
In der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie) treffen die behandelnden Ärzte auf sehr kleinem Raum auf eine unheimlich komplexe Struktur. Im Gesicht werden viele lebensnotwendigen Aufgaben wie Schlucken, Atmen, Sprechen und Kauen durchgeführt. Nicht vergessen werden sollte aber auch die Wichtigkeit des unverwechselbaren Aussehens und der Mimik.
Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie
Zu den relevantesten Aufgaben in der Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie gehören operative Eingriffe, die Bereiche wie Zahnfleisch, Kieferknochen und die Zahnwurzel betreffen. Das können Implantationen von künstlichen Zahnwurzeln, Rettungen von bedrohten Zähnen, Entfernungen einer entzündeten Wurzelspitze, operative Korrekturen von Fehlstellungen oder aber das Herausoperieren eines Weisheitszahns sein. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht darin, zum Teil lebensbedrohliche Entzündungen, die sich im Hals und Kiefer ausbreiten, zu behandeln. Hier müssen jedoch Schmerzzustände abgegrenzt werden, die keine bekannte Herkunft unter Einbeziehung der Nervenversorgung im Kiefer-Bereich haben.
Operative Eingriffe im Gesicht
Im Gesicht kann es immer mal wieder zu operativ notwendigen Maßnahmen kommen, wenn beispielsweise ein Tumor oder eine Verletzung besteht. Aber auch der Knochenaufbau oder die Wiederherstellung des Gesichtes nach einer Tumoroperation kann erforderlich sein. Häufig werden auch Kiefer, Lippen oder Gaumenspalte korrigiert. Die ästhetische Gesichtschirurgie fällt demnach ebenfalls in den Aufgabenbereich eines MKG-Chirurgs.
Ausbildung
Die Aufgaben sind sehr vielfältig und komplex, weshalb die Ausbildung sehr anspruchsvoll und langwierig ist. Fachärzte für Mund-, Gesicht- und Kieferchirurgie sind demnach gut gerüstet, nachdem die Lehre erfolgreich abgeschlossen wurde. Sobald ein Studium im Bereich der Medizin und
Zahnmedizin abgeschlossen wurde, muss eine vierjährige klinische Weiterbildung in einer speziellen Klinik absolviert werden. Als positiv angesehen wird außerdem eine jahrelange Erfahrung im Bereich der plastischen Chirurgie oder zumindest eine entsprechende dreijährige Zusatzausbildung.
Die Gesichts-, Mund- und Kieferchirurgie ist sehr komplex, weshalb häufig mit anderen Spezialisten zusammengearbeitet wird. Das können Neurologen, Orthopäden, Dermatologen, Augenärzte, Schmerztherapeuten und auch Zahnärzte sein.
Welche Eingriffe werden in der Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie durchgeführt?
Im Gesicht spielen nicht nur die Sinnesorgane eine bedeutende Rolle, sondern stellt auch die Optik eine wichtige Komponente dar. Das Gesicht ist eines der wenigen Körperteile am Menschen, die nie vollständig verdeckt sind. Von daher müssen chirurgische Maßnahmen in dieser Körperregion mit besonders großer Sorgfalt erledigt werden. Die Ärzte müssen sich außerdem immer einer extrem großen Skepsis seitens der Patienten unterziehen. Ein Facharzt für MKG-Chirurgie ist aber in der Regel sehr einfühlsam und bereitet den Patienten mit großem Verständnis auf Eingriffe vor. Im Kopf besteht eine überdurchschnittlich gute Durchblutungssituation, die bei Eingriffen unterstützend wirkt. Von daher sind Wundheilungsstörungen oder Infektionen sehr selten.
Die häufigsten Eingriffe
Zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen zählen Implantate bzw. die Einpflanzung künstlicher Zahnwurzeln, die Kieferhöhlen-Operation, die Lidplastik, die Ohrenkorrektur und Tumoroperationen.
Die Kieferhöhlen gehören zu den Nasennebenhöhlen und stellen lufthaltige, mit Schleimhaut bedeckte Hohlräume dar. Sie stehen mit der Nase in Verbindung und werden darüber belüftet. Eine Entzündung der Kieferhöhle kann möglicherweise über eine Verschleppung von Keimen aus der Nase entstehen. Bei einer Kieferhöhlenspülung wird über die Nase oder eine künstliche Öffnung der Kieferhöhle ein ganz dünner Silikonschlauch eingeführt. Darüber kann das Sekret abfließen. Im Anschluss wird alles mit einer desinfizierenden Lösung oder Antibiotika ausgespült.
Bei der Lidplastik geht es darum, überschüssige Haut an Unter- und Oberlidern zu entfernen. Nach einer gründlichen Desinfektion und einer sterilen Abdeckung werden knapp unterhalb der Wimperngrenze des Unterlides ganz feine Schnitte mit dem Skalpell gesetzt.
Falls eine Lachfalte am Außenrand des Auges besteht, kann der Schnitt seitlich verlängert werden. Danach wird von diesem Einschnitt aus die Oberhaut von der darunter liegenden Muskulatur mit Vorsicht abgehoben. Unterhautfett, das für die störenden Säckchen sorgt, wird entfernt. Auch sonstige störende Hautüberschüsse können entfernt werden, bevor alles wieder sorgfältig vernäht wird.
Bei der Tumorbehandlung muss zunächst zwischen "gut- und bösartig" abgegrenzt werden. Gutartige Tumore im Mundbereich werden je nach Lokalisation vom Mundinneren aus direkt über dem Tumor aufgeschnitten. Danach kann der Tumor quasi aus seiner Umgebung geschält werden. Bösartige Tumore müssen großzügiger ausgeschnitten werden. Nur so kann man sicher sein, dass höchstwahrscheinlich keine bösartigen Zellen zurückbleiben. Auch benachbarte Lymphknoten werden entfernt.
Die Kosten werden nur von der Krankenkasse getragen, wenn der Eingriff medizinisch notwendig ist. Da zur MKG-Chirurgie auch teilweise plastische Eingriffe zählen, ist die Kostenübernahme nicht immer gewährleistet.