dem Gasaustausch und Begleiterkrankungen ab.
Lungenemphysem im Anfangsstadium
- häufig nur Belastungsatemnot (z. B. beim Treppensteigen), gelegentlich Husten.
- Lungenfunktion kann noch relativ wenig eingeschränkt sein.
- Früh erkannt ist der Rauchstopp besonders wirksam, um ein Fortschreiten zu verlangsamen.
Lungenemphysem im Endstadium
- Atemnot schon bei kleinster Belastung oder in Ruhe
- deutlich eingeschränkte Lungenfunktion, Überblähung
- häufige Exazerbationen, Infekte
- möglich: chronische Sauerstoffunterversorgung, chronische Hyperkapnie, Rechtsherzbelastung (Cor pulmonale)
„Stadien“: Wie wird der Schweregrad eingeordnet?
Für das Lungenemphysem selbst gibt es keine einheitliche, überall gleich verwendete Stadieneinteilung. In der Versorgung wird der Schweregrad häufig über Kriterien der COPD beschrieben, z. B.:
- Ausmaß der Atemwegsobstruktion (z. B. FEV1)
- Symptomlast (z. B. mMRC/CAT)
- Häufigkeit von Exazerbationen
- Gasaustausch (Blutgase), DLCO, Überblähungsparameter
Lebenserwartung beim Lungenemphysem
Die Lebenserwartung lässt sich nicht seriös als feste Zahl angeben, weil sie stark vom individuellen Verlauf abhängt (Schweregrad, Rauchstatus, Exazerbationen, Herz-Kreislauf-Risiko, körperliche Fitness, Therapieadhärenz). Ärzte und Ärztinnen nutzen zur Prognoseabschätzung unter anderem Lungenfunktionswerte, Blutgase sowie kombinierte Indizes.
Wie kommt es im schweren Verlauf zum Tod – „erstickt man“ an einem Lungenemphysem?
Viele Betroffene haben im Endstadium sehr belastende Atemnot. Diese kann sich zeitweise beängstigend anfühlen, wird aber medizinisch nicht einfach mit „Ersticken“ gleichgesetzt. Häufig spielen mehrere Komplikationen zusammen, zum Beispiel:
- akutes oder chronisches Atemversagen (z. B. im Rahmen einer schweren Exazerbation)
- Lungenentzündung oder andere Infektionen
- Herz-Kreislauf-Komplikationen (z. B. Rechtsherzbelastung)
- Pneumothorax bei bullösem/paraseptalem Emphysem
Wichtig ist: Auch bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es Möglichkeiten, Luftnot zu behandeln und zu lindern. Dazu gehören je nach Situation zum Beispiel Inhalationsmedikamente, Sauerstofftherapie, nichtinvasive Beatmung, Behandlung von Infekten und im palliativen Setting auch Medikamente gegen belastende Atemnot und Angst. Ziel ist, Beschwerden zu verringern und akute Krisen möglichst gut abzufangen. Nicht jede betroffene Person erlebt die letzte Lebensphase als Gefühl des Erstickens.
Grad der Behinderung (GdB), Schwerbehindertenausweis und Rente (Erwerbsminderung)
Grad der Behinderung (GdB) bei COPD/Lungenemphysem
In Deutschland wird der GdB nach den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen ( Anlage zur Versorgungsmedizin-Verordnung, VersMedV) festgelegt. Bei Krankheiten der Atmungsorgane orientiert sich die Bewertung vor allem an:
- Atemnot im Alltag (Belastbarkeit)
- Lungenfunktionswerten
- Blutgaswerten (Sauerstoff/Kohlendioxid)
- Folgeerkrankungen (z. B. Cor pulmonale)
Die Versorgungsmedizin-Verordnung nennt für eine dauernde Einschränkung der Lungenfunktion Richtwerte:
- leichte dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion: Ein Grad der Behinderung von 20 bis 40 kann infrage kommen.
- mittlere dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion: Ein Grad der Behinderung von 50 bis 70 kann infrage kommen.
- schwere dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion: Ein Grad der Behinderung von 80 bis 100 kann infrage kommen.
Die konkrete Einstufung erfolgt immer individuell durch die zuständige Behörde (Versorgungsamt/Landesamt) auf Basis ärztlicher Unterlagen.
Häufige Fragen zum Lungenemphysem
Was ist ein Lungenemphysem?
Ein Lungenemphysem ist eine chronische Schädigung der Lungenbläschen mit Überdehnung und Gewebezerstörung. Dadurch wird das Ausatmen erschwert, Luft bleibt in der Lunge gefangen, und es kommt zu Überblähung und Atemnot.
Welche Symptome sind typisch für ein Lungenemphysem?
Typisch sind Belastungsatemnot, abnehmende Leistungsfähigkeit und – besonders bei gleichzeitig bestehender COPD – Husten und Auswurf. Im Verlauf kann Atemnot auch in Ruhe auftreten.
Welche Symptome treten bei einem Lungenemphysem bei Frauen auf?
Die Symptome sind grundsätzlich dieselben wie bei Männern (v. a. Atemnot, Belastungsknick, ggf. Husten). Wichtig ist, anhaltende Atemnot frühzeitig abklären zu lassen.
Was ist die häufigste Ursache für ein Lungenemphysem?
Am häufigsten ist langjähriges Rauchen die Ursache. Daneben können andere Schadstoffe oder seltener genetische Ursachen (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) eine Rolle spielen.
Wie wird ein Lungenemphysem diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, körperliche Untersuchung und Lungenfunktionstests (Spirometrie, Plethysmographie, DLCO). Bildgebung (Röntgen, ggf. CT) hilft zusätzlich, Ausmaß und Verteilung einzuschätzen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es beim Lungenemphysem?
Möglich sind Rauchstopp, Training/Rehabilitation, Inhalationsmedikamente im COPD-Kontext, Impfungen, Behandlung von Exazerbationen sowie bei Bedarf Sauerstofftherapie oder NIV. Bei schwerem Emphysem können in spezialisierten Zentren Verfahren zur Lungenvolumenreduktion oder selten Transplantation geprüft werden.
Welche „neuesten Behandlungsmethoden“ gibt es beim Lungenemphysem?
Bei fortgeschrittenem Emphysem sind bronchoskopische Verfahren (z. B. Ventile) und chirurgische Lungenvolumenreduktion etablierte Optionen für ausgewählte Betroffene. Zusätzlich gibt es neuere Medikamente und/oder Strategien im COPD-Bereich (z. B. Biologika bei spezieller Entzündungsform), die aber ein Emphysem nicht rückgängig machen.
Wie sind die Stadien beim Lungenemphysem?
Der Schweregrad wird in der Praxis meist über COPD-Kriterien (Lungenfunktion, Symptome, Exazerbationen) und über Überblähung und/oder Gasaustausch beschrieben. Eine einheitliche, eigenständige Emphysem-Stadieneinteilung ist nicht überall gleich.
Wie ist die Lebenserwartung bei einem Lungenemphysem?
Sie variiert stark und hängt u. a. von Schweregrad, Rauchstopp, Exazerbationen, Begleiterkrankungen und körperlicher Fitness ab. Individuelle Prognosen kann nur das Behandlungsteam einschätzen.
Wie stirbt man mit Lungenemphysem – kommt es zum Ersticken?
Im Endstadium kann schwere Atemnot auftreten, was von Betroffenen unbehandelt als Ersticken wahrgenommen werden kann. Häufige medizinische Ursachen sind Atemversagen (oft im Rahmen einer schweren Exazerbation oder Infektion), Herz-Kreislauf-Komplikationen oder Pneumothorax. Notfall- und palliativmedizinische Maßnahmen können Atemnot behandeln und lindern.
Welcher Grad der Behinderung (GdB) ist bei COPD und Lungenemphysem möglich?
Je nach Einschränkung der Lungenfunktion und Belastbarkeit nennt die VersMedV Richtwerte von 20–40 (gering), 50–70 (mittel) bis 80–100 (schwer). Die Einstufung erfolgt individuell.
Bekomme ich mit Lungenemphysem eine Rente?
Eine Erwerbsminderungsrente hängt davon ab, wie viele Stunden tägliche Arbeit noch möglich sind (unter 3 Stunden = volle, 3 bis unter 6 Stunden = teilweise Erwerbsminderung) und ob versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sind.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) – Methodenbewertung Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion (Thermoablation) beim schweren Lungenemphysem: https://www.g-ba.de/beschluesse/4468/, aufgerufen am 09.04.2026
Elisabeth Maußner
Elisabeth Maußner ist studierte Journalistin und schreibt bei der ärzte.de MediService GmbH & Co. KG seit 2017 zu medizinischen Themen. Ihr Ziel: komplexe Zusammenhänge und wissenschaftliche Hintergründe einfach und für jeden verständlich auszudrücken. Die erfahrene Autorin hat bereits über 400 Artikel zu Gesundheits- und Medizinthemen verfasst, die u.a. auf aerzte.de, sanego.de und arzttermine.de veröffentlicht wurden.
Außerdem durfte sie Erfahrung beim Radio und beim Produzieren von Videos sammeln.
Persönlich interessiert sie sich insbesondere für Kinder- und Frauengesundheit, eine ausgewogene, intuitive Ernährung und die Digitalisierung im Gesundheitswesen.